Hansen: Eisschmelze und Superstürme

Eisschmelze, Meeresspiegel Anstieg und Superstürme sind Themen im Video von Dr. James Hansen.

James E. Hansen ist ein US-amerikanischer Klimaforscher. Von 1981 bis 2013 war er Direktor des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA und Professor für Erd- und Umweltwissenschaften an der Columbia University. Bekannt wurde Hansen besonders in den 1980ern als einer der ersten Wissenschaftler, der eindringlich vor den Gefahren der globalen Erwärmung warnte. Er beendete im April 2013 sein Engagement bei der NASA, um sich fortan vorrangig auf politischer und juristischer Ebene für die Verringerung von Treibhausgasemissionen einzusetzen. 2008 veröffentlichte Hansen eine Studie, die besagt, dass der Gehalt von Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre einen Wert von 350 parts per million (ppm) nicht überschreiten dürfe, wenn das 2-Grad-Ziel noch zu erreicht und ein Kippen des globalen Klimasystems mit irreversiblen Folgen verhindert werden soll.  Der derzeitige Wert mit rund 403 ppm liegt bereits deutlich über der von Hansen genannten Grenze.  Wikipedia

 Titelbild: Website James Hansen

Klimawandel macht Golfregion unbewohnbar

Selbst n-tv berichtet über Auswirkungen des Klimawandels:

Der Klimawandel setzt der Region am Persischen Golf massiv zu. Schon jetzt herrschen dort Temperaturen, die für Alte und Kranke eine Gefahr darstellen. Bei ungebremstem Ausstoß von Treibhausgasen wird die Region in absehbarer Zukunft komplett unbewohnbar sein.

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Trockenheit im Mittelmeerraum

Der Klimawandel könnte die Region am Persischen Golf bis Ende des Jahrhunderts weitgehend unbewohnbar machen. US-Forscher berechnen, dass bei ungebremstem Ausstoß von Treibhausgasen die Sommertemperaturen dort regelmäßig auf Werte steigen, die selbst junge und gesunde Menschen nicht mehr ertragen können. Dies gefährde nicht nur die Bewohner von Städten wie etwa Dubai, Abu Dhabi oder Doha, sondern auch Pilger in Mekka, betonen die Forscher im Fachjournal „Nature Climate Change„. Der jüngste Extremsommer in der Region zeige, wie realistisch das Szenario sei, kommentiert ein unabhängiger Schweizer Experte die Studie.

Die Forscher Jeremy Pal von der Loyola Marymount University in Los Angeles und Elfatih Eltahir vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge simulierten die Temperaturentwicklung in der Golf-Region unter zwei Szenarien: bei ungebremstem Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und bei einem Rückgang der Emissionen, der weltweit das 2-Grad-Ziel erreichen könnte. Dabei konzentrierten sie sich auf die sogenannte Feuchtkugeltemperatur (tf) – die Temperatur, auf die sich ein Objekt bei optimaler Feuchtigkeit kühlen lässt, etwa wenn man ein Quecksilberthermometer in ein nasses Handtuch packt. „Ab dem tf-Schwellenwert von 35 Grad Celsius würden wahrscheinlich selbst die gesündesten Menschen nicht mehr als sechs Stunden ertragen und eine Hyperthermie erleiden“, schreiben die Forscher.

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Klimaschutz lohnt sich. Das stellen weltweit viele Projekte unter Beweis. ARTE zeigt im Vorfeld der 21. UN-Klimakonferenz in Paris in einem Schwerpunkt, warum die Energiewende dringend notwendig ist und wie sie nachhaltig gelingen kann.

Gravierende Folgen für Muslime

„Diese extremen Bedingungen haben gravierende Folgen für die Rituale des Hadsch, bei dem muslimische Pilger bei Mekka im Freien vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung beten“, schreiben die Autoren. „Dieses zwangsläufig im Freien abgehaltene Ritual wird wahrscheinlich gefährlich für die Gesundheit, vor allem für die vielen älteren Pilger, wenn der Hadsch in den Sommer fällt.“ Aus diesen Gründen müssten die Länder in Südwest-Asien ein Interesse daran haben, dass die Treibhausgas-Emissionen deutlich sinken, folgern die Forscher.

