Ökopsychologie: Warum machen wir so wenig, obwohl wir soviel wissen?

Der Öko-Psychologe Per Espen Stoknes im Gespräch mit
Alex Smith von EcoShock Radio. Video: Mashup vom Video “Disruption”: ‘When it comes to climate change, why do we do so little when we know so much?’

Links:

http://www.ecoshock.info/

http://watchdisruption.com/

http://www.reflecta.org/index.php/de/filme

Ende Gelände

Vergangenes Wochenende haben sich in Deutschland mehr als 6.000 Menschen die Hand gereicht, um eine Menschenkette gegen den Kohleabbau zu bilden – nachstehend ein paar Bilder und die Möglichkeit, mehr über die nächste Massenaktion gegen Kohle zu erfahren: Ende Gelände.

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Am Samstag kamen wir aus ganz Deutschland, Belgien, Polen, den Niederlanden und weiteren Ländern zusammen, um auf die Ungerechtigkeit durch den Braunkohletagebau des Rheinlands aufmerksam zu machen. Wir haben uns einer Industrie entgegengestellt, die nicht nur ganze Gemeinden entwurzelt und Luftverschmutzung in gigantischem Ausmaß verursacht, sondern auch den Klimawandel schneller vorantreibt als jeder andere CO2-Verursacher in Europa.

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Das zu erleben war ernüchternd und ermutigend zugleich. Ich habe verlassene Dörfer besucht, die evakuiert wurden, nur um die weitere Ausdehnung des Tagebaus zu ermöglichen, und auf Getreidefeldern gestanden, die es bald schon nicht mehr geben wird.
Doch da war auch dieser kraftvolle,  inspirierende Widerstandsgeist aller Menschen vor Ort, als wir buchstäblich eine Linie in die Erde zogen, um den größten Schaufelradbaggern der Welt die Grenze aufzuzeigen: “Bis hierher und nicht weiter!”
Genau wie ihr und ich, so haben auch all diese Menschen verstanden, dass wir nur dann für ein stabiles Klima und einen echten Übergang zu 100 % erneuerbaren Energien sorgen können, wenn wir die Förderung fossiler Brennstoffe wie Braunkohle endlich und endgültig einstellen.

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Und genau aus diesem Grund ruft jetzt ein Zusammenschluss verschiedener Basisgruppen zu einem kühnen Akt massenhaften zivilen Ungehorsams auf, der eine Menschenkette sogar noch übertreffen wird. Auch diese Aktion wird wieder im Rheinland stattfinden, und zwar vom 14. bis 16. August.
An diesem Wochenende werden dort Gruppen aus ganz Europa eintreffen, um sich Schulter an Schulter den weltweit größten Schaufelradbaggern in den Weg zu stellen.
Ende Gelände wird unüberhörbar dazu auffordern, Europas Kohle angesichts der zunehmenden Bedrohung durch den Klimawandel im Boden zu lassen.
Meldet euch jetzt an, wenn ihr mehr zu dieser Massenaktion gegen den Kohleabbau erfahren wollt!

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So wie wir zu Tausenden am vergangenen Wochenende Fremden die Hand gereicht haben, um gegen Kohle einzutreten, so ist Ende Gelände eure Chance, gegen eines der zerstörerischsten Projekte Europas zu protestieren.
Allen, die sich anmelden, werde ich schon bald nähere Einzelheiten zukommen lassen.
Ich danke euch,
Emma Biermann

https://ende-gelände.org/

350.org baut eine globale Bewegung von unten auf, um die Klimakrise zu lösen. Bleib mit uns in Kontakt via Facebook und unseren Email Updates. Hier kannst du unsere Arbeit unterstützen, indem du bei unseren lokalen Kampagnen direkt mitmachst und/oder unsere Arbeit via Spenden unterstützt.

Was bedeutet 350? Geh zu unserer Webseite um mehr über die wissenschaftlichen Hintergründe, die hinter der 350 Bewegung stehen, zu erfahren.

