Mitbringsel aus Paris

Alle Fotos zur freien Verwendung, 12.12.2015 Reinhard Sczech

Motivation und Erleichterung

Ich war drauf und dran zu verzweifeln. Kann die Menschheit denn wirklich so blöd sein? Jetzt bin ich wieder hoch motiviert. Das waren lehrreiche Tage in Paris.

ClimateJustice_2015_12_12_Paris_23Ein Gruß an alle Freunde der Hunsrücker Höhenwind Gesellschafter und Bertram Fleck: In einem Pariser Café habe ich einen tollen holländischen Aktivisten getroffen, der voller Begeisterung die Entwicklung im Hunsrück wahrgenommen hat. Eine Botschaft an alle die jetzt noch gegen die Windenergie kämpfen: Ja, es gibt Beeinträchtigungen, ja das Landschaftsbild ändert sich, ja es gibt Fehlplanungen. Aber ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, mit wie vielen Hoffnungen Menschen aus aller Welt auf Deutschland schauen.

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Der Hunsrück exportiert erneuerbare Energie. Nachhaltig! Bitte macht mit, oder wenn ihr schon nicht mitmachen wollt, macht den Weg frei. Ihr wollt die Heimat erhalten wie sie ist – aber Zerstörungen währen die Folge, die unsichtbar für unsere Kameras und Reporter bei den ärmsten der Armen angefangen haben und auch uns erreichen werden.

Die Prinzen

Saudi-Arabien alimentiert 7000 (geldgierige?) Prinzen. Prinz al-Walid Bin Talil, seine Frau und seine Kinder wohnen in 320 Zimmern in einem sandfarbenen Palast, der mit italienischem Marmor ausgekleidet ist, mitten in Riad.

Kleine Umfrage

Sind Sie im Vergleich zu vor fünf Jahren mehr oder weniger optimistisch, dass es der Menschheit gelingen wird, den gefährlichen Klimawandel zu vermeiden?
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Dazu kommen drei Hallen-Schwimmbäder, Tennisplätze, 250 Fernseher, ein Kinosaal und fünf Küchen, die 2000 Gäste auf einmal beköstigen können. In der Garage des Prinzen stehClimateJustice_2015_12_12_Paris_31en 200 Luxusautos, darunter Rolls-Royce, Ferrari und Lamborghini. Dieser Reichtum wird von Öl gespeist. Könnt ihr euch vorstellen, welcher Kampf es war die Zustimmung der Saudis zu bekommen? Könnt ihr euch vorstellen, wie bitter die neusten Abschätzungen der Klimaforscher sind, um selbst ein Kopfnicken zu bekommen, das Saudi Arabiens Geschäftsmodell völlig in Frage stellt?

 

2050 „klimaneutral“

Die Koalition der „Ambitionierten“ hat sich in Paris durchgesetzt. Beschlossen wurde, dass die Menschheit ab 2050 „klimaneutral“ lebt. Ursprünglich sollte im Vertrag stehen, dass die Menschheit ab 2050 „Treibhausgas-frei“ lebt. Aber das scheiterte an den erdölproduzierenden Ländern. „Treibhausgas-frei“ hätte bedeutet, dass diese Länder bald kein Erdöl mehr fördern dürften. Der jetzige Beschluss besagt, dass die Treibhausgase, die nach 2050 noch entstehen, kompensiert werden müssen – etwa durch Aufforstung oder neue Technologien.

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Climate Justice! Now!ClimateJustice_2015_12_12_Paris_35

„Die Weltgemeinschaft hat verstanden, dass die Gefahren durch den Klimawandel viel größer sind als zuvor angenommen“, sagte Bill Hare, der Chef des Forschungsinstituts Climate Analytics. „Das Paris-Abkommen ist ein historischer Wendepunkt für die ganze Welt.“

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Die roten Linien werden gezogen: Clim Acts aus Australien

Ärmel aufkrempeln

„Wir sind extrem glücklich“, erklärte EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete. Die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard sagte: „Für die Schweiz war es wichtig, dass alle Verantwortung übernehmen und die Zweiteilung aufgehoben wird.“ Aber auch Südafrikas Umweltministerin Edna Molewa sieht einen „Wendepunkt zu einer besseren und sichereren Welt“. ClimateJustice_2015_12_12_Paris_36

Frankreichs Präsident François Hollande sagte sogar: „Wir haben heute die beste und friedlichste Revolution geschafft – eine Revolution für den Klimaschutz“. Und Bubu Pateh Jallow, einer der Chefunterhändler der ärmsten Staaten, sagte: „Der Vertrag ist eine wirklich gute Arbeitsbasis“.

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„Die Unterschrift ist nur der Anfang, jetzt geht es darum, ihn auch umzusetzen.“ Russlands Umweltminister Sergej Donskoj betonte: „Jetzt steht uns die Ratifikation bevor!“ Der hintere Teil der Vereinbarung nämlich, zwölf der 31 Seiten, muss zu nationalem Recht werden. Und das in jedem der 195 Mitgliedsländer, ein Prozess, der im Falle des Kyoto-Vertrages acht Jahre gedauert hat. Aber diesmal soll der Paris-Vertrag bereits ab 2020 gelten – in vier Jahren.

ClimateJustice_2015_12_12_Paris_39Dass dieses Ziel nun benannt wird, bedeutet: Die Weltgemeinschaft hat endlich realisiert, wie ernst die Warnungen sind, die die Klimaforscher aufgestellt haben. So weit, so gut, aber auch so unzulänglich. Denn diese Erkenntnis wird – zumindest noch – nicht ausreichend in konkretes Handeln umgesetzt.

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Fakt ist: Die Treibhausgas-Limits, die die Länder der Erde sich gegeben haben und die die Basis des Paris-Vertrags bilden, bringen die Welt nur auf einen Drei-Grad-Pfad – also auf einen Kurs, bei dem Elemente des Klimasystems destabilisiert würden, darunter der Grönland-Eisschild, die Permafrostböden und die Regenwälder. Höhere Ansprüche trauten sich die Architekten des Paris-Deals nach dem Kopenhagen-Debakel nicht mehr zu stellen.

