Ende Gelände

Vergangenes Wochenende haben sich in Deutschland mehr als 6.000 Menschen die Hand gereicht, um eine Menschenkette gegen den Kohleabbau zu bilden – nachstehend ein paar Bilder und die Möglichkeit, mehr über die nächste Massenaktion gegen Kohle zu erfahren: Ende Gelände.

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Am Samstag kamen wir aus ganz Deutschland, Belgien, Polen, den Niederlanden und weiteren Ländern zusammen, um auf die Ungerechtigkeit durch den Braunkohletagebau des Rheinlands aufmerksam zu machen. Wir haben uns einer Industrie entgegengestellt, die nicht nur ganze Gemeinden entwurzelt und Luftverschmutzung in gigantischem Ausmaß verursacht, sondern auch den Klimawandel schneller vorantreibt als jeder andere CO2-Verursacher in Europa.

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Das zu erleben war ernüchternd und ermutigend zugleich. Ich habe verlassene Dörfer besucht, die evakuiert wurden, nur um die weitere Ausdehnung des Tagebaus zu ermöglichen, und auf Getreidefeldern gestanden, die es bald schon nicht mehr geben wird.
Doch da war auch dieser kraftvolle,  inspirierende Widerstandsgeist aller Menschen vor Ort, als wir buchstäblich eine Linie in die Erde zogen, um den größten Schaufelradbaggern der Welt die Grenze aufzuzeigen: “Bis hierher und nicht weiter!”
Genau wie ihr und ich, so haben auch all diese Menschen verstanden, dass wir nur dann für ein stabiles Klima und einen echten Übergang zu 100 % erneuerbaren Energien sorgen können, wenn wir die Förderung fossiler Brennstoffe wie Braunkohle endlich und endgültig einstellen.

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Und genau aus diesem Grund ruft jetzt ein Zusammenschluss verschiedener Basisgruppen zu einem kühnen Akt massenhaften zivilen Ungehorsams auf, der eine Menschenkette sogar noch übertreffen wird. Auch diese Aktion wird wieder im Rheinland stattfinden, und zwar vom 14. bis 16. August.
An diesem Wochenende werden dort Gruppen aus ganz Europa eintreffen, um sich Schulter an Schulter den weltweit größten Schaufelradbaggern in den Weg zu stellen.
Ende Gelände wird unüberhörbar dazu auffordern, Europas Kohle angesichts der zunehmenden Bedrohung durch den Klimawandel im Boden zu lassen.
Meldet euch jetzt an, wenn ihr mehr zu dieser Massenaktion gegen den Kohleabbau erfahren wollt!

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So wie wir zu Tausenden am vergangenen Wochenende Fremden die Hand gereicht haben, um gegen Kohle einzutreten, so ist Ende Gelände eure Chance, gegen eines der zerstörerischsten Projekte Europas zu protestieren.
Allen, die sich anmelden, werde ich schon bald nähere Einzelheiten zukommen lassen.
Ich danke euch,
Emma Biermann

https://ende-gelände.org/

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KfW Geld für Klimakiller

Staatsbank steckt Geld in Klimakiller

Die KfW-Gruppe finanziert Umwelt- und Klimaschutz über den Kauf von „Green Bonds“. Aber sie investiert auch kräftig in Kohlekraftwerke.

HAMBURG taz | Die größte Förderbank der Welt hat ein Imageproblem: Auf der Bilanzpressekonferenz der KfW in Frankfurt versuchte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder am Mittwoch den Spagat zwischen „grünen“ Investitionen und der Finanzierung von „schmutzigen“ Kohlekraftwerken.

Noch im zweiten Quartal will Schröders KfW „Green Bonds“ für 1 Milliarde Euro kaufen. Das wird vom Bundesumweltministerium unterstützt. Durch den Kauf der Wertpapiere soll die KfW „geeignete Klima- und Umweltschutzprojekte mitfinanzieren“, erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Es geht um Abfallwirtschaft, umweltverträgliche Transportsysteme und erneuerbare Energien.

„Wir beschäftigen uns seit Langem mit Nachhaltigkeit im Kapitalmarkt“, versicherte eine Sprecherin der KfW-Bankengruppe. Deutschlands drittgrößtes Kreditinstitut finanziert Windmühlen und Solarenergie, fördert die Energieeffizienz von Fabriken und den Bau von Nullenenergiehäusern.

Die Bank, die zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Ländern gehört, ist auch weltweit nachhaltig unterwegs: Sie investiert in einen Windpark in Uruguay, in ein „grünes“ Stromnetz in Südafrika und in die Energiewende in Marokko. Aber: Die deutsche KfW-Bank unterstützt auch Neubauten von klimaschädlichen Kohlekraftwerken im Ausland mit Milliardensummen.

Druck von Sigmar Gabriel

Aktuell ist sie nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen am Neubau von einem Dutzend Kohlekraftwerken, Kohleminen und Kohleinfrastrukturprojekten beteiligt. Zwar hatte im September Umweltministerin Hendricks für die KfW-Entwicklungsbank das Ende der Kohlefinanzierung bei Neubauten verkündet. „Doch das sind bestenfalls marginale Einschränkungen“, kritisierte Kathrin Petz, Energieexpertin der Organisation Urgewald, gegenüber der taz. Der weit größere Teil werde über die Exportfinanzierung der KfW-„Tochter“ IPEX-Bank abgewickelt. Petz: „Auf Druck der Industrie hat sich Wirtschaftsminister Gabriel gegen Umweltministerin Hendricks durchgesetzt.“

Energiekonzerne und Maschinenbauer in Deutschland sind traditionell besonders stark im internationalen Kohlegeschäft aktiv und erwarten dank der KfW-Kredite große Exportaufträge. Es liegen Anträge für KfW-Kohleprojekte aus Australien, Indonesien, Kasachstan, Südkorea, Kroatien, Philippinen, Polen, Südafrika und weiteren Ländern vor. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung Ende März auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.

Die KfW verteidigt ihre Kohlefinanzierung in einem Strategiepapier als „Baustein für wirtschaftliche Entwicklung und damit für Armutsbekämpfung“ in Entwicklungs- und Schwellenländern. Außerdem, so eine KfW-Sprecherin, senke eine modernisierte Kohleinfrastruktur den Ausstoß von CO2-Emissionen erheblich. Für die Finanzierung stelle die KfW „höchste Ansprüche an deren Umwelt- und Sozialverträglichkeit“. Das bezweifeln Kritiker. Petz von Urgewald kritisiert „die sogenannten Umweltkriterien“ als schwammig.

 

Wir zerstören die Grundlagen unserer Existenz schneller als die Natur sie reparieren kann