In einem Kommentar in der gleichen Zeitschrift schreibt Christoph Schär von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), bisherige Hitzewellen würden vor allem älteren und kranken Menschen zusetzen. Die in der aktuellen Studie prognostizierte Hitze könne dagegen für jeden Menschen tödlich sein.

Einen Vorgeschmack darauf biete die jüngste Hitzewelle in der Golf-Region, die in Bezug auf die Feuchtkugeltemperatur zu den schlimmsten zähle, die jemals registriert wurden. Ende Juli überstiegen die Temperaturen demnach eine ganze Woche lang tagsüber 40 Grad Celsius, nachts sanken sie nicht unter 30 Grad Celsius. Am Mittag des 31. Juli war es demnach 46 Grad heiß, bei einer Luftfeuchtigkeit von 49 Prozent. „Diese Bedingungen entsprechen einer Feuchtkugeltemperatur von 34,6 Grad Celsius, nur wenig unter dem kritischen Schwellenwert“, schreibt Schär. „Die neue Studie zeigt damit, dass die Bedrohungen für die menschliche Gesundheit vielleicht viel gravierender sind als bisher gedacht.“

Text übernommen aus n-tv,  Montag, 26. Oktober 2015

Siehe auch Pelzig im ZDF: Massenflucht durch Klimawandel, Krieg & Umweltzerstörung – eine katastrophale Perspektive

350.org Aktionsplan Pariser Klimagipfel

RtP-Timeline-GraphicMehr Infos auf der Website con 350.org

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Meldung des ersten „Power Through Paris workshop“ in Europa: Josefsstr. 12 in Mainz/Germany am 11 Oktober 2015.

Anmeldung in Mainz am 1. November

 

350.org ist eine vom US-amerikanischen Autor und Umweltaktivisten Bill McKibben gegründete internationale Klimaschutz-Organisation. Ziel von 350.org ist der Aufbau einer weltweiten Graswurzelbewegung zum Klimaschutz. Neben der Bewusstseinsbildung hinsichtlich der menschengemachten globalen Erwärmung sowie der Folgen des Klimawandels, geht es der Organisation auch darum, die Argumente von Klimaskeptikern wissenschaftlich zu widerlegen.

350.org entlehnt seinen Namen einer 2008 veröffentlichten Studie des NASA-Klimaforschers James Hansen, die besagt, dass der Gehalt von Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre 350 parts per million (ppm) nicht überschreiten darf, wenn das 2-Grad-Ziel erreicht und ein Kippen des globalen Klimasystems mit irreversiblen Folgen verhindert werden soll.[1][2] Da der derzeitige Wert mit rund 400 ppm bereits deutlich über der von Hansen genannten Grenze liegt, fordert 350.org eine sofortige und drastische Reduktion der CO2-Emissionen[3], den Verbleib von 80 Prozent aller weltweiten fossilen Brennstoff-Reserven im Boden[4] sowie das Binden von bereits in der Atmosphäre befindlichem CO2 mittels Geo-Engineering.

Im September 2014 wurde die Organisation, gemeinsam mit Ihrem Gründer Bill McKibben, mit dem Right Livelihood Award, dem sog. Alternativen Nobelpreis, „für die erfolgreiche Mobilisierung einer wachsenden zivilgesellschaftlichen Bewegung für weitreichende Maßnahmen gegen den Klimawandel in den Vereinigten Staaten und weltweit“ ausgezeichnet.

Quelle: Wikipedia.de

taz: 2-Grad-Ziel adios

Bernhard Pötter, taz Redakteur für Wirtschaft und Umwelt begräbt in der taz Ausgabe vom 9. Mai 2015 das 2-Grad-Ziel. Ich glaube fürchterliche Wahrheit ist: er hat recht.