Gewaltfrei und ohne Presse

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Tolle Tage in Paris, mit Wechselbädern der Gefühle

Tja Leute, wir haben uns das Demonstrationsrecht erkämpft. Entschieden und gewaltfrei. In der deutschen Presse habe ich noch kein Wort darüber gelesen. Über die Demo am Eifelturm wurde bischen berichtet. Aber die vorhergehende und  aus meiner Sicht wichtigere in der Avenue de la Grande Armée vor dem Arc de Triomphe wurde  fast ausschließlich über soziale Medien, wie diesen Blog transportiert.

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Sind wir mal milde, das Demonstrationsverbot hat natürlich dazu geführt, dass auch die Presse nicht über die Details der Planungen informiert war.

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Ein Tourist aus China macht auch spontan mit. „Very big problems in China“
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und Mainz trifft auf Oppenheim (on the left side Esmathe Gandi, Président ATTAC Togo)

 

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und Mainz trifft auf Oppenheim (on the left side Esmathe Gandi, Président ATTAC Togo)
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zum Abschluss wird ergreifend mitreißend gesungen

Quellen

Klimaretter.Info

Skeptical Science

350.org   

Video von der Demo

DemocracyNOW

ARD Tagesschau COP21 live Blog

SonnenSeite

germanwatch

Paris 2015 kann die Welt ändern

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Die Demonstranten sind entschlossen

Die politische Führung der Pariser Polizei hat die Situation richtig eingeschätzt. Die Demonstranten waren zwar nicht in riesengroßen Massen, aber dafür umso fester entschlossen ein Zeichen zu setzen.

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Es wurde klar gemacht, um 12 Uhr werden wir auf die Avenue de la Grande Armée strömen, den Verkehr stoppen und auf der breiten Prachtstraße vor dem Arc de Triomphe unsere roten Linien ziehen.

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1,5 Grad oder Chaos

Wir fordern Klimagerechtigkeit. Jetzt.

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Ami Goodman von Democracy Now interviewt ein Paar. Democracy Now hat eine fantastische Berichterstattung während des Gipfels gemacht.

Ich saß schon eine Stunde vorher am vereinbarten Treffpunkt unserer Gruppe im Café Victor Hugo. Schnell erkannte ich an den roten Utensilien wer wohl noch alles zu bereit ist, sich über das Demonstrationsverbot hinwegzusetzten.

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Wir brachen auf. In den Nebenstraßen viel Polizei, alle schwer bewaffnet aber entspannt. Wir wussten: diese Auseinandersetzung haben wir gewonnen. Auf der Avenue de la Grande Armée angekommen, war ich einfach nur überwältigt. Die Straße war uns.

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Die Straße gehört uns
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Vorne ringen Clowns den Polizisten ein lächeln ab.

 

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… jetzt bin ich etwas schlapp und trinke mal zur Feier des Tages einen guten Rotwein.

Blockade bei den Klimaverhandlungen in Paris

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Broschüren mit Gesundheitshinweisen und rechtlichen Infos werden verteilt

Ich bin völlig fasziniert mit welcher Entschlossenheit, Mut, sozialer Kompetenz und vor allen Dingen Phantasie und Intelligenz hier in kleinen Gruppen die Aktionen für morgen vorbereitet werden.

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An alle Aktivisten wird eine rote Blume verteilt

Ich habe aber auch Angst vor der französischen Polizei. Tipps wie „wickele dir Zeitungen ums Schienbein, da hauen die gerne drauf“ beunruhigen mich Schisser eher. Es wird ein Aktionsbereitschaft ermittelt. In die eine Ecke des Raumes gehen die, die sich zutrauen vorne mit dabei zu sein, in die zweite Ecke die, die mehr zuschauen. Dann können sich auch Kleinstgruppen auf dieser Raumachse dazwischen positionieren. Ich stehe im Raum, aber sehr nahe an Ecke zwo.

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Tag der Vorbereitungen, durchdacht und klasse organisiert

Was ist eine Demonstration?

Demonstrationen sind morgen in Paris strengstens verboten. Was ist eine Demonstration? Wenn mehr als zwei Menschen die gleiche politische Meinung kundtun. Deshalb werden wir alle nur zu zweit losschwärmen.

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Neben den roten Blumen wird es morgen viele rote Regenschirme, Jacken und Schals geben, um die symbolischen roten Linien zu ziehen.

Zum Abschluss der Klimaverhandlungen werden also Tausende von Menschen paarweise auf die Straßen ziehen, um das letzte Wort zu haben und um zu zeigen, dass wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. So schaffen wir die Voraussetzungen für weitere Aktionen im Jahr 2016.

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So soll es ablaufen: Gegen 11:45 Uhr treffen wir uns auf den Bürgersteigen entlang der Avenue de la Grande Armée zwischen der Place de Etoile und Porte Maillot. (nicht am Arc de Triomphe — dort werden Versammlungen sofort aufgelöst).

 

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Folgen den roten Pfeilen entlang der Straße, um zum Veranstaltungsort zu gelangen

12:00 Uhr sollen Signale eines Nebelhorns ertönen, dann schlendern wir paarweisen Fußgänger auf die Avenue de la Grande Armée bis es anfängt zu strömen. Dort den roten Schirmen und Pfeilen die uns leiten hinterher. Auf der Straße, so der Plan, Tausende roter Tulpen verteilen, riesigen Transparente entrollen und eine lange „rote Linie” bilden.

Wenn die Nebelhörner ein zweites Mal ertönen, heißt es zwei Minuten lang schweigend innehalten, bis Blaskapellen anfangen zu spielen. Danach legen wir unsere Blumen zum Gedenken an die Opfer des Klimawandels auf die Straße.

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Hochkonzentriert werden im Plenum Fragen gestellt und beantwortet
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Der Plan für morgen: Wie auch immer das Gipfeltreffen ausgehen mag, Folgendes gilt weiterhin: Es sind nicht Politiker*innen die Bewegungen anführen – sondern die Menschen.

