Europa 2017

Wir haben gelernt, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe nur arme Menschen betrifft. Dass es nur die Dritte Welt betrifft. Wenn du reich bist, oder wenn du in Orten wie den USA und Europa lebst, bist du sicher – oder zumindest sicherer.
Jetzt merken immer mehr Menschen auch in Europa: Das ist falsch.
Robert Scribbler warnt auf seinem Blog immer wieder davor, dass der Klimawandel JEDEN

Spain_Heat2Einzelnen betrifft. Dass niemand wirklich sicher vor seinen direkten oder systemischen Auswirkungen ist.

Frei übersetzt aus dem scribbler blog:

Der Grund dafür ist, dass die sich verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels auf den Meeresspiegelanstieg, das extreme Wetter, die Versauerung der Ozeane letztlich so weitreichend sind, dass man keinen Ort auf der Erde realistischerweise als unbedenklich bezeichnen kann. Und selbst wenn Sie das Sperrfeuer dieser unterschiedlichen Auswirkungen persönlich vermeiden, kann  der Schaden von den steigenden Niveaus der Erwärmung schließlich so gravierend werden, dass ernste Gefahren des Einsturzes verschiedener zivilisatiorischer Erungenschaften bestehen:  Wasser-, Energie-, Transport- und Nahrungsmittelversorgung.

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Hitze in Spanien
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Waldbrände in Portugal

Obgleich die Effekte an der gegenwärtigen Erwärmung von 1.2 C mild sind im Vergleich zu 2 C, 3 C, 5 C oder mehr, schlagen sie schon gewaltig zu. Sie treffen wahllos in weiten Teilen Kanadas, Kaliforniens, New Yorks, New Orleans, Brasiliens, Bangladeschs, Russlands, Puerto Rico, Indiens und Chinas sowie in mehr weit entfernten  Orten, als wir hier aufzählen können. Der systemische Zusammenbruch von Puerto Rico infolge eines durch die globale Erwärmung verstärkten Hurrikans kann als ein relativer Mikrokosmos zu dem gesehen werden, was eine breitere globale Zivilisation erwartet, wenn wir die CO2-Emissionen nicht reduzieren.

Schwere Dürre in Spanien und Portugal

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Trotz des weit verbreiteten Missverständnisses sind die wohlhabenderen Länder der Welt nicht immun gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Wir sehen, dass sich dies nun an zahlreichen Orten auch in Südosteuropa abzeichnet. Nämlich die Iberische Halbinsel, wo die Dürre in Portugal und Spanien gravierende Auswirkungen hat. Bildquelle: Global Drought Monitor.
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… nicht immer ist kühles Wasser da, wie hier in einem spanischen Touristenmagnet.

SpainDrought2In dieser Woche steht nur noch eine weitere Geschichte über katastrophale Auswirkungen des Klimawandels auf der iberischen Halbinsel in Europa im Mittelpunkt. 2017 ist das derzeit dritttrockneste Jahr in Spanien. Nach einem ungewöhnlich trockenen 4-Jahres-Zeitraum beginnt sich die Situation zu verschärfen. Der Douru River, der im Grunde genommen der Mississippi des spanischen Weinbaugebiets ist, ist zu 60 Prozent trocken. Riesige Stauseen wie die Cuerda del Pozo sind leer. Die Wasserkraft wurde um 58 Prozent reduziert. Und Waldbrände und Ernteausfälle haben sich ausgebreitet, mit der schlimmsten Weinlese seit Jahrzehnten, die zu einer weltweiten Verknappung des Weins geführt hat.

In Portugal hat der trockenste Oktober seit 20 Jahren eine Regierungskampagne zum Wassersparen angestoßen. An manchen Orten des Landes muss Wasser per LKW angeliefert werden, da lokale Quellen versagen. Der Premierminister des Landes erklärt, dass ein Wasserwunder nötig sei, um die Dürre zu lindern.

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Waldbrand in Portugal 2017

Diese Auswirkungen folgen auf einen tödlichen Ausbruch von Waldbränden im Oktober, bei dem 44 Menschen ums Leben kamen und 71 verletzt wurden. Einer der schlimmsten in der Region, der den Kontext von Bränden wie dem Fort McMurray Fire in Alberta und den jüngsten Waldbränden in Nordkalifornien, die mehr als 10.000 Gebäude zerstörten, ergänzt.

