Afrikanische Stimmen zum Klimawandel

Letzten Montag ist parallel zum Start der Pariser Klimakonferenz meine Informationsplattform „African Climate Voices – Afrikanische Stimmen zum Klimawandel“ online gegangen, und ich würde mich sehr über Ihr Feedback und eine eventuelle Weiterleitung dieser Informationen an interessierte Kolleginnen und Kollegen freuen.

Herzliche Grüße aus Hannover !

Björn Jürgensen

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„African Climate Voices“ – Afrikanische Stimmen zum Klimawandel – jetzt online

 

Die Informationsstelle Südliches Afrika (issa) begleitet den Weltklimagipfel in Paris (November/Dezember 2015) mit einem Informationsportal zum Klimawandel im südlichen Afrika. Die „African Climate Voices“ richten sich an die in diesem geografischen Gebiet aktiven Eine-Welt-Initiativen, Afrikagruppen, Klima- und Umweltschutzorganisationen und Institutionen. Zudem wollen wir alle am südlichen Afrika und an Klimafragen interessierten Personen erreichen. Ziele der Plattform sind die Intensivierung des (trans-)nationalen Süd-Nord-Austauschs im Kontext des UN-Klimagipfels in Paris im Dezember 2015, die entwicklungspolitisch bedeutende Informationsvermittlung über den Klimawandel und dessen Folgen im südlichen Afrika und die Dokumentation und Verbreitung der Stimmen aus dem südlichen Afrika.

http://africanclimatevoices.com/

March 4Me

Statt großer Märsche, Kundgebungen und „Climate-Games“, müssen die Organisationen nun Improvisationstalent und Kreativität beweisen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen: In den vergangenen Tagen fand eine „Schuh-Demonstration“, Adbusting und mehrere Menschenketten statt. Doch es blieb nicht immer friedlich: Bei Ausschreitungen am Sonntag setzte die Polizei Tränengas und Schlagstöcke ein, 208 Demonstranten wurden nach Angaben des Innenministeriums festgenommen.

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March for me

Angesichts der Auflagen und Schwierigkeiten auf den Straßen von Paris zu demonstrieren, entwickeln sich alternative Protestestformen im Internet. So bietet etwa die Plattform March for me Menschen in Paris die Möglichkeit, Aktivisten auf der ganzen Welt stellvertretend für sich selbst auf die Straße zu schicken. Rund 30.000 Menschen sind dort bereits registriert. Was bisher nur für die Demonstrationen am 28. und 29. November angelegt war, könnte auch beim Global Climate March am 12. Dezember für Klimaschützer in Paris eine Möglichkeit sein, ihren Forderungen Gehör zu verleihen.march4me_3

COP21: Schutzlos

Insel- und Entwicklungsländer kritisieren schärfer denn je: Das Zwei-Grad-Ziel reicht nicht, um ihr Überleben zu sichern

Text: Wolfgang Hassenstein

Man stelle sich vor, Deutschland sei ein Inselstaat in der Nordsee, und Wissenschaftler prognostizierten seinen vollständigen Untergang irgendwann in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Allen sei klar, dass der ungezügelte Ausstoß von Treibhausgasen in riesigen Staaten auf der anderen Seite des Planeten der Grund dafür ist. Auch die Menschen in diesen Ländern wüssten seit Jahrzehnten vom Schicksal der Germanischen Inseln, aber sie seien nicht bereit, ihren Lebensstil zu ändern.

Erst als es ihnen dämmert, dass der Klimawandel auch ihnen selbst ernste Probleme bereiten wird, einigen sie sich mit Ach und Krach auf ein sogenanntes „Zwei-Grad-Ziel“. Eine verzweifelte Kanzlerin erklärt auf großen Konferenzen immer wieder, dass die Deutschen ihr Land verlieren werden, wenn die Erde sich tatsächlich derart stark erwärmt. Ihr wird aber nur entgegnet, ein schärferes Klimaziel sei „unrealistisch“, dafür sei es jetzt leider schon zu spät.

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Die V20-Staaten fordern stellvertretend für viele besonders verwundbare Länder das 1,5-Grad-Ziel Karte: Carsten Raffel

Genau in dieser Situation befinden sich verschiedene kleine Inselstaaten wie Kiribati, Tuvalu, Vanuatu und die Malediven. Und nicht nur für sie ist die Erderwärmung eine existenzielle Bedrohung, sondern auch für große Länder wie Bangladesch mit seinen 160 Millionen Einwohnern. „Wir lehnen es ab, das Opfer der internationalen Gemeinschaft in Paris zu sein“, erklärte Anwar Hossain Manju, der Umweltminister des Landes, zur Eröffnung der Pariser Klimakonferenz. „Wenn unser Überleben hier nicht auf den Tisch kommt, wird damit eine rote Linie überschritten. Alle Parteien haben die Pflicht zu handeln. Es nicht zu tun, ist ein Verbrechen.“ Offensichtlich treten die durch den Klimawandel besonders gefährdeten Staaten auf der COP21 so entschlossen und stark auf wie nie zuvor.