Der Veranstaltungsort wurde bis jetzt geheim gehalten, damit  effektiv mobilisiert werden kann. Nachdem jetzt alle Details feststehen und noch 24 Stunden bleiben, ist es an der Zeit, dass die Öffentlichkeit über die Aktionen informiert wird.

Die Lösungen liegen auf der Hand: Wir müssen aufhören, fossile Brennstoffe zu fördern und zu verbrennen. Stattdessen, wo immer möglich, erneuerbare Energien ausbauen und Sorge tragen, dass die am schlimmsten vom Klimawandel betroffenen Regionen über die nötigen Ressourcen verfügen um der Krise zu begegnen. Dies könnte ein Wendepunkt sein – dafür kämpfen die Demonstranten in Paris.

 

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noch einige juristische Hinweise zum mitschreiben

ARD-Reporter Werner Eckert hat beim Klimagipfel eine Veranstaltung von Wissenschaftlern besucht, die Auswirkungen des künftigen Klimavertrags untersuchen. Hier sind seine Eindrücke: „Gefährlich bis tödlich nennt Professor Kevin Anderson vom „Tyndall Center for climate change“ den derzeitigen Verhandlungsstand. Fünf wissenschaftliche Institute sind sich einig: dass darin maximal 1,5 bis zwei Grad Erderwärmung als Ziel festgeschrieben werden, ist gut, aber für sich genommen nur eine Hausnummer. Alle konkreten Vorgaben für die Staaten sind bereits aus dem Entwurf gestrichen. Das ist alles vage und setzt keine klaren Signale, sagt Professor Johan Rockström von der Universität Stockholm. Er rechnet vor: Wenn nur die bereits eingereichten, freiwilligen Selbstverpflichtungen der Länder umgesetzt werden, dann führt das die Welt auf mehr als drei Grad zu. Und da es bis 2030 auch keine Verbesserungen geben muss, wird bis dahin so viel Co2 ausgestoßen, dass damit auch die Chance vertan ist, jemals unter zwei Grad zu bleiben.

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Die Zukunft des Kindes dass dieses Bild zum Klimagipfel gemalt hat, steht auf der Kippe. Bitte auf das Bild doppelt klicken um es zu vergrößern.

Ungenügend nennt auch Professor Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung die konkreten Vorgaben für den Klimaschutz. Er vertritt allerdings die Auffassung, dass die Atmosphäre vorübergehend mehr CO2 vertragen würde, wenn man es anschließend – durch Aufforstung zum Beispiel – wieder herausholt. 1,5 Grad erscheinen nach Angaben der Wissenschaftler unrealistisch. Dazu müsste der Kohle-, Öl- und Gasverbrauch der gesamten Welt schon 2020 seinen Höhepunkt erreichen und danach stark sinken, spätesten 2050 „0“ sein. Die Wissenschaftler sind auch enttäuscht davon, dass von „Dekarbonisierung“, also vom Abschied von fossilen Brennstoffen, nicht mehr die Rede ist. Stattdessen ist nun von „Treibhausgas-Neutralität“ die Rede. Das unterstellt nämlich, dass Wälder und Ozeane CO2 aufnehmen. Steffen Kallbekken von der Universität Oslo nennt das riskant. Bislang speichere der Ozean nämlich 55 Prozent der Treibhausgase. Aber erstens wird er dadurch immer saurer und zweitens werde das nicht unbeschränkt weiter so gehen.“

 

 

Climate Action Zone ZAC

Fotos: Reinhard Sczech, 10.12.2015

Wie bei allen meinen Reisen: etwas abgehetzt und vermutlich was Wichtiges vergessen, Einstieg in den IC, Mainz Hauptbahnhof Richtung Mannheim, von dort mit dem französischen TGV weiter. In Schnellzugsteige n in Saarbrücken fünf fett bewaffnete französische Polizisten ein. Sofort Unruhe, kurz darauf Schreie und Sc20151210_solutions_3himpfen. Dann Ruhe. Auf dem Sitz links vor mir, schläft ein junger Mann. Ich wundere mich, warum er trotz dem Lärm nicht einmal den Kopf hebt. Dann kommen drei Beamte zu uns. Sehen mich kurz an, rütteln an dem jungen Mann: „Passport?“. Der etwa 19-jährige schüttelt den Kopf. „Nationality?“ „Afghanistan“. Routiniert zieht einer den Jungen aus dem Sitz, mit traurigem Gesicht und stumm lässt er es geschehen, alle verschwinden im nächsten Wagen. Eine Frau schimpft auf französisch. Zwei Minuten später „außerplanmäßiger Halt in Forebach“. Die Polizisten und sechs junge Männer verlassen den Zug. Die verbleibenden schauen sich betroffen an.
So verlaufen die ersten Stunden meiner Reise zum Klimagipfel nach Paris. Wir fahren gerade 311 Kilometer pro Stunde.

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Solutions COP21

Nachmittags besuche ich das offizielle Rahmenprogramm für den Weltklimagipfel: „Solutions COP21“ im Grand Palais. Wegen Kontrollen wie am Frankfurter Flughafen eine Stunde Wartezeit, obwohl nicht besonders viel los ist. Das Programm finde ich großenteils enttäuschend. 20151210_solutions_2Einige Firmen sind echt bemüht, aber beispielsweise bei Coca Cola werde ich reflexartig misstrauisch. Von einem Schweizer Forscher der „Horizon Social Media Analytics“ nehme ich am meisten mit. Darüber werde ich einen eigenen Beitrag schreiben.

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Viele Kameras, viele Reden, wenig Publikum bei den Solutions COP21
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Bei der Rheinland-Pfalz Ausstellung in Mainz war deutlich mehr los als bei den Lösungen für die Weltrettung in Paris 2015
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Ein spannendes Gespräch, wie man die Stimmungen in den Social Media analysiert
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In der ZAC war nun aber richtig was los

Climate Action Zone (ZAC)

In der ZAC sollte eigentlich von den Umweltgruppen die gr20151210_ZAC_6oße Klimaschutzdemonstration am Ende des Klimagipfels vorbereitet werden. Bündnisse aller Schattierungen rund um den Globus hatten ihre Mitarbeit angekündigt. Dann kamen die Terroranschläge am 13. November wie eine Seuche über Paris. Vollständiges Demonstrationsverbot.