Seine Argumente:

Die Beschwörungsformel ist immer die gleiche: „Das 2-Grad-Ziel ist eine Herausforderung, aber immer noch machbar!“. Egal ob von der Weltbank, der UNO oder den Thinktanks – noch, so die Zuversicht, lässt sich die Erderwärmung unter der magischen Grenze von 2 Grad Celsius halten und der Klimawandel damit beherrschen.

Falsch, sagen nun immer mehr Experten und Analysten. Für sie ist das 2-Grad-Ziel tot und wird von der Politik nur noch künstlich am Leben erhalten. Längst seien die weltweiten Emissionen zu hoch, soeben erst ist die Konzentration des Klimagases CO2 wieder mal auf einen neuen Rekordwert geklettert.

Damit gerät die Grundlage der UN-Klimaverhandlungen ins Wanken. Und diese Woche setzte Oliver Geden, Klimaexperte bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) noch einen drauf: Die Wissenschaftler riskierten ihren guten Ruf, wenn sie das Spiel weiter mitmachen, schreibt Geden in der Zeitschrift Nature: „Die Klimaberater müssen ihre Integrität bewahren“, fordert er. Statt „falschen Optimismus zu verbreiten, müssen sie ihre intellektuelle Unabhängigkeit und Ergebnisse verteidigen – egal wie politisch unbequem diese sind.“

Für Geden leisten die Wissenschaftler Beihilfe zu einer Politik, die Entscheidungen scheut: „Die Politiker sind erfreut, zu hören, dass selbst nach 20 Jahren steigender Emissionen das 2-Grad-Ziel theoretisch noch in Reichweite liegt. Sie ignorieren einfach das Kleingedruckte der IPCC-Berichte.“ Jedes Jahr würden die Szenarien der Forscher in ihren Annahmen optimistischer, kritisiert der Politologe.

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Radikale Umgestaltung nötig

Seine Kritik teilen weltweit viele renommierte Forscher und in persönlichen Gesprächen auch viele Klimadiplomaten. Für EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete wäre die Klimakonferenz von Paris im Dezember nun schon „kein Fehlschlag“, wenn sie nur einen Fahrplan zu 2 Grad, aber nicht die dafür nötigen Emissionen festschriebe.

Die Zweifel am zentralen Ziel im Klimaschutz kommen zur unpassenden Zeit. Gerade läuft die diplomatische Maschine für Paris warm: Lange Texte werden eingedampft, Verbündete gesucht, das Thema wird auf die Tagesordnung der G 7 gesetzt. Alles mit einem Fokus: 2 Grad. Darauf zielen auch die Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz, die die Staaten derzeit bei den UN abgeben.

Deshalb bemüht sich auch das Klima-Sekretariat der UN, das Feuer auszutreten: „Es gibt keinen Grund, dieses Ziel aufzugeben“, erklärt Sprecher Nick Nuttall. „Die internationalen Bemühungen müssen uns so weit entfernt wie möglich von dieser Grenze halten.“ Die UN-Experten haben gerade einen internen Bericht vorgelegt, der das Dilemma zusammenfasst. „Das 2-Grad-Ziel ist machbar und hat großen zusätzlichen Nutzen“, heißt es da.

Nötig sei dafür allerdings „ab sofort eine radikale Umgestaltung (tiefgehende Abkehr von der fossilen Wirtschaftsweise) und nicht nur leichte Veränderung aktueller Trends.“ Wer an eine solche schnelle radikale Umgestaltung glaubt, glaubt auch an das 2-Grad-Ziel. Wer nicht, der nicht.