Divest Fossil Fuels – Studenten gegen Fossile Brennstoffe

Von Florian Müller – Am 17. Apr. 2015 – unter Umwelt      Neopresse

Was in der Politik nur ab und an hitzig debattiert wird, ist in der Gesellschaft vor allem bei jungen Menschen ein sehr ernstgenommenes Thema: der Wandel vom Zeitalter fossiler Energieträger hin zu einem nachhaltigeren Zukunftsmodel. Speziell an Universitäten und Colleges werden die bedrohlichen Zukunftsszenarien eines möglichen Klimawandels ernst genommen und im größeren Rahmen der “Divest Fossil Fuels”-Bewegung behandelt.

Vor allem in den USA und Großbritannien organisieren sich Studenten an mehr und mehr Universitäten, um Pläne für eine baldig realisierte Zukunft frei von fossilen Energien zu schmieden. Viele der Universitäten haben Investments in fossile Energien, so zum Beispiel das King’s College London mit 8 Millionen Pfund. Andere Hochschulen mit Divestment-Bewegungen sind Harvard, UC Berkeley, Brown und die Edinburgh University, aber auch weniger bekannte Lehranstalten.*

Die Lehranstalten sind meist nicht selbstständig bereit, sich um Veränderungen zu bemühen und Beziehungen zu z.B. der Ölindustrie zu beenden. So argumentiert das King’s College, dass es Beziehungen mit Firmen solange aufrecht erhalten wird, solange sie offen mit der Gefahrenthematik umgehen und sich bemühen den Schaden zu verringern.“ Diese Position wird verständlich, da der stellvertretende Schulleiter Chris Mottershead in seiner beruflichen Laufbahn bereits 30 Jahre für British Petroleum (BP) tätig war.

Zur Durchsetzung ihrer Interessen bedienen sich Studenten, Alumni und Mitarbeiter alter Methoden. So wird an der Swarthmore Universität symbolisch eine historische Halle in Form eines Sit-Ins besetzt, um die Administratoren zurück an den Verhandlungstisch zu bewegen.

Einer der größten Erfolge ist sicher der Rückzug von Investments der Standford University aus der Kohleindustrie. Hier handelt es sich laut dem time.com Portal um eine Summe von US $18,7 Milliarden(!). Auch von prominenter Seite bekommt die Bewegung Unterstützung: am King’s College engagiert sich der ehemalige Student, Friedensnobelpreisträger und nun Erzbischof Desmond Tutu für ihre Ziele.

*Eine globale Übersicht zu Divestment-Bewegungen befindet sich auf Gofossilfree.org und Studentsdivest.org.

Quellen:
http://time.com/3419456/fossil-fuel-divestment-climate-change/
http://www.theguardian.com/environment/2015/mar/31/desmond-tutu-intervenes-over-kings-college-londons-refusal-to-divest
http://www.theguardian.com/environment/2015/mar/19/students-occupy-swarthmore-college-in-fossil-fuel-divestment-protest
http://divestharvard.com/

Menschenkette gegen Kohle

Menschenkette gegen Kohle im Braunkohle-Tagebau Garzweiler II

am 25. April 2015, 13:00 Uhr

Mit unserer Menschenkette stärken wir die breite Bürgerbewegung gegen Kohle und unterstützen den lokalen Widerstand. Kommen Sie am 25. April 2015 zur Menschenkette und zur anschließenden Kundgebung mit Konzert und zeigen den Baggern und Klimakillern die rote Linie auf.

Gemeinsam bieten wir der Kohlelobby die Stirn!

Die wichtigsten Infos für den 25.04.2015 finden Sie hier:

ANREISE

PLAN DER KETTE

PROGRAMM

PODIUMSDISKUSSION

ABSCHLUSSKUNDGEBUNG

BITTE BEACHTEN:

Entgegen der vorherigen Ankündigungen gibt es neue Veranstaltungsorte für die Podiumsdiskussion am Freitag
und das Anti-Kohle-Camp der BUNDjugend!