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Überwiegend junge Menschen interessiert die Rettung der Zivilisation, die anderen kämpfen mit den Alltagsproblemen

Als Alternative werden nun fantasievolle, gut organisierte, gewaltfreie aber entschiedene Aktionen geplant. Als ich ins ZAC komme, ist die Plenumshalle rappelvoll. Es wird diskutiert was zu tun ist und wie die Lage politisch einzuordnen ist. Im Plenum sitzt auch Naomi Klein. Die anderen kenne ich nicht, viele der Redebeiträge sind in französisch. Sprachbegabung hat man mir leider nicht mit in die Wiege gelegt.

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Diese Menschen zu erleben…. ich bin froh, doch nach Paris gefahren zu sein

Naomi Klein räumt freimütig ein, dass auch sie erst vor 10 Jahren die volle Brisanz des Klimawandels begriffen hat.

Klick gemacht

Wenn ich tief in mich gehe, muss ich gestehen bei mir sind es weniger als fünf Jahre her bis es „klick“ machte. Was eigentlich schon beschämend ist, da ich als Ingenieur sowohl mit Regelkreisen wie auch Statistik und nichtlinearen Simulationsverfahren reichlich Erfahrung sammeln durfte. Aber trotz vielfältiger Literatur hat mein Gehirn sich einfach geweigert die bittere Wahrheit voll zu realisieren. Wie auch. Da liest du eine alptraumhafte Analyse, die menschliche Zivilisation ist dabei sich auszulöschen, das sechste große Massensterben auf dem Planeten hat begonnen, du schaltest den Fernseher an, „und nun die Lottozahlen“.

Sicher, ich war schon viele Jahre vorher umweltbewusst, habe in Windenergie investiert (und damit sehr gut verdient), Müll getrennt, dicke Autos vermieden, Greenpeace unterstützt, die Grünen (oft sehr zähneknirschend) gewählt und nur Ökostrom durch die Steckdosen gejagt. Aber begriffen hatte ich es nicht wirklich.
Jetzt bin ich in Paris, um die Luft um den Weltklimagipfel einzuatmen und ein Gefühl dafür zu bekommen: Wie groß sind die Chancen der Menschheit die Kurve zu bekommen?
Es muss zweifellos eine sehr scharfe Kurve sein, eine Revolution. Die Zeit zum herumzackern haben wir nun wirklich nicht mehr.

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Etwas wehmütig kommt mir der Eiffelturm vor

Afrikanische Stimmen zum Klimawandel

Letzten Montag ist parallel zum Start der Pariser Klimakonferenz meine Informationsplattform „African Climate Voices – Afrikanische Stimmen zum Klimawandel“ online gegangen, und ich würde mich sehr über Ihr Feedback und eine eventuelle Weiterleitung dieser Informationen an interessierte Kolleginnen und Kollegen freuen.

Herzliche Grüße aus Hannover !

Björn Jürgensen

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„African Climate Voices“ – Afrikanische Stimmen zum Klimawandel – jetzt online

 

Die Informationsstelle Südliches Afrika (issa) begleitet den Weltklimagipfel in Paris (November/Dezember 2015) mit einem Informationsportal zum Klimawandel im südlichen Afrika. Die „African Climate Voices“ richten sich an die in diesem geografischen Gebiet aktiven Eine-Welt-Initiativen, Afrikagruppen, Klima- und Umweltschutzorganisationen und Institutionen. Zudem wollen wir alle am südlichen Afrika und an Klimafragen interessierten Personen erreichen. Ziele der Plattform sind die Intensivierung des (trans-)nationalen Süd-Nord-Austauschs im Kontext des UN-Klimagipfels in Paris im Dezember 2015, die entwicklungspolitisch bedeutende Informationsvermittlung über den Klimawandel und dessen Folgen im südlichen Afrika und die Dokumentation und Verbreitung der Stimmen aus dem südlichen Afrika.

http://africanclimatevoices.com/

March 4Me

Statt großer Märsche, Kundgebungen und „Climate-Games“, müssen die Organisationen nun Improvisationstalent und Kreativität beweisen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen: In den vergangenen Tagen fand eine „Schuh-Demonstration“, Adbusting und mehrere Menschenketten statt. Doch es blieb nicht immer friedlich: Bei Ausschreitungen am Sonntag setzte die Polizei Tränengas und Schlagstöcke ein, 208 Demonstranten wurden nach Angaben des Innenministeriums festgenommen.

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March for me

Angesichts der Auflagen und Schwierigkeiten auf den Straßen von Paris zu demonstrieren, entwickeln sich alternative Protestestformen im Internet. So bietet etwa die Plattform March for me Menschen in Paris die Möglichkeit, Aktivisten auf der ganzen Welt stellvertretend für sich selbst auf die Straße zu schicken. Rund 30.000 Menschen sind dort bereits registriert. Was bisher nur für die Demonstrationen am 28. und 29. November angelegt war, könnte auch beim Global Climate March am 12. Dezember für Klimaschützer in Paris eine Möglichkeit sein, ihren Forderungen Gehör zu verleihen.march4me_3

COP 21 Paris: Blogger dieser Welt, vereinigt euch!

Die Energieblogger starten die wichtigste Bloggeraktion der Geschichte.

Die Klimakonferenz in Paris steht im Schatten schrecklicher Terroranschläge. Versammlungen und Protestmärsche sind verboten. Deshalb rufen die Energieblogger alle Medien und vor allem andere Blogger dazu auf, die Proteste gegen einen wirkungslosen Minimalkonsens ins Netz zu verlagern. Trotz oder gerade wegen solcher Anschläge muss der Klimawandel gestoppt werden.

