Um jedes Zehntel Grad kämpfen

2015 war ich als Demonstrant bei jenem berühmten Klimagipfel in Paris. In einem Hotel erklärte der alte Klimaforscher Veteran von der NASA, James Hansen, den Stand der Forschung. Ich war geschockt, mir wurde plötzlich klar wie groß der Unterschied zwischen dem publizierten und dem gefühlten Stand der Erkenntnis sein kann.
2016 bin ich im Blog „bits of science“ auf eine Grafik gestoßen, die plausible Argumente liefert, warum das Klimasystem Erde die 2 Grad Grenze schon gerissen hat. Was jeder Ingenieur weiß: Regelsysteme haben Totzeiten. Als Totzeit (auch Laufzeit oder Transportzeit genannt) wird in der Regelungstechnik die Zeitspanne zwischen der Signaländerung am Systemeingang und der Signalantwort am Systemausgang einer Regelstrecke bezeichnet. Jede Änderung des Eingangssignals ruft eine um die Totzeit verzögerte Änderung des Ausgangssignals hervor. Selbst wenn wir jetzt das Lenkrad loslassen (Treibhausgas Emissionen = Null) fahren wir vermutlich weiter in eine 2 bis 3 Grad Welt (eingeschwungener Zustand).

2016 Analyse der Erde-System-Sensitivität

Jetzt kommt es auf jedes zehntel Grad an, die Treibhausgase schnell zu reduzieren. Siehe hierzu den piqd von Daniela Becker:”Um jedes Zehntel Grad kämpfen, auch wenn die Chancen schlecht stehen“.