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Drastische Sofortmaßnahmen

Es ist eine akademische Debatte mit sehr konkreten Auswirkungen. Denn die „two degrees“ gelten als Meisterwerk der politischen Kommunikation. Es hat eine schwammige Formulierung aus der Klimarahmenkonvention von 1992 („gefährlichen menschengemachten Klimawandel verhindern“) in ein konkretes Ziel umgewandelt. Doch inzwischen wäre es nur noch mit drastischen Sofortmaßnahmen zu erreichen. Das hat 2014 in aller Deutlichkeit der jüngste Bericht des UN-Klimarats IPCC beschrieben.

Das Gremium, in dem Wissenschaftler und Delegationen aller UN-Staaten die Zusammenfassungen abstimmen, macht klar: Die Emissionen, die bisher jährlich um etwa 2 Prozent zunehmen, müssten schnell um bis zu 6 Prozent pro Jahr sinken, was außer in Kriegszeiten noch nie passiert ist. Der Anteil von Wind-, Atom- und Solarenergie weltweit müsste sich bis 2030 verdoppeln bis verdreifachen, riesige Wälder aufgeforstet werden und umstrittene und unerforschte Techniken wie die Speicherung von Kohlendioxid (CCS) ab 2050 in großem Stil eingeführt werden.

Vor allem an der Speicherung mit dem Kürzel BECCS (Bio-Energie mit CCS) und dessen „negativen Emissionen“ entzündet sich die Kritik. Die Idee: Bäume filtern CO2 aus der Luft, das Holz wird in Energie umgewandelt und das CO2 aus ihrer Verbrennung gespeichert – unterm Strich würde damit der Atmosphäre Kohlenstoff entzogen. Ob diese Technik im großen Maßstab machbar und bezahlbar ist, bleibt völlig unklar. Um wirksam zu werden, würden dafür allerdings „500 Millionen Hektar benötigt, 1,5-mal die Fläche Indiens“, schreibt Geden.

Auch andere Wissenschaftler haben darauf hingewiesen, wie zweifelhaft es sei, auf „negative Emissionen zu wetten“, so Sabine Fuss vom Berliner Mercator Institut für Klimawandel. Werden die Flächen nicht für Lebensmittel oder als Lebensraum für Tiere und Pflanzen gebraucht? Gibt es genug Wasser für den Anbau und genug sichere Lagerstätten? Akzeptiert die Bevölkerung die Kosten und die Technik?

Kritik von allen Seiten

Die Wissenschaftler des IPCC wehren sich gegen den Vorwurf, sie lieferten der Politik ein Alibi fürs Nichtstun. „Wer meint, wir würden uns bei der Politik lieb Kind machen, hat die Diskussionen nicht mitbekommen“, meint Ottmar Edenhofer. „Wir haben uns da im Gegenteil extrem unbeliebt gemacht.“ Edenhofer ist Klima-Ökonom, Vizechef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Kovorsitzender der Arbeitsgruppe 3 des IPCC, die zu diesen Fragen arbeitet.

„Wir haben die Bedingungen formuliert, unter denen das 2-Grad-Ziel zu erreichen ist“, sagt Edenhofer. „Dafür müssten die Emissionen drastisch sinken, wir brauchen mittelfristig einen globalen Preis für CO2, negative Emissionen, großflächige Aufforstung und massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Was die Politik davon umsetzt, ist ihre Entscheidung.“

Die Optionen liegen auf dem Tisch und viele der IPCC-Szenarien erreichen unter diesen Umständen das 2-Grad-Ziel. Edenhofer bestreitet, dass die Politik die Wissenschaftler zu positiven Rechnungen gedrängt habe. „Unsere Aufgabe besteht nicht darin, die Untätigkeit der Politik in den Szenarien schon vorwegzunehmen. Damit würden die Szenarien zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Bei allen Gesprächen mit den Regierungen habe ich klargemacht: Wir sind auf einem Pfad weit über 2 Grad, sogar auf dem Weg in eine 4-Grad-Welt.“ Er findet es eine „absurde Debatte“, ob das 2-Grad-Ziel aufzugeben sei. „Was kommt danach, eine Diskussion um das 3-Grad-Ziel?“

