Kein Geld für dreckige Energie

Reinhard Bütighofer hat gutes Material zu Divestment zusammengestellt: Die Argumente für ein Divestment aus fossilen Brennstoffen haben in den letzten Wochen eine große Anzahl bedeutender Institutionen, Unternehmen und Politiker überzeugt, so ein aktueller Artikel des Guardians. Einflussreiche Persönlichkeiten wie der Chef der Bank of England, Mark Carney, der britische Energie- und Klimaminister Ed Davey, der Weltbankpräsident Jim Yong Kim und kein geringerer als US-Präsident Barack Obama unterstützen mit der öffentlichen Anerkennung der Tatsache, dass nicht alle fossilen Brennstoffe verbrannt werden können, eine der Grundaussagen der Divestmentkampagne.
Sie unterstreichen damit die moralische und finanzielle Rationale der Divestmentidee. Divestment als Aspekt der Zukunftsverantwortung, weil wir nicht alle bekannten fossilen Ressourcen verbrennen können, ohne die Erwärmung der Erde weit über die anvisierten 2°C Grad zu treiben und damit katastrophale Folgen zu verursachen. Finanziell, weil eine baldige und schrittweise Umsteuerung und Transformation unseres Wirtschafts- und Finanzsystems entlang dieser Gedanken nachhaltiger funktionieren kann, als wenn die Notwendigkeit, die Verbrennung von Kohlenstoffträgern zu stoppen,  zu spät erkannt wird und Anlagen in dieser Branche rapide fallen – die CO2 Blase platzt.
Schon unterschiedliche Versicherer und Institutionen haben diese Notwendigkeit erkannt. Der Guardian möchte nun auch zwei der weltweit größten wohltätigen Stiftungen dazu bringen, ihr Anlageverhalten mit ihrer sonstigen Zielsetzung in Einklang zu bringen und ihr Stiftungsvermögen aus klimaschädlichen Anlagen abzuziehen. Daher startet er diese Woche die Petition “keep it in the ground”, um die Bill and Melinda Gates Foundation und den Welcome Trust zum Divestment zu bewegen. Beide Stiftungen investieren Millionenbetrage in Forschung und humanitäre Bereiche, jedoch auch in fossile Energieunternehmen.
Hier geht’s zum Link und zur Petition. 

Mehr deutschsprachige Neuigkeiten zu Divestment und der Carbon Bubble finden sich im Übrigen hier, mehr zu grünen Aktivitäten zum Thema hier, und Einblicke in die Exponiertheit des europäischen Banken-, Renten- und Versicherungssektors gegenüber CO2 intensiven Investitionen hier.

Photo CC by nedu503 (Pixabay)

Divestment

„Divestment ist eine gefährliche Idee – und ihre Zeit ist gekommen.“ Tim DeChristopher

Es gibt nicht vieles im Leben, das beeindruckender wäre, als mitzuerleben, wie sich eine kraftvolle Bewegung aus einer simplen Erkenntnis heraus entwickelt: Es ist an uns, das Zeitalter der fossilen Brennstoffe zu beenden.
Genau das ist es, was ich an diesem Wochenende beobachten durfte – Menschen auf jedem Kontinent dieser Erde, die anlässlich des Global Divestment Day laut und bunt die Initiative ergriffen haben. Es war überwältigend und schön!
Dieses kurze Video zeigt euch, was ich meine:

Es stimmt, die fossile Brennstoffindustrie ist ungeheuer mächtig. Sie steckt aber im Gestern fest. Jedes einzelne Divestment und jede einzelne Stimme, die sich erhebt, um für erneuerbare Energien einzutreten, sägt an ihrem öffentlichen Auftrag und der Legitimation ihrer Geschäftspläne.
Die globale Fossil Free Kampagne, die jetzt schon in über 60 Ländern läuft, zeigt genau die Wirkung, auf die wir gehofft haben.