Wir brauchen mehr als einen Minimalkonsens, um künftige Ursachen für Konflikte, Flucht, Naturkatastrophen und Wirtschaftskrisen abzuwehren. Deswegen müssen die besten Stimmen für ein wirkungsvolles Abkommen von der Straße in das Web und in weitere Medien verlagert werden.

Wir fordern ein wirksames Abkommen ein und wollen aufklären, damit PR-Täuschungen von wirksamen Ergebnissen unterschieden werden können. Deswegen unser Aufruf an alle Blogger: Die Welt braucht euch!

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Liebe Blogger, Aktivisten, Bürger und Journalisten – wir Energieblogger wollen, dass die Klimakonferenz nicht im Schatten der Terroranschläge untergeht und die Lobbyisten so ein leichtes Spiel haben, nötige Maßnahmen zu verhindern. Die Welt muss von der Klimakonferenz sprechen, nicht von den Anschlägen. Auch die entsandten Diplomaten brauchen Rückendeckung aus der Bevölkerung.

Macht mit bei der COP 21 Blogchallenge! Wir suchen die besten Artikel zur Klimakonferenz. Diese können bereits geschrieben sein oder auch erst geschrieben werden. Nicht nur Klimamedien sollen berichten, sondern alle Blogs! Es soll ein Bewusstsein dafür entstehen, warum die Konferenz uns alle angeht. Wir möchten vor allem branchenfremde Blogger und Bloggerinnen dazu aufrufen, nach Paris zu schauen und sich folgende Fragen zu stellen:

• Worüber wird in Paris eigentlich verhandelt?
• Welche Ergebnis-Optionen gibt es?
• Was wäre ein „gutes“ Ergebnis, was ein schlechtes?
• Anhand welcher Kriterien können die Ergebnisse der Konferenz bewertet werden?

Wir Blogger werden selbst Artikel schreiben, aber auch viele andere Artikel an die Hand geben, mit denen jeder die Ergebnisse bewerten kann. Wir werden gute, bestehende Kampagnen kuratieren, verstärken und verbreiten. Bitte helft, das deutlich weiter zu verbreiten!

Was jeder tun kann:

1. Beste Quellen auf Facebook empfehlen

Poste die besten Quellen zu Paris auf facebook.com/energieblogger. Like, was empfehlenswert ist. Daraus wählen wir die besten Inhalte aus und pushen sie mit der geballten Kraft unserer sozialen Medien. Bitte tut das Gleiche! Nur zusammen können wir die notwendigen Informationen bekannt machen.

2. Mitmachen bei der Blogchallenge

Nimm dir eins der oben genannten Themen vor. Du bist Blogger, du weißt, wie du Informationen findest. Bilde dir selbst eine Meinung für die Beantwortung der Fragen. Schreibe den Artikel und poste ebenfalls auf der Facebookseite deinen Artikel mit den Hashtags #COP21Paris #Blogchallenge.

3. Als Journalist mitberichten

Bitte berichten Sie von unserer Aktion, damit unsere Anstrengung im Web im großen Konzert und auf der großen Weltbühne wahrgenommen werden! Wir haben nur eine Erde.

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion verfasst, sondern ist in Kooperation mit dem Zusammenschluss der Energieblogger in der Rubrik Neues vom Kooperationspartner erschienen.

Klimaprotest-Verbot in Paris

Kommentar von Klimaretter.Info  Benjamin von Brackel

Die Großdemonstration während der UN-Klimakonferenzen gehört inzwischen genauso mit zum Inventar wie die Verhandlungsrunden selbst. Die Organisatoren versuchen jedes Mal, die vorherige noch zu toppen. Denn je mehr Menschen kommen, umso wirkungsvoller können die Aktivisten die Verhandler daran erinnern, worum es wirklich geht: Nicht um Hinterzimmerpolitik und die Durchsetzung der jeweiligen Landesinteressen, sondern um die Rettung der Welt – zumindest der Welt, wie wir sie kennen.klimaretter_top

In diesem Jahr war eine Demonstration in Paris geplant, die selbst den bislang größten Klimaprotest – vergangenes Jahr in New York mit 310.000 Teilnehmern – in den Schatten stellen sollte. Weltweit hatten sich immer mehr Aktivisten zusammengeschlossen. Die Euphorie war groß. Am Mittwochabend kam das Aus. Die Pariser Polizei teilte mit: Der Klimamarsch ist abgesagt.

Für all die Aktivisten ist es ein herber Rückschlag. Nach den Anschlägen von Paris hatte vor allem Trauer und Angst geherrscht. Die Klimabewegung war regelrecht gelähmt. „Der Schock innerhalb der Koalition ist groß“, sagt Julian Gretsch, Greenpeace-Koordinator für die Mobilisierung für den Klimagipfel. „Wir müssen uns gut überlegen, welche Formen der Mobilisierung Sinn ergeben und welche nicht.“klimaretter_logo_top

Auch die Aktivisten in Deutschland mussten erst einmal durchatmen. „Es ist kein gutes Gefühl“, sagt René Engel von der Kampagnenorganisation Avaaz. Nach dem jüngsten Treffen sprachen sich die Aktivisten dafür aus, trotz der Anschläge die Klimademonstration in Berlin am 29. November abzuhalten. Sie soll um 12 Uhr am Hauptbahnhof starten. „Die Polizei hat bestätigt, dass die Demonstration stattfinden kann“, sagte Engel. „Sie sieht keine Probleme für die Sicherheit.“

„Den öffentlichen Raum nicht preisgeben“

Nach Tagen der Trauer hatten die französischen Klimaaktivisten sich dafür entschieden, mit ihrer Präsenz auf der Straße ein Zeichen zu setzen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Tagelang stritten sie mit den Pariser Behörden und Außenminister Laurent Fabius und kämpften für den Klimamarsch am 29. November, wo sie die größte Klimademo aller Zeiten auf die Beine stellen wollten. Dann die Absage.