Kein Geld für dreckige Energie

Reinhard Bütighofer hat gutes Material zu Divestment zusammengestellt: Die Argumente für ein Divestment aus fossilen Brennstoffen haben in den letzten Wochen eine große Anzahl bedeutender Institutionen, Unternehmen und Politiker überzeugt, so ein aktueller Artikel des Guardians. Einflussreiche Persönlichkeiten wie der Chef der Bank of England, Mark Carney, der britische Energie- und Klimaminister Ed Davey, der Weltbankpräsident Jim Yong Kim und kein geringerer als US-Präsident Barack Obama unterstützen mit der öffentlichen Anerkennung der Tatsache, dass nicht alle fossilen Brennstoffe verbrannt werden können, eine der Grundaussagen der Divestmentkampagne.
Sie unterstreichen damit die moralische und finanzielle Rationale der Divestmentidee. Divestment als Aspekt der Zukunftsverantwortung, weil wir nicht alle bekannten fossilen Ressourcen verbrennen können, ohne die Erwärmung der Erde weit über die anvisierten 2°C Grad zu treiben und damit katastrophale Folgen zu verursachen. Finanziell, weil eine baldige und schrittweise Umsteuerung und Transformation unseres Wirtschafts- und Finanzsystems entlang dieser Gedanken nachhaltiger funktionieren kann, als wenn die Notwendigkeit, die Verbrennung von Kohlenstoffträgern zu stoppen,  zu spät erkannt wird und Anlagen in dieser Branche rapide fallen – die CO2 Blase platzt.
Schon unterschiedliche Versicherer und Institutionen haben diese Notwendigkeit erkannt. Der Guardian möchte nun auch zwei der weltweit größten wohltätigen Stiftungen dazu bringen, ihr Anlageverhalten mit ihrer sonstigen Zielsetzung in Einklang zu bringen und ihr Stiftungsvermögen aus klimaschädlichen Anlagen abzuziehen. Daher startet er diese Woche die Petition “keep it in the ground”, um die Bill and Melinda Gates Foundation und den Welcome Trust zum Divestment zu bewegen. Beide Stiftungen investieren Millionenbetrage in Forschung und humanitäre Bereiche, jedoch auch in fossile Energieunternehmen.
Hier geht’s zum Link und zur Petition. 

Mehr deutschsprachige Neuigkeiten zu Divestment und der Carbon Bubble finden sich im Übrigen hier, mehr zu grünen Aktivitäten zum Thema hier, und Einblicke in die Exponiertheit des europäischen Banken-, Renten- und Versicherungssektors gegenüber CO2 intensiven Investitionen hier.

Photo CC by nedu503 (Pixabay)

Divestment

„Divestment ist eine gefährliche Idee – und ihre Zeit ist gekommen.“ Tim DeChristopher

Es gibt nicht vieles im Leben, das beeindruckender wäre, als mitzuerleben, wie sich eine kraftvolle Bewegung aus einer simplen Erkenntnis heraus entwickelt: Es ist an uns, das Zeitalter der fossilen Brennstoffe zu beenden.
Genau das ist es, was ich an diesem Wochenende beobachten durfte – Menschen auf jedem Kontinent dieser Erde, die anlässlich des Global Divestment Day laut und bunt die Initiative ergriffen haben. Es war überwältigend und schön!
Dieses kurze Video zeigt euch, was ich meine:

Es stimmt, die fossile Brennstoffindustrie ist ungeheuer mächtig. Sie steckt aber im Gestern fest. Jedes einzelne Divestment und jede einzelne Stimme, die sich erhebt, um für erneuerbare Energien einzutreten, sägt an ihrem öffentlichen Auftrag und der Legitimation ihrer Geschäftspläne.
Die globale Fossil Free Kampagne, die jetzt schon in über 60 Ländern läuft, zeigt genau die Wirkung, auf die wir gehofft haben.