Schon auf den letzten Klimagipfeln hatten etwa die „Allianz der kleinen Inselstaaten“ (AOSIS) sowie die „Gruppe der ärmsten Länder“ (LDC) ehrgeizigere Klimaziele eingefordert. Mehrfach machten ihre Vertreter mit flammenden Reden auf ihre Situation aufmerksam: „Für uns ist das hier nicht einfach ein Treffen. Es geht um Leben oder Tod“, erklärte 2009 Mohammed Nasheed, der damalige Präsident der Malediven, auf der Konferenz in Kopenhagen.

Kurz zuvor hatte er mit seinen Ministern medienwirksam die weltweit erste Kabinettssitzung auf dem Meeresboden abgehalten. „Bei einem Temperaturanstieg von mehr als 1,5 Grad wird mein Land untergehen, die Korallenriffe werden sich auflösen und unsere Ozeane versauern“, warnte Nasheed. „Das gesamte Klima des Planeten wird aus den Fugen geraten.“ Die Konferenz scheiterte trotzdem.

Und vor zwei Jahren erklärte bei der COP19 in Polen Yeb Saño, der Delegierte der Philippinen, mit tränenerstickter Stimme: „Die Klima-Krise ist ein Wahnsinn.“ Damals verwüstete pünktlich zum Konferenzauftakt der Monster-Taifun Haiyan mit nie dagewesener Wucht seine Heimat und riss tausende seiner Landsleute in den Tod. Saños emotionaler Ausbruch machte im Konferenzzentrum für einige Minuten die Klimarealität regelrecht spürbar: „Lasst uns diesen Wahnsinn stoppen“, rief er, „hier in Warschau“.

Diese „neue Klimarealität“ nehmen nun, auf der COP21, gleich mehrere Staatengruppen zum Anlass, das in Kopenhagen offiziell beschlossene Zwei-Grad-Ziel wieder in Frage zu stellen: Die Obergrenze der Erwärmung müsse auf 1,5 Grad Celsius abgesenkt werden, um das Überleben dieser Staaten zu ermöglichen.
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In einer zum Konferenzbeginn vorgestellten „Manila-Paris-Erklärung“ äußern sich die Staats- und Regierungschefs der Vulnerable Twenty Group (V20) „tief besorgt über die neue Klimarealität“. Neue Forschungsergebnisse hätten gezeigt, dass das derzeit geltende Zwei-Grad-Ziel „unangemessen“ sei.

Zur V20-Gruppe haben sich Länder aus Südasien, Afrika und Mittelamerika zusammengeschlossen, mehrere Inselstaaten im Pazifik und der Karibik sowie die Mongolei und Nepal. Sie sind von der ganzen Bandbreite der Klimafolgen betroffen: steigende Meeresspiegel und sterbende Riffe, Lawinen, Erdrutsche und Überschwemmungen, tropische Wirbelstürme, Dürren und Hitze. Die Forderung: 100 Prozent Erneuerbare bis 2050, eine „Dekarbonisierung“ der Weltwirtschaft nicht bis zum Ende, sondern schon bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Dabei betonen sie auch die Chancen der globalen Energiewende: „Es ist ein Mythos, dass Einschnitte bei den Emissionen das wirtschaftliche Wachstum gefährden“, erklärte der Außenminister von Costa Rica mit Verweis auf entsprechende Erfolge im eigenen Land.

Überdies forderten im März in der „Kairo-Erklärung“ auch alle 54 Staaten Afrikas die Absenkung des globalen Klimaziels auf 1,5 Grad, und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, in dessen Land das fruchtbare Nildelta vom Untergang bedroht ist, trug die Forderung nach Paris. Unterstützung erhielten sie übrigens von UN-Experten, die vor der Pariser Konferenz erklärten, das 1,5-Ziel sei nicht nur empfehlenswert, sondern noch machbar. Nötig sei der politische Wille.

Dass sich die Weltgemeinschaft in Paris tatsächlich auf das ehrgeizigere Temperaturziel einigt, welches die Risiken des Klimawandels erheblich mindern würde, gilt als sehr unwahrscheinlich. Die verwundbaren Staaten werden deshalb in den kommenden Jahrzehnten versuchen müssen, sich an den Klimawandel „anzupassen“ – mit finanzieller Unterstützung der Industriestaaten.

Das Thema Geld wird deshalb in Paris eine entscheidende Rolle spielen. Zugleich steigt die Gewissheit, dass den Bewohnern niedrig liegender Inseln schließlich nichts anderes übrig bleibt als der Umzug.

Quelle Greenpeace Magazin

COP 21 Paris: Blogger dieser Welt, vereinigt euch!

Die Energieblogger starten die wichtigste Bloggeraktion der Geschichte.

Die Klimakonferenz in Paris steht im Schatten schrecklicher Terroranschläge. Versammlungen und Protestmärsche sind verboten. Deshalb rufen die Energieblogger alle Medien und vor allem andere Blogger dazu auf, die Proteste gegen einen wirkungslosen Minimalkonsens ins Netz zu verlagern. Trotz oder gerade wegen solcher Anschläge muss der Klimawandel gestoppt werden.