Fundamentales für die Klimabewegung verändert

Die Bewegungsforscherin Heike Walk glaubt, dass die Anschläge auch unabhängig dieser Entscheidung etwas Fundamentales für die Klimabewegung verändert haben. Wenn auch nicht inhaltlich, so doch emotional habe sich ein Ausdrucksmedium der Aktivisten gewandelt: „Der öffentliche Raum ist auf einmal uminterpretiert, umformuliert worden“, sagt die Vize-Geschäftsführerin des Forschungszentrums für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin. Die Bedrohung sei in dieser Direktheit bislang nicht im öffentlichen Bewusstsein vorhanden gewesen. „Bislang wollte man unbedingt den öffentlichen Raum erobern – jetzt ist er zur Angstzone geworden.“

Wie soll die Klimabewegung jetzt auf die Anschläge reagieren?

Forscherin Walk rät: Auf keinen Fall den öffentlichen Raum preisgeben. Das sei selbst nach den Terroranschlägen vom 11. September nicht geschehen. Die Organisatoren für die Proteste rund um den UN-Klimagipfel sahen das ebenso: „Unser Kampf für Klimagerechtigkeit wird nicht aufhören“, hieß es in einer Erklärung der Coalition Climat 21, des Zusammenschlusses der Klimagruppen. „Wir haben eine Pflicht, uns zu erheben und weiter für einen gerechten und lebenswerten Planeten zu kämpfen. Wir werden weiter mobilisieren, um eine Welt aufzubauen, die frei ist von Kriegen, Gräueltaten und den Verwüstungen durch die Klimakrise.“

Nun allerdings erst mal nicht in Paris. „Das ist ein Grund für großes Bedauern, aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren“, sagt Jean François Julliard, Chef von Greenpeace Frankreich. „Wir werden neue, fantasievolle Wege finden, damit unsere Stimmen im UN-Konferenzzentrum gehört werden und darüber hinaus. Wir stehen für eine Vision der Kooperation zwischen den Menschen, welche die Mörder auslöschen wollten. Sie werden damit keinen Erfolg haben.“

Das neue Augenmerk des Klimabündnisses

liegt nun auf den Klimamärschen in anderen Städten. Überall in der Welt sollen Tausende Menschen am 28. und 29. November auf die Straße gehen. Über 2.000 Aktionen sind geplant, darunter 50 große Protestmärsche. „Wir werden zusammenstehen gegen Gewalt und Hass mit Friedlichkeit und Entschlossenheit“, sagt der Frankreich-Kampagnenchef der Klimaorganisation 350.org Nicolas Haeringer. Die Organisationen des Klimamarsches in Paris rufen Aktivisten trotz des Verbots auf, für die letzten Verhandlungstage nach Paris zu kommen, um Druck auf die Verhandler auszuüben.

Ursprünglich waren neben der Großdemonstration zum Anfang des UN-Klimagipfels auch Protestaktionen am letzten Verhandlungswochenende in Paris geplant – und zwar unter dem Motto: „Das Volk hat das letzte Wort“. Für die Proteste in Paris gilt das nach den verheerenden Anschlägen nicht mehr. In diesen Zeiten hat die Polizei das letzte Wort.

Die Klimabewegung hatte sich gerade neu formiert

Für das Klimabündnis ist die Absage der Pariser Proteste bitter. Es war ihnen gelungen, unterschiedlichste Gruppen für Paris zu vereinen. Darunter klassische Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace, 350.org und das Climate Action Network, aber auch indigene und Graswurzel-Gruppen, Entwicklungs- und Hilfsorganisationen. „Darunter sind auch solche, die das Klima nicht immer als ihr Kernthema gesehen haben“, sagt Gretsch. Etwa Action 2015, ein weltweiter Zusammenschluss von mehr als 2.000 Gruppen und Organisationen. Erst dieses Jahr hat sich das Bündnis gegen Armut und Ungleichkeit auch 100 Prozent Erneuerbare als Ziel gesetzt.

2015-05-29_SilentClimateParadeMainz_3Im Jahr 2009, dem Jahr des gescheiterten Klimagipfels von Kopenhagen, hatte Bewegungsforscherin Walk noch einen Beitrag mit dem Titel „Wo bleibt die Klimabewegung?“ verfasst. Inzwischen haben sich Klimagruppen auf der ganzen Welt gegründet. Und zwar solche, die sich nicht der Umweltbewegung subsumieren lassen, sondern bewusst als Klimabewegung firmieren. In Deutschland etwa haben sich die Klimacamps in der Lausitz und im Rheinland formiert, die gegen die Kohleindustrie protestieren. „Wir haben jetzt eine Klimabewegung“, konstatiert Walk.

unterschiedlichste Taktiken

Mit dem Anwachsen der Bewegung steigen naturgemäß auch die Konflikte: Während Avaaz etwa eine Demonstration am Anfang des Klimagipfels präferiert hatte sowie eine positive Kommunikation der Verhandlungen, wollte Climate Justice eine Demonstration am Ende und eine möglichst kritische Begleitung. „In so einer breiten Koalition gibt es eben unterschiedlichste Taktiken“, sagt Gretsch. „Das ist ja eigentlich eine Stärke der Bewegung.“

Was die unterschiedlichen Gruppen vereint, ist das Ziel eines starken Paris-Abkommens und ein Bekenntnis zum Ende des fossilen Zeitalters. „Wir wollen vermeiden, dass wir in eine Art Kopenhagen-Szenario reinrennen und nach Paris einen Kater haben“, sagt Gretsch. „Die Klimabewegung muss das langfristige Ziel einer Energiewende hin zu 100 Prozent Erneuerbaren über 2015 hinaus verstärken und den Kampf gegen die fossilen Industrien aufrechterhalten.“

Lesetipp: „Wir brauchen einen Friedensgipfel“ – ein aktueller Beitrag aus der deutschen Klimabewegung in unserem Blogportal

 

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Kommentar der taz von Bernhard Pötter

Protestiert doppelt so laut

Aktivisten dürfen in Paris nicht gegen den Klimagipfel demonstrieren. Aber Lobbyisten agitieren weiter. Nun müssen Alternativen her.