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Indem wir gemeinsam aktiv werden, stellen wir sicher, dass nicht eine einzige Woche vergeht, ohne dass eine Universität, eine lokale Regierung, eine Glaubensgruppe, ein Ärzteverband oder irgendeine andere bedeutende Institution ihre Gelder aus den Branchen abzieht, die die Klimakrise weiter anheizen. Du hast dazu beigetragen, einflussreiche Öl-, Gas- und Kohlekonzerne in die Defensive zu drängen; selbst Öl-Giganten wie Shell sehen sich inzwischen zu dem Versprechen gezwungen, ihre Geschäftsmodelle dahingehend zu überprüfen, ob sie mit dem globalen Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf einen Wert von weniger als 2°C in Einklang zu bringen sind (kleiner Hinweis: sie sind es nicht), und so fabriziert die fossile Industrie mittlerweile Tag für Tag neue unbeholfene PR-Gegenkampagnen.
Bedenkt nur: Auf globaler Ebene haben sich bereits fast 200 Städte, Universitäten und andere Institutionen die Selbstverpflichtung auferlegt, ein Gesamtvermögen von USD 50 Milliarden aus dem Bereich der fossilen Brennstoffe zu abzuziehen. Und zum Start des Global Divestment Day haben alle führenden Parteien Großbritanniens – des Geburtsortes der kohlebefeuerten industriellen Revolution – das historische Versprechen unterzeichnet, voll und ganz aus der Kohle auszusteigen.
Diese Divestment-Kampagne, die erst 2012 mit einer Handvoll US-Universitäten ihren Anfang nahm, hat sich spätestens an diesem Wochenende als wahrhaft globale Bewegung bewiesen, die jetzt in voller Fahrt ist!
Ein großes DANKE und herzliches WILLKOMMEN allen neuen Mitstreiter*innen, die sich uns an diesem Wochenende angeschlossen haben. Jetzt ist es an uns, weiter mit ganzer Energie daran zu arbeiten, fossile Brennstoffe in die Geschichtsbücher zu verbannen!
Weiter geht’s,
Louise im Namen des gesamten Global Divestment Day Teams

350.org baut eine globale Bewegung von unten auf, um die Klimakrise zu lösen.

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Tropic Ice-Places of climate change in dialog

Die Fotografin und Künstlerin Barbara Dombrowski arbeitet an einem Projekt über den Klimawandel in Grönland und dem Amazonas. 2013 hat sie eine Ausstellungsinstallation vor Ort gemacht und dokumentiert. Das Video und einige Bilder wurden schon beim Peoples Climate March in Berlin gezeigt. Barbara Dombrowski möchte damit auch nach Paris.

Tropic Ice-Places of climate change in dialog from Barbara Dombrowski on Vimeo.

Neuer Videoclip „Klimaschutz braucht DICH!“


Während der persönliche Klimaschutz bereits oft schon zum Alltag gehört, ist es jetzt wichtig, auch die Reichweite des eigenen Engagements zu erhöhen sowie strukturelle und politische Veränderungen in Richtung Klimaschutz zu unterstützen. Am Arbeitsplatz, in der Schule, mit Nachbarn im Stadtteil, auf kommunaler Ebene: vergrößere den Handabdruck deines persönlichen Engagements! Zum Beispiel durch die Teilnahme an einer Klima-Demo für ein weltweit gerechtes Klimaabkommen, das Ende 2015 in Paris verhandelt wird!

Das Kurzvideo von Germanwatch zeigt, dass alle von uns etwas für den Klimaschutz tun können. Und dafür muss man nicht einmal Superheld oder Superheldin sein. Vielmehr sind die alltäglichen Handlungen und das zivilgesellschaftliche und politische Engagement eines und einer jeden Einzelnen entscheidend!

Produziert wurde der Kurzfilm von Reaction Shot Filmproduktion aus Berlin.

zitiert aus:     germanwatch.org