Dramatische Dürre: Wie Wassermangel die Wirtschaft in Brasilien und Kalifornien lahm legt

Die Dürre in etlichen Teilen der Welt schadet der Wirtschaft enorm – von der Viehhaltung über die Industrie bis zu den Energieversorgern. Wenn es nicht bald kräftig regnet, könnten die Auswirkungen im nächsten Jahr massiv sein.

Obwohl es zuletzt ein wenig geregnet hat, leidet der brasilianische Bundesstaat Sao Paulo unter der schlimmsten Dürre seit sechs Jahrzehnten. Die Region steht für ein Drittel der Wirtschaftsleistung Brasiliens, weshalb die wiedergewählte Präsidentin Dilma Rousseff das Problem zügig angehen will. „Alles was in Sao Paulo passiert beeinträchtigt das Wirtschaftswachstum Brasiliens“, sagte Leonardo Dutra, Analyst bei Ernst & Young. „Der Mangel an Wasser kann die Erholung der Wirtschaft verzögern.“ Sie steckt bereits in der Rezession, weshalb Wassermangel das Letzte ist, was sie gebrauchen kann. Die Hälfte der brasilianischen Textilproduzenten sind in Sao Paulo. Weil der Wasserbestand im Verhältnis zu dem Abwasser deutlich zurückgegangen ist, ist die Wasserqualität in der Region deutlich schlechter geworden.

Agrarindustrie unter Druck

Weil die Dürre die Zuckerproduktion in Brasilien beeinträchtigt, soll sie in diesem Jahr um 16 Prozent auf 31,6 Mio. Tonnen sinken. In Brasilien wird der Rohstoff aus Zuckerrohr hergestellt. Der Wassermangel hat die Kaffeeproduktion deutlich beeinträchtigt. Die Branche macht sich bereits Sorgen wegen der Qualität der 2015er-Ernte. Brasilien steht für ein Drittel der weltweiten Kaffeeproduktion. Zuletzt hat der Chemiekonzern Solvay einen Teil seiner Produktion in Brasilien heruntergefahren, und sich damit einer Reihe von Unternehmen angeschlossen, die unter dem Wassermangel erheblich leiden. Der Zellstoffproduzent Fibria Celulose arbeitet an Notfallplänen. 38 von 645 brasilianischen Städten haben mit der Rationierung von Wasser begonnen. Der Energiekonzern Tractebel Energia hat gewarnt, dass 2015 deutliche höhere Strompreise drohen, wenn es in den ersten Monaten des Jahres 2015 nicht kräftig regnen sollte. Die größte Volkswirtschaft Südamerikas bezieht rund drei Viertel ihres Stroms aus Wasserkraft. Bei Wassermangel müssen die Versorger verstärkt auf Kohle oder Erdgas setzen. Das treibt den Strompreis nach oben. Eine länger anhaltende Dürre würde die Profitabilität vieler Versorger erheblich beeinträchtigen.

Verheerende Dürre in Kalifornien

Nachdem es das dritte Jahr in Folge im US-Bundesstaat Kalifornien deutlich weniger als üblich geregnet hat, herrschten zuletzt in mehr als 80 Prozent des Staats extreme Dürre. Eine wachsende Zahl an Gemeinden läuft Gefahr, dass bis Ende November die Wasserbestände zur Neige gehen. Die Kalifornier haben verstärkt auf das Grundwasser zurückgegriffen, allerdings dauert es lange bis sich das Grundwasser wieder ansammelt. Eine anhaltende Dürre hätte massive Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion, steht Kalifornien doch für die Hälfte des Exports der gesamten USA an Früchten, ein Drittel des Exports an Gemüse und rund 20 Prozent bei Milch. Besorgniserregend ist zudem, mit welch großem Abstand der Bundesstaat Kalifornien in diesen Bereichen vor dem zweitgrößten Produzenten in den USA liegt. Mancher Experte fragt sich daher: Wer soll den Beitrag Kaliforniens an der Lebensmittelproduktion der USA wettmachen?
von Egmond Haidt 30.10.2014 in finanzen100.de

Schwarzer Schnee

Die jetzt sich verstärkende Verdunkelung des grönländischen Eisschildes kann sich auf die ganze Welt auswirken. Weltweit führenden Experten, die die riesigen Eisflächen beobachten, sind fassungslos“. Im vergangenen Jahr  wurde das Eis  sehr viel dunkler.  Es besteht die Gefahr einer gefährlichen „Rückkopplungsschleife„. Es wird weniger Sonnenlicht reflektiert und die globale Erwärmung verstärkt.  Das kann mehr Waldbrände und noch mehr Ruß bringen.

Da die Arktis wärmer wird, brennen die Wälder im Norden wie nie zuvor in den letzten 10.000 Jahren.  Eine Bestandsaufnahme im August 2014:  Waldbrände und „schwere Dürren“ wechselten sich mit „Monsun“-Regenfällen in den westlichen Staaten der USA ab. Die extremsten Walbrände wüteten in den nördlichsten Gebieten unserer Erde: In Kanada, Sibirien und Schweden.

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Mehr als 3,3 Millionen Hektar sind in diesem Jahr alleine in den kanadischen Northwest Territories verbrannt, fast neun Mal der langfristige Durchschnitt. Ergebnis: verkohlten Flächen,  größer als die US Bundesstaaten Staaten Connecticut und Massachusetts.

Für Kalifornien ist 2014 eines der schlimmsten Waldbrand-Jahre in der jüngeren Vergangenheit. Es ist bereits das dritte Jahr einer der schlimmsten Dürren in dem westlichen Bundesstaat seit Jahrzehnten. Durch starke Winde und extrem trockene Wälder werden die Brände weiter angefacht.

 

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