Wir brauchen mehr als einen Minimalkonsens, um künftige Ursachen für Konflikte, Flucht, Naturkatastrophen und Wirtschaftskrisen abzuwehren. Deswegen müssen die besten Stimmen für ein wirkungsvolles Abkommen von der Straße in das Web und in weitere Medien verlagert werden.

Wir fordern ein wirksames Abkommen ein und wollen aufklären, damit PR-Täuschungen von wirksamen Ergebnissen unterschieden werden können. Deswegen unser Aufruf an alle Blogger: Die Welt braucht euch!

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Liebe Blogger, Aktivisten, Bürger und Journalisten – wir Energieblogger wollen, dass die Klimakonferenz nicht im Schatten der Terroranschläge untergeht und die Lobbyisten so ein leichtes Spiel haben, nötige Maßnahmen zu verhindern. Die Welt muss von der Klimakonferenz sprechen, nicht von den Anschlägen. Auch die entsandten Diplomaten brauchen Rückendeckung aus der Bevölkerung.

Macht mit bei der COP 21 Blogchallenge! Wir suchen die besten Artikel zur Klimakonferenz. Diese können bereits geschrieben sein oder auch erst geschrieben werden. Nicht nur Klimamedien sollen berichten, sondern alle Blogs! Es soll ein Bewusstsein dafür entstehen, warum die Konferenz uns alle angeht. Wir möchten vor allem branchenfremde Blogger und Bloggerinnen dazu aufrufen, nach Paris zu schauen und sich folgende Fragen zu stellen:

• Worüber wird in Paris eigentlich verhandelt?
• Welche Ergebnis-Optionen gibt es?
• Was wäre ein „gutes“ Ergebnis, was ein schlechtes?
• Anhand welcher Kriterien können die Ergebnisse der Konferenz bewertet werden?

Wir Blogger werden selbst Artikel schreiben, aber auch viele andere Artikel an die Hand geben, mit denen jeder die Ergebnisse bewerten kann. Wir werden gute, bestehende Kampagnen kuratieren, verstärken und verbreiten. Bitte helft, das deutlich weiter zu verbreiten!

Was jeder tun kann:

1. Beste Quellen auf Facebook empfehlen

Poste die besten Quellen zu Paris auf facebook.com/energieblogger. Like, was empfehlenswert ist. Daraus wählen wir die besten Inhalte aus und pushen sie mit der geballten Kraft unserer sozialen Medien. Bitte tut das Gleiche! Nur zusammen können wir die notwendigen Informationen bekannt machen.

2. Mitmachen bei der Blogchallenge

Nimm dir eins der oben genannten Themen vor. Du bist Blogger, du weißt, wie du Informationen findest. Bilde dir selbst eine Meinung für die Beantwortung der Fragen. Schreibe den Artikel und poste ebenfalls auf der Facebookseite deinen Artikel mit den Hashtags #COP21Paris #Blogchallenge.

3. Als Journalist mitberichten

Bitte berichten Sie von unserer Aktion, damit unsere Anstrengung im Web im großen Konzert und auf der großen Weltbühne wahrgenommen werden! Wir haben nur eine Erde.

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion verfasst, sondern ist in Kooperation mit dem Zusammenschluss der Energieblogger in der Rubrik Neues vom Kooperationspartner erschienen.

Sensation: Allianz steigt aus Kohle aus

 

Klemens Kindermann kommentiert im Deutschlandfunk den sensationellen Ausstieg der Allianz aus der Kohle

Kein Vertrauen mehr in die Kohle

Eine Versicherung versucht immer, zukünftige Entwicklungen und mögliche Risiken zu erkennen. Wenn der Allianz-Konzern nun seinen Ausstieg aus Kohle-Investments ankündige, dann sei das ein Richtungswechsel mit weltweiter Signalwirkung, kommentiert Klemens Kindermann im DLF. Die Botschaft sei: Klimaschädliche Investments rechnen sich nicht mehr.

unvorstellbare 1 750 Milliarden Euro Investitionsgelder werden verwaltet

Diese Ankündigung der Allianz ist wichtiger als viele politische Erklärungen zur Pariser Klimakonferenz nächste Woche: Der weltgrößte Versicherer steigt aus der Kohle aus. Das ist ein Richtungswechsel, dessen Bedeutung überhaupt nicht hoch genug anzusetzen ist. Denn es geht nicht nur um die rund vier Milliarden Euro, die aus dem Investment in Kohlebergwerke und –kraftwerke abgezogen werden. Es geht um ein Signal: Einer der wichtigsten Geldgeber der Welt hat das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Kohle verloren. Das wird Schule machen. Denn was die Allianz tut, wird auf den internationalen Kapitalmärkten mit Argusaugen verfolgt: Immerhin verwalten die zur Allianz gehörende US-Fondsgesellschaft Pimco und Allianz Global Investors die unvorstellbare Summe von 1 750 Milliarden Euro. Wohin die Allianz marschiert, marschieren auch andere.