Regen in der Vorhersage, aber die globale Erwärmung wird der Region verschlimmernde Dürren bringen

Die vom Menschen verursachte globale Erwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer extremen Dürre, indem sie sowohl die Niederschlags- als auch die Verdunstungsrate erhöht. Weil dieser Effekt ungleichmäßig ist, während sich die Welt erwärmt, gibt es immer mehr Extreme.

Für Spanien und Portugal bewegen sich die Klimazonen nach Norden. Dies bedeutet, dass wüstenähnliche Temperaturen und Bedingungen in den gesamten Mittelmeerraum aus der Sahara häufiger eindringen. Eine Realität, der sich die meisten Südeuropäer mit der Zeit stellen müssen, wenn sich die Erde weiter erwärmt.

Mitbringsel aus Paris

Alle Fotos zur freien Verwendung, 12.12.2015 Reinhard Sczech

Motivation und Erleichterung

Ich war drauf und dran zu verzweifeln. Kann die Menschheit denn wirklich so blöd sein? Jetzt bin ich wieder hoch motiviert. Das waren lehrreiche Tage in Paris.

ClimateJustice_2015_12_12_Paris_23Ein Gruß an alle Freunde der Hunsrücker Höhenwind Gesellschafter und Bertram Fleck: In einem Pariser Café habe ich einen tollen holländischen Aktivisten getroffen, der voller Begeisterung die Entwicklung im Hunsrück wahrgenommen hat. Eine Botschaft an alle die jetzt noch gegen die Windenergie kämpfen: Ja, es gibt Beeinträchtigungen, ja das Landschaftsbild ändert sich, ja es gibt Fehlplanungen. Aber ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, mit wie vielen Hoffnungen Menschen aus aller Welt auf Deutschland schauen.

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Der Hunsrück exportiert erneuerbare Energie. Nachhaltig! Bitte macht mit, oder wenn ihr schon nicht mitmachen wollt, macht den Weg frei. Ihr wollt die Heimat erhalten wie sie ist – aber Zerstörungen währen die Folge, die unsichtbar für unsere Kameras und Reporter bei den ärmsten der Armen angefangen haben und auch uns erreichen werden.

Die Prinzen

Saudi-Arabien alimentiert 7000 (geldgierige?) Prinzen. Prinz al-Walid Bin Talil, seine Frau und seine Kinder wohnen in 320 Zimmern in einem sandfarbenen Palast, der mit italienischem Marmor ausgekleidet ist, mitten in Riad.

Kleine Umfrage

Sind Sie im Vergleich zu vor fünf Jahren mehr oder weniger optimistisch, dass es der Menschheit gelingen wird, den gefährlichen Klimawandel zu vermeiden?
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Dazu kommen drei Hallen-Schwimmbäder, Tennisplätze, 250 Fernseher, ein Kinosaal und fünf Küchen, die 2000 Gäste auf einmal beköstigen können. In der Garage des Prinzen stehClimateJustice_2015_12_12_Paris_31en 200 Luxusautos, darunter Rolls-Royce, Ferrari und Lamborghini. Dieser Reichtum wird von Öl gespeist. Könnt ihr euch vorstellen, welcher Kampf es war die Zustimmung der Saudis zu bekommen? Könnt ihr euch vorstellen, wie bitter die neusten Abschätzungen der Klimaforscher sind, um selbst ein Kopfnicken zu bekommen, das Saudi Arabiens Geschäftsmodell völlig in Frage stellt?

 

2050 „klimaneutral“

Die Koalition der „Ambitionierten“ hat sich in Paris durchgesetzt. Beschlossen wurde, dass die Menschheit ab 2050 „klimaneutral“ lebt. Ursprünglich sollte im Vertrag stehen, dass die Menschheit ab 2050 „Treibhausgas-frei“ lebt. Aber das scheiterte an den erdölproduzierenden Ländern. „Treibhausgas-frei“ hätte bedeutet, dass diese Länder bald kein Erdöl mehr fördern dürften. Der jetzige Beschluss besagt, dass die Treibhausgase, die nach 2050 noch entstehen, kompensiert werden müssen – etwa durch Aufforstung oder neue Technologien.