Das Verbot der großen Demonstrationen auf dem Klimagipfel in Paris trifft die Umweltbewegung hart. Denn eine breite Koalition aus Ökos, Gewerkschaften, Kirchen, Eine-Welt-Gruppen und vielen anderen ist dringend notwendig, die vor den Toren der Verhandlungen friedlich Rabatz macht und echte Fortschritte beim Klimaschutz einfordert.

Dass daraus so nichts wird, ist nicht nur eine Enttäuschung für die Aktiven, sondern auch gefährlich: Der Gegendruck von außen und von unten gegen den bequemen kleinsten Nenner in der Klimapolitik wird nun kaum noch wahrnehmbar sein. Lobbyvertreter, die den Klimazug bremsen wollen, haben dagegen auf der offiziellen Konferenz weiterhin Zugang zu den Delegierten.

Die Absage ist zwar ein hartes Stück Realpolitik, aber dennoch richtig. Wer will in dieser Situation die Verantwortung für zehn- bis hunderttausende Demonstranten übernehmen? Was ist, wenn es zu einer Massenpanik kommt? Weil das traumatisierte Paris derzeit erst einmal Ruhe braucht, wäre eine laute, bunte Demo vielleicht auch das falsche Zeichen. Und wer mit der französischen Polizei in Zeiten des Ausnahmezustands Räuber und Gendarm spielen will, der wird wahrscheinlich sein blau-weiß-rotes Wunder erleben.

Die Umweltbewegung wird kreativ werden müssen: ihre Paris-Kampagne ins Internet verlegen, sich neue Aktionsformen überlegen, testen, wie man demonstriert, ohne zu demonstrieren.

Vor allem aber ist klar: Die großen Demonstrationen in den Heimatstädten der Klimasünder, in Peking, Washington, Berlin, Brasilia, Delhi und überall sind nicht verboten. Hier muss der Druck stärker werden, die Stimmen müssen den Regierenden in den Ohren dröhnen. Denn was in Paris unterschrieben wird, wird nicht in Paris entschieden, sondern in den Hauptstädten der Welt.

Also sollte gelten: Statt gemeinsam an der Seine macht jeder zu Hause das Seine – und dafür doppelt so laut.

der wichtigste Friedensgipfel, den es je gab

Am 30. November beginnt in Paris der Weltklimagipfel, nur zwei Wochen nach den verheerenden Terroranschlägen. Noch ist ungewiss, ob die geplante Großdemonstration vor Konferenzbeginn stattfinden kann.

Ich habe meine Bahnfahrkarten gekauft, das Hotel reserviert und werde die Reise Mainz / Paris antreten. Storniert wird nicht. Es ist mir wichtig zum Klimagipfel in Paris zu sein. Was wir dort alles machen werden, muss erneut gut überlegt, abgestimmt und geplant werden. Es geht um viel. Paris 2015 kann auch wichtigster Friedensgipfel werden, den es je gab.

greenpeace-magazin schreibt dazu:

„Der Klimagipfel ist auch ein Friedensgipfel“, schreiben die Aktivisten von 350.org in einer Botschaft an ihre Unterstdunkelheit_eützer, „vielleicht der wichtigste Friedensgipfel, den es je gab.“ Die Organisatoren des Global Climate March, der am 29. November den Druck auf die Weltgemeinschaft erhöhen soll, ringen wie in diesen Tagen viele andere um die passenden Worte: „Wir brauchen weltweite Solidarität nun mehr denn je, und genau das ist es, wofür diese Bewegung steht“, erklären sie. „Wir können uns kaum eine bessere Antwort auf Gewalt und Terror vorstellen als den Druck dieser Bewegung für Frieden und Hoffnung.“

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte gestern erklärt, dass die Klimakonferenz trotz der Terrorattacken vom Freitag stattfinden wird. Dagegen würden Demonstrationen, Konzerte und Feste, die im Umfeld geplant seien, aus Sicherheitsgründen ausfallen. Frankreich hat aufgrund der Terrorgefahr einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt.

2-format530Allerdings haben die französischen Behörden noch nicht entschieden, ob der geplante Global Climate March stattfinden darf oder nicht. Klimaschützer hoffen bisher, dass zur Großdemonstration vor dem Auftakt der Konferenz allein in Paris 200.000 Menschen kommen, um sich in Festival-Atmosphäre mit zahlreichen Aktionen für ein ehrgeiziges Klimaschutzabkommen stark zu machen.

dunkelheit_d„Derzeit wird in Frankreich noch darüber nachgedacht, ob man eine solche Großveranstaltung sicher durchführen kann“, erklärt Karsten Smid, Klima-Campaigner von Greenpeace Deutschland. Spontane, gewaltfreie Aktionen in Paris müssten immer an die jeweilige Situation angepasst werden. Dagegen seien Informations- und Diskussionsveranstaltungen, die von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen auf dem Konferenzgelände geplant sind, von den Einschränkungen nicht betroffen. „Alles, was in Gebäuden stattfindet, sollte weiterhin möglich sein“, so Smid. Man werde beachten, was die französischen Sicherheitsbehörden und Greenpeace-Kollegen sagen. Internationale Solidarität und gemeinsames Handeln stehe im Vordergrund.

cop21Der „Global Climate March“, zu dem ein breites Bündnis von Organisationen aufruft, ist dezentral ausgelegt. Am Wochenende vor Konferenzbeginn sind nicht nur in Paris, sondern in zahlreichen Städten auf allen fünf Kontinenten Demonstrationen und Aktionen geplant – auch in Berlin. „Das ist der richtige Ort, um Kanzlerin Merkel zu sagen, dass die Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden müssen“, sagt Karsten Smid. Der Protest werde zwar nun unter anderen Vorzeichen stehen und von anderen Debatten begleitet werden, er sei aber weiterhin richtig und notwendig.

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Paris Solidarität

Fassungslos in der Nacht kopiere ich Botschaften, die mich über Twitter erreichen. Ich habe heute gelernt, Klimawandel findet auf vielen Ebenen statt und nicht immer ist der Prozess schleichend.