Die Abkehr von der Kohle wird weitreichende und sehr unmittelbare Folgen für die Energieunternehmen haben, die ohnehin schon mit der Erosion ihres Geschäftsmodells durch die Energiewende kämpfen. Soeben hat der Chef des Stromriesen RWE, Peter Terium, erklärt, er brauche Geld. Aber zur Zeit kriege er das nicht. Nach dieser Ankündigung der Allianz wird er es erst recht nicht bekommen. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Investoren um den stark vom Braunkohle-Geschäft abhängigen Konzern nun gerade einen Bogen machen. Das könnte RWE in wirklich ernste Schwierigkeiten bringen – mit weitreichenden Folgen für Regionen und Arbeitsplätze.

Noch bedeutsamer ist der Schritt der Allianz aber, weil er eine globale Bedeutung entfalten wird. Als international agierender Konzern wird die Allianz die Haltung vieler Kapitalgeber rund um die Erde prägen. Wenn der Konzern meint, klimaschädliche Investments rechneten sich in Zukunft nicht mehr, dann werden weltweit Geldgeber für die Kohleproduktion ihr Engagement überdenken. Ohne Kredite aber ist die Kohleförderung und -verstromung weder in China noch in Indien oder Australien mittel- und langfristig möglich. Dass gerade ein Versicherer diese Wende vollzieht, dessen Geschäft es ist, zukünftige Entwicklungen vorwegzunehmen und vorzurechnen, ist dabei von besonderer Bedeutung. Der Kohleausstieg der Allianz ist das bislang wichtigste Ergebnis der Klimakonferenz in Paris, noch bevor sie begonnen hat.

Historische Symbole

Politischer Wandel wird durch historische Symbole gefördert. Siehe Willy Brandt, Kniefall 1970 in Wahrschau.  Ost / West Annäherung.  Historische Symbole für den Klimaschutz?Wahrschau_Tag3

Attac Deutschland zu Diskussion um Aktionen beim Weltklimagipfel:

Attac Deutschland schließt sich der Kritik von Attac Frankreich an den massiven Einschränkungen der Versammlungsfreiheit in Paris an und fordert, Proteste und Demonstrationen zu den UN-Klimaverhandlungen (COP21) Ende des Monats zu ermöglichen.

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Der Klimamarsch in Berlin findet am 29.11.2015 statt. Los geht es um 12 Uhr am Hauptbahnhof (Washingtonplatz), anschließend ziehen die Teilnehmer zum Brandenburger Tor, wo eine Abschlusskundgebung mit Rednern und Musik stattfindet. (Grafik: globalclimatemarch.de)

„Wir teilen die Sorge um die Sicherheit aller Beteiligten. Gleichzeitig kann nicht akzeptiert werden, dass grundlegende demokratische Rechte so massiv eingeschränkt werden“, sagte Dorothee Häußermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Der Klimagipfel darf nicht ohne die Beteiligung von sozialen Bewegungen und der Zivilgesellschaft stattfinden. Ihre legitimen Kundgebungen zu verbieten, ist eine falsche Reaktion auf die Anschläge. Damit werden genau jene demokratischen Rechte preisgegeben, die wir verteidigen müssen.“

Nach den Terroranschlägen in Paris hat die französische Regierung einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt, in Folge dessen alle öffentlichen Kundgebungen verboten werden können. Davon sind die geplanten Proteste zu den UN-Klimaverhandlungen betroffen wie die Demonstrationen am 29. November und 12. Dezember.

Der Alternativgipfel „People’s Climate Summit“ am 5. und 6. Dezember sowie das Vernetzungsforum „Climate Action Zone“ vom 7. bis 11. Dezember werden in legalem Rahmen und unter Mitwirkung von Attac-Aktiven aus verschiedenen Ländern stattfinden. Auch darüber hinaus sucht die Coalition Climat 21, die organisationsübergreifende Vorbereitungsgruppe der Gipfelproteste, nach Wegen, dem Protest in Paris einen der Situation angemessen Ausdruck zu verleihen. Auch in anderen europäischen Städten, bei Tagebauen und Kohlekraftwerken werden Menschen parallel zur UN-Klimakonferenz mit dezentralen Aktionen gegen Umweltzerstörung und für Klimagerechtigkeit demonstrieren – mit mehr als 2000 angemeldeten Aktionen weltweit.

Dorothee Häußermann: „Unsere Antwort auf die Verbrechen darf nicht Angst sein. Wir müssen entschlossener denn je für Gerechtigkeit und Solidarität einstehen und entschlossener denn je gegen Ausbeutung, Krieg und Klimachaos kämpfen.“

 

Klimaprotest-Verbot in Paris

Kommentar von Klimaretter.Info  Benjamin von Brackel

Die Großdemonstration während der UN-Klimakonferenzen gehört inzwischen genauso mit zum Inventar wie die Verhandlungsrunden selbst. Die Organisatoren versuchen jedes Mal, die vorherige noch zu toppen. Denn je mehr Menschen kommen, umso wirkungsvoller können die Aktivisten die Verhandler daran erinnern, worum es wirklich geht: Nicht um Hinterzimmerpolitik und die Durchsetzung der jeweiligen Landesinteressen, sondern um die Rettung der Welt – zumindest der Welt, wie wir sie kennen.klimaretter_top

In diesem Jahr war eine Demonstration in Paris geplant, die selbst den bislang größten Klimaprotest – vergangenes Jahr in New York mit 310.000 Teilnehmern – in den Schatten stellen sollte. Weltweit hatten sich immer mehr Aktivisten zusammengeschlossen. Die Euphorie war groß. Am Mittwochabend kam das Aus. Die Pariser Polizei teilte mit: Der Klimamarsch ist abgesagt.