Auch vom anderen Ende der Welt kommt Kritik am 2-Grad-Ziel. Es sei „unangemessen“ und die UN sollten es überdenken, erklärte letzte Woche das Climate Vulnerable Forum in Manila. In ihm sind 20 Länder wie Kenia, Vietnam, Barbados oder Bangladesch zusammengeschlossen, die besonders verwundbar gegenüber dem Klimawandel sind. Sie lehnen das Ziel allerdings aus einem anderen Grund ab: Es ist ihnen zu hoch. Der Anstieg um 2 Grad sei „eine ernste Bedrohung für fundamentale Menschenrechte“. Schon 2 Grad, heißt es etwa aus Bangladesch, „verurteilen viele Millionen von armen Menschen in den Entwicklungsländern zum Elend.“

Koh­len­stoff­bud­ge­t

ZUKUNFT Zum Erreichen des 2-Grad-Ziels müssen riesige Energievorkommen in der Erde bleiben. EU, Golfstaaten und Russland Verlierer

VON BERN­HARD PÖT­TER

BER­LIN taz | Bei ei­nem ernst­haf­ten glo­ba­len Kli­ma­schutz wür­den vie­le Län­der und Kon­zer­ne ei­ne Men­ge Geld ver­lie­ren: Wenn die Er­wär­mung der At­mo­sphä­re bis 2100 bei 2 Grad Cel­si­us ge­stoppt wer­den soll, müs­sen ins­ge­samt 88 Pro­zent der welt­wei­ten Re­ser­ven an Koh­le, 52 Pro­zent der Gas­vor­kom­men und 35 Pro­zent der Öl­vor­rä­te im Bo­den blei­ben. Das ist das Er­geb­nis ei­ner Stu­die des bri­ti­schen Uni­ver­si­ty Col­le­ge in Lon­don, die jetzt in der Fach­zeit­schrift Na­tu­re ver­öf­fent­licht wur­de. Die Un­ter­su­chung zeigt auch, wel­che Re­gio­nen am meis­ten be­trof­fen wä­ren: Eu­ro­pa, die USA, Ja­pan und Aus­tra­li­en wür­den auf ih­rer Koh­le sit­zen blei­ben, die Mitt­le­re Os­ten auf sei­nem Gas und Ka­na­da auf sei­nen Teers­än­den. Auch die um­strit­te­ne Öl­su­che in der Ark­tis wä­re ein Ver­lust­ge­schäft.
Neu an der Un­ter­su­chung ist ein ge­nau­er Blick, wel­che Roh­stof­fe „un­brenn­bar“ sind, weil sie das „Koh­len­stoff­bud­ge­t“ der Er­de über­schrei­ten. Be­reits vor ei­ni­gen Jah­ren hat die In­ter­na­tio­na­le En­er­gie­agen­tur (IEA) in Pa­ris er­rech­net, dass et­wa zwei Drit­tel al­ler fos­si­len Brenn­stof­fe nicht ver­heizt wer­den dür­fen, wenn das von al­len Staa­ten ak­zep­tier­te 2-Grad-Ziel er­reicht wer­den soll. In dem ak­tu­el­len Pa­pier er­rech­nen die For­scher, wo Öl, Koh­le und Gas in den nächs­ten Jahr­zehn­ten noch so bil­lig zu för­dern sind, dass die­se Brenn­stof­fe auch un­ter ei­nem stren­gen Kli­mare­gime bis 2050 auf den Markt kä­men. Die kom­ple­xen Mo­del­le zei­gen gra­vie­ren­de Pro­ble­me für die En­er­gie­po­li­tik vie­ler Re­gio­nen: So müss­ten die Öl­staa­ten am Per­si­schen Golf auf die Aus­beu­tung von 38 Pro­zent ih­rer Re­ser­ven ver­zich­ten. In Ka­na­da rech­nen sich die um­strit­te­nen Teer­sand-Pro­jek­te nicht, 75 Pro­zent der Re­ser­ven blie­ben da­mit un­be­rührt. Die USA wie­der­um könn­ten über 90 Pro­zent des hei­mi­schen Öls för­dern, weil die Kos­ten für Pro­duk­ti­on und Ver­trieb ge­ring sind. Und al­lein aus öko­no­mi­schen Grün­den soll­ten „al­le ark­ti­schen Res­sour­cen als un­ver­brenn­bar ein­ge­stuft wer­den“.
Beim Gas könn­ten nach die­sen Mo­del­len die Golf­staa­ten, die Staa­ten der ehe­ma­li­gen So­wjet­uni­on und La­tein­ame­ri­ka rund 60 Pro­zent ih­rer Re­ser­ven nicht an­tas­ten. Vor al­lem aber wür­de ech­ter Kli­ma­schutz ei­nen Ab­schied von der Koh­le be­deu­ten: Die USA und Russ­land könn­ten nur noch 10 Pro­zent ih­rer Re­ser­ven aus­beu­ten, Chi­na und In­di­en nur noch 35 Pro­zent. Selbst die Ein­füh­rung der um­strit­te­nen und nicht er­prob­ten Ab­tren­nung und Spei­che­rung des CO 2 aus der Koh­le (CCS) hät­te dar­auf nur „ei­nen re­la­tiv be­schei­de­nen Ein­flus­s“. Ins­ge­samt sei der „In­stinkt der Po­li­ti­ker, schnell und voll­stän­dig die fos­si­len Brenn­stof­fe ih­rer Län­der aus­zu­beu­ten“, nicht mit dem Kli­ma­schutz zu ver­ein­ba­ren, schrei­ben die Au­to­ren. Auch Geld für neue Gas- und Öl­fel­der sei ver­schwen­det, denn „Ent­de­ckun­gen kön­nen nicht zu mehr Pro­duk­ti­on füh­ren“.
Der Zwei­fel am Sinn von In­ves­ti­tio­nen brei­tet sich in­zwi­schen auch in der Wirt­schaft im­mer wei­ter aus. Erst im De­zem­ber warn­te die In­ves­ti­ti­ons­bank Gold­man Sachs, welt­weit stün­den Öl­pro­jek­te für mehr als ei­ne Bil­li­on Dol­lar auf der Kip­pe, weil der Öl­preis un­ter 60 Dol­lar pro Fass ge­fal­len war. In­zwi­schen liegt er bei un­ter 50 Dol­lar.