Dankbar für jeden, der in Sicherheit ist und jeden, der seine Sinne beisammen hält. Es wird sehr nötig sein in nächster Zeit.

Meine in lebende Tochter blieb verschont. Andere Mütter hatten weniger Glück.. Wie viele junge Leute waren wohl an diesem Konzert..Solidarität8

Wir sind 7 Milliarden Menschen, doch die Menschlichkeit fehlt. Warum muss es nur diese Grausamkeit geben?

Mein Herz weint, wenn ich sehe was gerade in meiner Heimat geschieht.

: Beten hilft nicht gegen Fundamentalismus, sondern nur engagiertes Handeln!

Das was in passiert ist, erleben die Menschen aus dem Nahen Osten jeden Tag. An das „Volk“: Denkt mal rational!

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In diesen Zeiten brauchen wir . Europäischer Zusammenhalt ist der einzig gangbare Weg.

Wir trauern um die Opfer von u stehen zusammen gg Rassismus,religiösen Faschismus u Staatsterrorismus.Die Zukunft liegt im Diesseits!Solidarität9

Da hängste zwei Tage und Nächte krank in den Seilen, machst Netz an und kriegst erst mal voll einen in die Fresse.

Diese Menschheit ist so scheisse.. egal ob ode sonst was.. sieist einfach scheisse & wir alle kriegen noch unsere Strafe dafür!

Ich habe Angst auf diesen Welt Kinder zu bringen.. Nur noch Angst! Weil ich es schon befürchte dass wir (Deutschland) bald dran sind

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1 of 15 Wounded people were evacuated from the Bataclan concert hall in Paris on Friday. Credit Yoan Valat/European Pressphoto Agency

Warum gibt es hier keinen „verabscheue-ich-Button“ für die ekelhaften rechten Tweets zu den aktuellen Geschehnissen in ?!

Ich will nicht, dass meine Kinder später etwas über den 3. Weltkrieg lernen müssen.

Mehr denn je müssen wir die Flüchtlinge verstehen. Was heute in geschah, passiert ständig in Syrien & Co! Davor sind sie geflohen

Manche Kommentare sind einfach nur respektlos. So unvernünftig und kalt kann man doch gar nicht sein Soli4

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte. Und diese Geschichte wird von grausamen Killern in Sekunden zerstört.

Trotzdem werdet Ihr uns niemals unsere Freiheit, unseren Mut und unsere Offenheit nehmen können. Trotzdem und gerade deshalb!

tief erschüttert, fassungslos, traurig, unglaublich schrecklich

Die Profiteure des furchtbaren Terroranschlags stehen schon bereit Angriff auf die offene liberale Gesellschaft.

Simone Peter hat ZDF heute retweetet

Keine Worte mehr. Nur noch tiefe Trauer.

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Und jetzt kommen wieder die braunen Socken aus den Löchern gekrochen. Mir tun jetzt schon die vielen friedlichen leid.

Jetzt muss ganz Europa zusammenstehen gegen Terroristen und Hetzer. Und besonnen bleiben. In Gedanken bei den Opfern und Familien..

Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit Menschlichkeit

Und in Callais brennt nun ein Flüchtlingsheim. Die, die am wenigstens dafür können sollen nun büßen. Das ist furchtbar.

Dieser Abend verändert Europa für immer. Und ich habe große Angst, dass es nicht zum Guten sein wird.

Alle Zeichen der Welt reichen nicht um zu beschrieben wie Schrecklich das ist was gerade abgeht.

Trauer, Wut und Hilflosigkeit. Das ist Krieg. Nichts anderes. An jedem Tag, an jedem Ort der Welt möglich.

An manchen Tagen muss man nicht erst einschlafen, um einen Alptraum zu erleben. Wobei an Schlaf gerade sowieso nicht zu denken ist.

So etwas kann Gott nie gewollt haben. Egal wie er auch heißt. Solidarität3

Wir sind tief erschüttert und trauern mit unseren Nachbarn.

Ich realisiere gerade mehr als jemals zuvor: Man ist nirgendwo sicher. Wer weiß, was morgen wo passiert? Solidarität5

Ist das alles schrecklich was in dieser Welt passiert und wie der Hass und die Gewalt immer mehr werden

KEINE Überzeugung auf dieser Welt – weder politisch, noch religiös, noch persönlich – kann das Töten von Menschen rechtfertigen. Soli2

Starre seit einer Stunde auf meinen Bildschirm, aktualisiere Twitter. Meine Gedanken sind überall und nirgends.

Ich finds gut, dass in ARD v „selbsternannten Islamischen Staat“ redet, um ihnen das eigene Narrativ a Sprecher f „Islam“ zu nehmen.

Terrorism will never defeat democracy. Frieden für .Solidarität6

Frankreichs Vorratsdatenspeicherung hat den Menschen in nicht geholfen.

Kein Gott in keiner Religion wird so eine Tat gutheißen oder belohnen. Im Leben nicht und auch nicht danach!

Unfassbare Bilder, schreckliche Taten, die uns sprachlos und traurig machen. Wir sind in Gedanken bei den Menschen in .

Jeder, der jetzt die Flüchtlingsdebatte in Verbindung mit bringt, entmündigt sich selbst und kotzt seine unendliche Dummheit raus!

MP zeigt sich tief bestürzt über die abscheulichen Anschläge in . Ich bin in Gedanken bei den Opfern u ihren Angehörigen.Solidarität7

Sowas passiert in anderen Ländern täglich. Muss man sich einfach nur mal vor Augen halten. Unfassbar. Traurig.

Ich muss dran denken ich sitze hier zu Hause und in diesem Moment kämpfen Menschen um ihr Leben ich bin echt zu tiefste erschüttert

Diese Welt geht unter…Das wir Menschen uns gegenseitig so was antun können…?! Unvorstellbar…

Gedanken die nicht schlafen lassen: Wie lange und gründlich es wohl geplant wurde. Und was alles in diesem Moment noch geplant wird.