Für all die Aktivisten ist es ein herber Rückschlag. Nach den Anschlägen von Paris hatte vor allem Trauer und Angst geherrscht. Die Klimabewegung war regelrecht gelähmt. „Der Schock innerhalb der Koalition ist groß“, sagt Julian Gretsch, Greenpeace-Koordinator für die Mobilisierung für den Klimagipfel. „Wir müssen uns gut überlegen, welche Formen der Mobilisierung Sinn ergeben und welche nicht.“klimaretter_logo_top

Auch die Aktivisten in Deutschland mussten erst einmal durchatmen. „Es ist kein gutes Gefühl“, sagt René Engel von der Kampagnenorganisation Avaaz. Nach dem jüngsten Treffen sprachen sich die Aktivisten dafür aus, trotz der Anschläge die Klimademonstration in Berlin am 29. November abzuhalten. Sie soll um 12 Uhr am Hauptbahnhof starten. „Die Polizei hat bestätigt, dass die Demonstration stattfinden kann“, sagte Engel. „Sie sieht keine Probleme für die Sicherheit.“

„Den öffentlichen Raum nicht preisgeben“

Nach Tagen der Trauer hatten die französischen Klimaaktivisten sich dafür entschieden, mit ihrer Präsenz auf der Straße ein Zeichen zu setzen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Tagelang stritten sie mit den Pariser Behörden und Außenminister Laurent Fabius und kämpften für den Klimamarsch am 29. November, wo sie die größte Klimademo aller Zeiten auf die Beine stellen wollten. Dann die Absage.

Fundamentales für die Klimabewegung verändert

Die Bewegungsforscherin Heike Walk glaubt, dass die Anschläge auch unabhängig dieser Entscheidung etwas Fundamentales für die Klimabewegung verändert haben. Wenn auch nicht inhaltlich, so doch emotional habe sich ein Ausdrucksmedium der Aktivisten gewandelt: „Der öffentliche Raum ist auf einmal uminterpretiert, umformuliert worden“, sagt die Vize-Geschäftsführerin des Forschungszentrums für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin. Die Bedrohung sei in dieser Direktheit bislang nicht im öffentlichen Bewusstsein vorhanden gewesen. „Bislang wollte man unbedingt den öffentlichen Raum erobern – jetzt ist er zur Angstzone geworden.“

Wie soll die Klimabewegung jetzt auf die Anschläge reagieren?

Forscherin Walk rät: Auf keinen Fall den öffentlichen Raum preisgeben. Das sei selbst nach den Terroranschlägen vom 11. September nicht geschehen. Die Organisatoren für die Proteste rund um den UN-Klimagipfel sahen das ebenso: „Unser Kampf für Klimagerechtigkeit wird nicht aufhören“, hieß es in einer Erklärung der Coalition Climat 21, des Zusammenschlusses der Klimagruppen. „Wir haben eine Pflicht, uns zu erheben und weiter für einen gerechten und lebenswerten Planeten zu kämpfen. Wir werden weiter mobilisieren, um eine Welt aufzubauen, die frei ist von Kriegen, Gräueltaten und den Verwüstungen durch die Klimakrise.“

Nun allerdings erst mal nicht in Paris. „Das ist ein Grund für großes Bedauern, aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren“, sagt Jean François Julliard, Chef von Greenpeace Frankreich. „Wir werden neue, fantasievolle Wege finden, damit unsere Stimmen im UN-Konferenzzentrum gehört werden und darüber hinaus. Wir stehen für eine Vision der Kooperation zwischen den Menschen, welche die Mörder auslöschen wollten. Sie werden damit keinen Erfolg haben.“

Das neue Augenmerk des Klimabündnisses

liegt nun auf den Klimamärschen in anderen Städten. Überall in der Welt sollen Tausende Menschen am 28. und 29. November auf die Straße gehen. Über 2.000 Aktionen sind geplant, darunter 50 große Protestmärsche. „Wir werden zusammenstehen gegen Gewalt und Hass mit Friedlichkeit und Entschlossenheit“, sagt der Frankreich-Kampagnenchef der Klimaorganisation 350.org Nicolas Haeringer. Die Organisationen des Klimamarsches in Paris rufen Aktivisten trotz des Verbots auf, für die letzten Verhandlungstage nach Paris zu kommen, um Druck auf die Verhandler auszuüben.

Ursprünglich waren neben der Großdemonstration zum Anfang des UN-Klimagipfels auch Protestaktionen am letzten Verhandlungswochenende in Paris geplant – und zwar unter dem Motto: „Das Volk hat das letzte Wort“. Für die Proteste in Paris gilt das nach den verheerenden Anschlägen nicht mehr. In diesen Zeiten hat die Polizei das letzte Wort.