Beim Gas könn­ten nach die­sen Mo­del­len die Golf­staa­ten, die Staa­ten der ehe­ma­li­gen So­wjet­uni­on und La­tein­ame­ri­ka rund 60 Pro­zent ih­rer Re­ser­ven nicht an­tas­ten. Vor al­lem aber wür­de ech­ter Kli­ma­schutz ei­nen Ab­schied von der Koh­le be­deu­ten: Die USA und Russ­land könn­ten nur noch 10 Pro­zent ih­rer Re­ser­ven aus­beu­ten, Chi­na und In­di­en nur noch 35 Pro­zent. Selbst die Ein­füh­rung der um­strit­te­nen und nicht er­prob­ten Ab­tren­nung und Spei­che­rung des CO 2 aus der Koh­le (CCS) hät­te dar­auf nur „ei­nen re­la­tiv be­schei­de­nen Ein­flus­s“. Ins­ge­samt sei der „In­stinkt der Po­li­ti­ker, schnell und voll­stän­dig die fos­si­len Brenn­stof­fe ih­rer Län­der aus­zu­beu­ten“, nicht mit dem Kli­ma­schutz zu ver­ein­ba­ren, schrei­ben die Au­to­ren. Auch Geld für neue Gas- und Öl­fel­der sei ver­schwen­det, denn „Ent­de­ckun­gen kön­nen nicht zu mehr Pro­duk­ti­on füh­ren“.