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Climate Justice! Now!ClimateJustice_2015_12_12_Paris_35

„Die Weltgemeinschaft hat verstanden, dass die Gefahren durch den Klimawandel viel größer sind als zuvor angenommen“, sagte Bill Hare, der Chef des Forschungsinstituts Climate Analytics. „Das Paris-Abkommen ist ein historischer Wendepunkt für die ganze Welt.“

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Die roten Linien werden gezogen: Clim Acts aus Australien

Ärmel aufkrempeln

„Wir sind extrem glücklich“, erklärte EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete. Die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard sagte: „Für die Schweiz war es wichtig, dass alle Verantwortung übernehmen und die Zweiteilung aufgehoben wird.“ Aber auch Südafrikas Umweltministerin Edna Molewa sieht einen „Wendepunkt zu einer besseren und sichereren Welt“. ClimateJustice_2015_12_12_Paris_36

Frankreichs Präsident François Hollande sagte sogar: „Wir haben heute die beste und friedlichste Revolution geschafft – eine Revolution für den Klimaschutz“. Und Bubu Pateh Jallow, einer der Chefunterhändler der ärmsten Staaten, sagte: „Der Vertrag ist eine wirklich gute Arbeitsbasis“.

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„Die Unterschrift ist nur der Anfang, jetzt geht es darum, ihn auch umzusetzen.“ Russlands Umweltminister Sergej Donskoj betonte: „Jetzt steht uns die Ratifikation bevor!“ Der hintere Teil der Vereinbarung nämlich, zwölf der 31 Seiten, muss zu nationalem Recht werden. Und das in jedem der 195 Mitgliedsländer, ein Prozess, der im Falle des Kyoto-Vertrages acht Jahre gedauert hat. Aber diesmal soll der Paris-Vertrag bereits ab 2020 gelten – in vier Jahren.

ClimateJustice_2015_12_12_Paris_39Dass dieses Ziel nun benannt wird, bedeutet: Die Weltgemeinschaft hat endlich realisiert, wie ernst die Warnungen sind, die die Klimaforscher aufgestellt haben. So weit, so gut, aber auch so unzulänglich. Denn diese Erkenntnis wird – zumindest noch – nicht ausreichend in konkretes Handeln umgesetzt.

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Fakt ist: Die Treibhausgas-Limits, die die Länder der Erde sich gegeben haben und die die Basis des Paris-Vertrags bilden, bringen die Welt nur auf einen Drei-Grad-Pfad – also auf einen Kurs, bei dem Elemente des Klimasystems destabilisiert würden, darunter der Grönland-Eisschild, die Permafrostböden und die Regenwälder. Höhere Ansprüche trauten sich die Architekten des Paris-Deals nach dem Kopenhagen-Debakel nicht mehr zu stellen.

Gewaltfrei und ohne Presse

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Tolle Tage in Paris, mit Wechselbädern der Gefühle

Tja Leute, wir haben uns das Demonstrationsrecht erkämpft. Entschieden und gewaltfrei. In der deutschen Presse habe ich noch kein Wort darüber gelesen. Über die Demo am Eifelturm wurde bischen berichtet. Aber die vorhergehende und  aus meiner Sicht wichtigere in der Avenue de la Grande Armée vor dem Arc de Triomphe wurde  fast ausschließlich über soziale Medien, wie diesen Blog transportiert.

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Sind wir mal milde, das Demonstrationsverbot hat natürlich dazu geführt, dass auch die Presse nicht über die Details der Planungen informiert war.

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Ein Tourist aus China macht auch spontan mit. „Very big problems in China“
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und Mainz trifft auf Oppenheim (on the left side Esmathe Gandi, Président ATTAC Togo)

 

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und Mainz trifft auf Oppenheim (on the left side Esmathe Gandi, Président ATTAC Togo)
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zum Abschluss wird ergreifend mitreißend gesungen

Quellen

Klimaretter.Info

Skeptical Science

350.org   

Video von der Demo

DemocracyNOW

ARD Tagesschau COP21 live Blog

SonnenSeite

germanwatch