Die Klimabewegung hatte sich gerade neu formiert

Für das Klimabündnis ist die Absage der Pariser Proteste bitter. Es war ihnen gelungen, unterschiedlichste Gruppen für Paris zu vereinen. Darunter klassische Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace, 350.org und das Climate Action Network, aber auch indigene und Graswurzel-Gruppen, Entwicklungs- und Hilfsorganisationen. „Darunter sind auch solche, die das Klima nicht immer als ihr Kernthema gesehen haben“, sagt Gretsch. Etwa Action 2015, ein weltweiter Zusammenschluss von mehr als 2.000 Gruppen und Organisationen. Erst dieses Jahr hat sich das Bündnis gegen Armut und Ungleichkeit auch 100 Prozent Erneuerbare als Ziel gesetzt.

2015-05-29_SilentClimateParadeMainz_3Im Jahr 2009, dem Jahr des gescheiterten Klimagipfels von Kopenhagen, hatte Bewegungsforscherin Walk noch einen Beitrag mit dem Titel „Wo bleibt die Klimabewegung?“ verfasst. Inzwischen haben sich Klimagruppen auf der ganzen Welt gegründet. Und zwar solche, die sich nicht der Umweltbewegung subsumieren lassen, sondern bewusst als Klimabewegung firmieren. In Deutschland etwa haben sich die Klimacamps in der Lausitz und im Rheinland formiert, die gegen die Kohleindustrie protestieren. „Wir haben jetzt eine Klimabewegung“, konstatiert Walk.

unterschiedlichste Taktiken

Mit dem Anwachsen der Bewegung steigen naturgemäß auch die Konflikte: Während Avaaz etwa eine Demonstration am Anfang des Klimagipfels präferiert hatte sowie eine positive Kommunikation der Verhandlungen, wollte Climate Justice eine Demonstration am Ende und eine möglichst kritische Begleitung. „In so einer breiten Koalition gibt es eben unterschiedlichste Taktiken“, sagt Gretsch. „Das ist ja eigentlich eine Stärke der Bewegung.“

Was die unterschiedlichen Gruppen vereint, ist das Ziel eines starken Paris-Abkommens und ein Bekenntnis zum Ende des fossilen Zeitalters. „Wir wollen vermeiden, dass wir in eine Art Kopenhagen-Szenario reinrennen und nach Paris einen Kater haben“, sagt Gretsch. „Die Klimabewegung muss das langfristige Ziel einer Energiewende hin zu 100 Prozent Erneuerbaren über 2015 hinaus verstärken und den Kampf gegen die fossilen Industrien aufrechterhalten.“

Lesetipp: „Wir brauchen einen Friedensgipfel“ – ein aktueller Beitrag aus der deutschen Klimabewegung in unserem Blogportal

 

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Kommentar der taz von Bernhard Pötter

Protestiert doppelt so laut

Aktivisten dürfen in Paris nicht gegen den Klimagipfel demonstrieren. Aber Lobbyisten agitieren weiter. Nun müssen Alternativen her.

Das Verbot der großen Demonstrationen auf dem Klimagipfel in Paris trifft die Umweltbewegung hart. Denn eine breite Koalition aus Ökos, Gewerkschaften, Kirchen, Eine-Welt-Gruppen und vielen anderen ist dringend notwendig, die vor den Toren der Verhandlungen friedlich Rabatz macht und echte Fortschritte beim Klimaschutz einfordert.

Dass daraus so nichts wird, ist nicht nur eine Enttäuschung für die Aktiven, sondern auch gefährlich: Der Gegendruck von außen und von unten gegen den bequemen kleinsten Nenner in der Klimapolitik wird nun kaum noch wahrnehmbar sein. Lobbyvertreter, die den Klimazug bremsen wollen, haben dagegen auf der offiziellen Konferenz weiterhin Zugang zu den Delegierten.

Die Absage ist zwar ein hartes Stück Realpolitik, aber dennoch richtig. Wer will in dieser Situation die Verantwortung für zehn- bis hunderttausende Demonstranten übernehmen? Was ist, wenn es zu einer Massenpanik kommt? Weil das traumatisierte Paris derzeit erst einmal Ruhe braucht, wäre eine laute, bunte Demo vielleicht auch das falsche Zeichen. Und wer mit der französischen Polizei in Zeiten des Ausnahmezustands Räuber und Gendarm spielen will, der wird wahrscheinlich sein blau-weiß-rotes Wunder erleben.

Die Umweltbewegung wird kreativ werden müssen: ihre Paris-Kampagne ins Internet verlegen, sich neue Aktionsformen überlegen, testen, wie man demonstriert, ohne zu demonstrieren.

Vor allem aber ist klar: Die großen Demonstrationen in den Heimatstädten der Klimasünder, in Peking, Washington, Berlin, Brasilia, Delhi und überall sind nicht verboten. Hier muss der Druck stärker werden, die Stimmen müssen den Regierenden in den Ohren dröhnen. Denn was in Paris unterschrieben wird, wird nicht in Paris entschieden, sondern in den Hauptstädten der Welt.