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Indem wir gemeinsam aktiv werden, stellen wir sicher, dass nicht eine einzige Woche vergeht, ohne dass eine Universität, eine lokale Regierung, eine Glaubensgruppe, ein Ärzteverband oder irgendeine andere bedeutende Institution ihre Gelder aus den Branchen abzieht, die die Klimakrise weiter anheizen. Du hast dazu beigetragen, einflussreiche Öl-, Gas- und Kohlekonzerne in die Defensive zu drängen; selbst Öl-Giganten wie Shell sehen sich inzwischen zu dem Versprechen gezwungen, ihre Geschäftsmodelle dahingehend zu überprüfen, ob sie mit dem globalen Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf einen Wert von weniger als 2°C in Einklang zu bringen sind (kleiner Hinweis: sie sind es nicht), und so fabriziert die fossile Industrie mittlerweile Tag für Tag neue unbeholfene PR-Gegenkampagnen.
Bedenkt nur: Auf globaler Ebene haben sich bereits fast 200 Städte, Universitäten und andere Institutionen die Selbstverpflichtung auferlegt, ein Gesamtvermögen von USD 50 Milliarden aus dem Bereich der fossilen Brennstoffe zu abzuziehen. Und zum Start des Global Divestment Day haben alle führenden Parteien Großbritanniens – des Geburtsortes der kohlebefeuerten industriellen Revolution – das historische Versprechen unterzeichnet, voll und ganz aus der Kohle auszusteigen.
Diese Divestment-Kampagne, die erst 2012 mit einer Handvoll US-Universitäten ihren Anfang nahm, hat sich spätestens an diesem Wochenende als wahrhaft globale Bewegung bewiesen, die jetzt in voller Fahrt ist!
Ein großes DANKE und herzliches WILLKOMMEN allen neuen Mitstreiter*innen, die sich uns an diesem Wochenende angeschlossen haben. Jetzt ist es an uns, weiter mit ganzer Energie daran zu arbeiten, fossile Brennstoffe in die Geschichtsbücher zu verbannen!
Weiter geht’s,
Louise im Namen des gesamten Global Divestment Day Teams

350.org baut eine globale Bewegung von unten auf, um die Klimakrise zu lösen.

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Tropic Ice-Places of climate change in dialog

Die Fotografin und Künstlerin Barbara Dombrowski arbeitet an einem Projekt über den Klimawandel in Grönland und dem Amazonas. 2013 hat sie eine Ausstellungsinstallation vor Ort gemacht und dokumentiert. Das Video und einige Bilder wurden schon beim Peoples Climate March in Berlin gezeigt. Barbara Dombrowski möchte damit auch nach Paris.

Tropic Ice-Places of climate change in dialog from Barbara Dombrowski on Vimeo.

Neuer Videoclip “Klimaschutz braucht DICH!”


Während der persönliche Klimaschutz bereits oft schon zum Alltag gehört, ist es jetzt wichtig, auch die Reichweite des eigenen Engagements zu erhöhen sowie strukturelle und politische Veränderungen in Richtung Klimaschutz zu unterstützen. Am Arbeitsplatz, in der Schule, mit Nachbarn im Stadtteil, auf kommunaler Ebene: vergrößere den Handabdruck deines persönlichen Engagements! Zum Beispiel durch die Teilnahme an einer Klima-Demo für ein weltweit gerechtes Klimaabkommen, das Ende 2015 in Paris verhandelt wird!

Das Kurzvideo von Germanwatch zeigt, dass alle von uns etwas für den Klimaschutz tun können. Und dafür muss man nicht einmal Superheld oder Superheldin sein. Vielmehr sind die alltäglichen Handlungen und das zivilgesellschaftliche und politische Engagement eines und einer jeden Einzelnen entscheidend!

Produziert wurde der Kurzfilm von Reaction Shot Filmproduktion aus Berlin.

zitiert aus:     germanwatch.org