Also sollte gelten: Statt gemeinsam an der Seine macht jeder zu Hause das Seine – und dafür doppelt so laut.

der wichtigste Friedensgipfel, den es je gab

Am 30. November beginnt in Paris der Weltklimagipfel, nur zwei Wochen nach den verheerenden Terroranschlägen. Noch ist ungewiss, ob die geplante Großdemonstration vor Konferenzbeginn stattfinden kann.

Ich habe meine Bahnfahrkarten gekauft, das Hotel reserviert und werde die Reise Mainz / Paris antreten. Storniert wird nicht. Es ist mir wichtig zum Klimagipfel in Paris zu sein. Was wir dort alles machen werden, muss erneut gut überlegt, abgestimmt und geplant werden. Es geht um viel. Paris 2015 kann auch wichtigster Friedensgipfel werden, den es je gab.

greenpeace-magazin schreibt dazu:

„Der Klimagipfel ist auch ein Friedensgipfel“, schreiben die Aktivisten von 350.org in einer Botschaft an ihre Unterstdunkelheit_eützer, „vielleicht der wichtigste Friedensgipfel, den es je gab.“ Die Organisatoren des Global Climate March, der am 29. November den Druck auf die Weltgemeinschaft erhöhen soll, ringen wie in diesen Tagen viele andere um die passenden Worte: „Wir brauchen weltweite Solidarität nun mehr denn je, und genau das ist es, wofür diese Bewegung steht“, erklären sie. „Wir können uns kaum eine bessere Antwort auf Gewalt und Terror vorstellen als den Druck dieser Bewegung für Frieden und Hoffnung.“

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte gestern erklärt, dass die Klimakonferenz trotz der Terrorattacken vom Freitag stattfinden wird. Dagegen würden Demonstrationen, Konzerte und Feste, die im Umfeld geplant seien, aus Sicherheitsgründen ausfallen. Frankreich hat aufgrund der Terrorgefahr einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt.

2-format530Allerdings haben die französischen Behörden noch nicht entschieden, ob der geplante Global Climate March stattfinden darf oder nicht. Klimaschützer hoffen bisher, dass zur Großdemonstration vor dem Auftakt der Konferenz allein in Paris 200.000 Menschen kommen, um sich in Festival-Atmosphäre mit zahlreichen Aktionen für ein ehrgeiziges Klimaschutzabkommen stark zu machen.

dunkelheit_d„Derzeit wird in Frankreich noch darüber nachgedacht, ob man eine solche Großveranstaltung sicher durchführen kann“, erklärt Karsten Smid, Klima-Campaigner von Greenpeace Deutschland. Spontane, gewaltfreie Aktionen in Paris müssten immer an die jeweilige Situation angepasst werden. Dagegen seien Informations- und Diskussionsveranstaltungen, die von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen auf dem Konferenzgelände geplant sind, von den Einschränkungen nicht betroffen. „Alles, was in Gebäuden stattfindet, sollte weiterhin möglich sein“, so Smid. Man werde beachten, was die französischen Sicherheitsbehörden und Greenpeace-Kollegen sagen. Internationale Solidarität und gemeinsames Handeln stehe im Vordergrund.

cop21Der „Global Climate March“, zu dem ein breites Bündnis von Organisationen aufruft, ist dezentral ausgelegt. Am Wochenende vor Konferenzbeginn sind nicht nur in Paris, sondern in zahlreichen Städten auf allen fünf Kontinenten Demonstrationen und Aktionen geplant – auch in Berlin. „Das ist der richtige Ort, um Kanzlerin Merkel zu sagen, dass die Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden müssen“, sagt Karsten Smid. Der Protest werde zwar nun unter anderen Vorzeichen stehen und von anderen Debatten begleitet werden, er sei aber weiterhin richtig und notwendig.

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Dem Terror nicht nachgeben

COP21 / Weltklimakonferenz: Verschiebung der Pariser Klimakonferenz „kommt nicht In Frage“

Eine Verschiebung der Pariser Klimakonferenz, die vom 30.November bis 11. Dezember stattfinden soll, „kommt nicht in Frage.“ zitiert die französische Tageszeitung LeFigaro eine diplomatische Quelle. Die Sicherheitsvorkehrungen und das Sicherheitsniveau würden aber verschärft. Zum Konferenzbeginn am 30. November werden 118 Staats- und Regierungschefs in Le Bourget bei Paris erwartet.
Die Organisatoren erwarten ausserdem 20.000 bis 40.000 Menschen, die anlässlich der Klimakonferenz nach Paris kommen. Auf der Konferenz soll eine weltweite Vereinbarung über die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen erreicht werden.

, I'll be there! Tomorrow at  we'll talk  &  from Paris. Tune in! 

Frankreich aus Anlass der bevorstehenden Weltklimakonferenz bereits vor einigen Tagen für die Dauer von einem Monat die Grenzkontrollen an den französischen Landesgrenzen wieder eingeführt. Die Möglichkeit, bei Vorlage bestimmter Gründe, befristete Grenzkontrollen einzuführen, steht den EU-Mitgliedsstaaten gemäß EU-Recht zu.cop_2_

Paris Talks Will Not Be Cancelled, Obama Will Attend

„Wir werden ein Krisentreffen mit einem Team am Samstagmorgen abhalten“, sagte der Generalsekretär der COP 21, Pierre-Henri Guignard gegenüber der Zeitun Le Monde. „Allerdings ist es die Regierung, die darüber zu entscheiden hat, was jetzt getan werden muss.“    www.klimaretter.info/

Die Chefin des UN-Klimasekretariats Christiana Figueres zeigte ihre Solidarität mit den Franzosen und schrieb nur: „In deep pain.“

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„Wir brauchen weniger Zerstörung der Regenwälder & mehr erneuerbare Energie“

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Signet des Weltklimagipfels Cop21

FAZ 14.11.2015, von Joachim Müller-Jung

Weklimagipfel in Paris Non, non, non, non, non!

Frankreichs Außenminister gibt denen recht, die aus dem Klimagipfel in zwei Wochen einen Weltfriedensgipfel machen wollen. Die ersten Absagen sind trotzdem schon angekündigt.

Non, non, non, non, non! Laurent Fabius, der französische Außenminister hat in „France Diplomatie“ heute nachmittag keinen Zweifel in einem in Wien geführten Interview gelassen: „Der Gipfel wird stattfinden. Das ist eine absolut notwendige Aktion.“ Zweifel daran lasse erst gar nicht aufkommen. Wenn es nach dem Willen der Twittergemeinde geht, wird aus dem Weltklimagipfel ein „Weltklima-Friedensgipfel“.  Vom 30. November an werden auf dem Messegelände im Norden der französischen Hauptstadt mehrere zehntausend Konferenzteilnehmer und Beobachter aus aller Welt erwartet. Schon seit Wochen ist Paris für die zwei Wochen des Klimagipfels praktisch ausgebucht.

Das Treffen von über 150 Staatschefs und Ministern gilt als eine der wichtigsten Umweltkonferenzen der vergangenen Jahre. Nach Jahren stockender und extrem schwieriger Verhandlungen über ein neues Klimabakommen, das 2020 in Kraft treten und dafür sorgen soll, dass die Erderwärmung auf zwei Grad eingedämmt wird, sind die Erwartungen für Paris so groß wie nie seit dem Erdgipfel von Rio in den neunziger Jahren.

Schon die Eröffnungsreden gelten als entscheidend für den Verlauf. Außenminister Laurent Fabius hat sich schon auf der Vorkonferenz in Paris vor wenigen Tagen, der „PreCop21“, diplomatisch weit hinaus gelegt. Ein rechtsverbindlicher Klimavertrag müsse als Ergebnis schon herausspringen, gab er dem amerikanischen Außenminister John Kerry zur Antwort, der sich angesichts der Obama’schen progressiven Klimapolitik in einem Interview überraschend zurückhaltend über das mögliche Verhandlungsergebnis von Paris äußerte.

Die Terrorattacken werden sich so oder so deutlich auf den Weltklimagipfel auswirken. Nicht nur der strengen Sicherheitsbestimmungen auf dem Kongressgelände und der Grenzkontrollen wegen. Beim Gastgeber besteht durchaus die Sorge, dass wichtige Staatschefs absagen werden. Irans Präsident Rohani war einer der ersten, der sein Kommen schon kurz nach den Attacken absagte. Fabius machte im Interview allerdings deutlich, dass man  bei dem bevorstehenden G20-Gipfel in der Türkei bei den Staatschefs insbesondere der Industriestaaten und Geberländer mit Nachdruck für eine Teilnahme werben werde.

Quelle: FAZ.net

 

 

 

Zwei Schritte vor… Premiere für Divestment in Deutschland

Es ist viel passiert in Sachen Kohle letzte Woche in Deutschland.

Zunächst, ein Meilenstein, es ist geschafft: Fossil Free Münster hat den ersten Divestment-Erfolg Deutschlands gelandet!

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Jubel in Münster (Foto: 350.org)

Die Stadt Münster hat sich verpflichtet ihr Geld ab dem 01. April 2016 nur noch nachhaltig anzulegen. Wie klimaretter.info und die taz berichten sind gemäß der Vorlage, der SPD, Grüne und Linke im Stadtrat zustimmten, kommen Unternehmen, die „Atomenergie erzeugen oder auf nicht nachhaltige und klimaschädliche Energien setzen“ somit nicht mehr als Investitionen in Betracht.

Wir gratulieren erstmal von ganzem Herzen und hoffen, dass dies die Initialzündung war, auf die Divest Aachen, Fossil Free Berlin und viele, viele andere nun alsbald mit ebenso guten Nachrichten folgen. Für letztere wird es schon morgen ganz konkret den nächsten Schritt geben, wenn die Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin“ ihren Abschlussbericht am 11.11.2015 vorstellt.

Wenn ihr selbst dabei seid eine Divestment-Kampagne zu starten, schaut doch mal auf dem blog von Fossil Free Münster vorbei, da erklären sie wie sie es geschafft haben. Ansonsten unterschreibt die Petitionen der noch laufenden Aktionen.

Auch sehr interessant und auf der Such nach Unterstützern: Die Do-the-pledge-for-Paris Kampagne von Urgewald deckt leere Worte auf und fordern die Allianz und die Deutsche Bank zum Divestment auf.