Ansehen! Sir David Attenborough: Schönheit und Zerstörung

Wir fordern: Eine deutsche Synchronisation des neuen BBC Films von Sir David Attenborough muss in ARD und ZDF ausgestrahlt werden – zur Hauptsendezeit.

Die Dokumentation gibt einen dringenden Einblick in die Wissenschaft vom Klimawandel und die möglichen Lösungen für diese globale Bedrohung. Sie kombiniert Aufnahmen, die die bereits verheerenden Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Planeten aufzeigen, mit Interviews mit einigen der weltweit führenden Klimawissenschaftlern.

Nach einem der heißesten Jahre der Geschichte erklären Klimatologen und Meteorologen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschheit und die Natur. Wissenschaftler, darunter Dr. James Hansen, Dr. Michael Mann und Professorin Catherine Mitchell, werden die Wissenschaft hinter den extremen Wetterbedingungen der letzten Jahre forensisch auspacken und darlegen.

Der Dokumentarfilm befasst sich auch mit möglichen Lösungen, untersucht Innovationen, Technologien und Maßnahmen, die die Regierungen und Industrien der Welt ergreifen, um eine weitere Erwärmung zu verhindern – und zeigt Personen, die an der Basis Veränderungen herbeiführen.

Klimawandel: The Facts ist Teil des kontinuierlichen Engagements der BBC für Programme, die sich mit der Umwelt und den Herausforderungen für die Natur befassen, unter dem Motto Our Planet Matters.

Dazu noch ein Tipp von Norbert:

Konstanz & Großbritanien: Klima-Notstand

Als erster Ort in Deutschland hat Konstanz den Klima-Notstand ausgerufen. Wie zuvor schon Basel, Vancouver und London hat sich die Stadtverwaltung damit zum Ziel gemacht, Klimaschutz schneller umzusetzen.

Der Gemeinderat von Konstanz hat eine entsprechende Resolution einstimmig angenommen, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Unter anderem wird jetzt geprüft, ob die Stadt klimaneutraler bauen kann und mehr Geld in die Gebäudesanierung steckt. Die Idee dazu kam von der Ortsgruppe der Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“.

Ende Februar hätten Vertreter der Gruppe mit Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) gesprochen. Der habe daraufhin die Verwaltung beauftragt, eine Beschlussvorlage zu erarbeiten, heißt es von der Kommune. „Um zu gewährleisten, dass die Verabschiedung der Resolution kein reiner Symbolakt bleibt, muss analysiert werden, wer welche Beiträge
erbringen kann und muss“, teilte die Stadt weiter mit.

Die folgende Meldung kommt von Daniela Becker, piquer

Die Abgeordneten des britischen Parlamentes haben einen Antrag angenommen, mit dem sie als erstes Land der Welt offiziell den “Umwelt- und Klimanotstand“ erklären. “Endlich!”, möchte ich persönlich hinzufügen. Denn die Klimatabellen, der Rückgang der Biodiversität, das Artensterben sprechen seit Jahren eine klare und eindeutige Sprache.

Stimmungsbild DER SPIEGEL 3.5.2019 um 9:46Uhr

Dass die Krise nun endlich auch in der Öffentlichkeit angekommen ist, ist allen voran den Streikenden im Rahmen der #FridaysforFuture-Proteste und der Aktionsgruppe Extinction Rebellion zu verdanken. Durch ihre anhaltenden zivilen Ungehorsam haben sie erheblichen Handlungsdruck erzeugt.

Zumindest in Großbritannien. Denn ganz offensichtlich ist das Ausmaß der Krise in der wir uns befinden in Deutschland immer noch nicht angekommen. Wenn ein anderes europäisches Land den “Notstand” ausruft, könnte man ja schon meinen, dass die ein oder andere Tageszeitung das auf die Startseite oder die Seite 1 hebt, oder nicht?

Natürlich kann das Ausrufen des Notstands nur ein allererster Schritt sein. Die Anerkennung der Dringlichkeit ist wichtig, aber nur ein symbolischer Akt. Der Beschluss wurde zwar ohne Gegenstimmen angenommen, ist aber nicht bindend für die britische Regierung. Nun müssen verpflichtende Vorgaben und ein gesetzlicher Rahmen für die rasche Minderung des CO2-Ausstoßes und den Erhalt lebenswichtiger Ökosysteme geschaffen werden.

Beispielsweise durch die Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden Klimaschutzgesetzes, wie die deutsche FridaysforFuture-Bewegung es in einer Petition an den deutschen Bundestag fordert. Die Petition droht allerdings bislang am erforderlichen Quorum zu scheitern.

Ich war Unterzeichner Nummer 38.020 am 2. Mai 2019

 

ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit 2019

Richtig spannende Menschen und Gruppen in der Nominierungsliste von ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit 2019.

Gewinner ist der Physiker und Klimaforscher Stefan Rahmstorf, er vermittelt sowohl der breiten Öffentlichkeit als auch politischen Entscheidungsträgern in Büchern, auf Blogs (»Realclimate.org« und »KlimaLounge«) und über Social Media wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel. Er leitet am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung die Abteilung Erdsystemanalyse mit den Schwerpunkten Ozeanografie und Paläoklimatologie. Darüber hinaus teilt Rahmstorf sein Wissen mit einem breiten Publikum, klärt auf und nimmt sich sogar die Zeit, sich sachlich mit abseitigen Thesen von Gegnern der Klimawissenschaft auseinanderzusetzen.

Lesenswert, der neue Beitrag von Stefan Rahmstorf: Wie viel CO2 kann deutschland noch ausstossen?

Kurzfassung: Deutsches CO2 Budget berechnet von Stefan Rahmstorf.

Annahmen:

  • Globale Erwärmung mit 67 Prozent Wahrscheinlichkeit auf 1,75 Grad begrenzen
  • Anfang 2018 noch 800 Gigatonnen global
  • Aufteilung nach unserem Anteil an der Weltbevölkerung 1,1% nach Abschluss des Pariser Abkommens als Zeitpunkt, verteilt also ab Anfang 2016
  • 9,7 Gigatonnen Restbudget
  • 2016 bis Anfang 2019 davon schon 2,4 Gigatonnen verbraucht
  • Bleiben uns also 7,3 Gigatonnen ab Anfang 2019

Tolle Diskussion in Transparenz TV

Was hat Klimawandel mit Rüstungsausgaben zu tun? Werden wir von Russland bedroht?

Quelle: Statista

Ranking der 15 Länder mit den weltweit höchsten Militärausgaben im Jahr 2017 (in Milliarden US-Dollar)

Mehr Infos in dieser spannenden Diskussion:

 

Frieden braucht Bewegung, Plakate im Hunsrück gegen Atomraketen 1986 (Foto Werner Wanger)

#FridayForFuture in Mainz und überall

Schüler*innen, Azubis, Studierende und junge Menschen aus Mainz gingen am 18. Januar 2019, ein Freitag, auf die Straße um gegen die Klimapolitik zu streiken. Nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin und Aktivistin Greta wollen sie auch hier in Deutschland eine starke SchülerInnenbewegung für den konsequenten Klimaschutz und somit direkt im Interesse unser aller Zukunft aufbauen.

Bericht im SWR Mainz.

Nick Reimer schreibt dazu in klimafakten.de unter der Überschrift

“Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?”

Seit einigen Monaten gehen weltweit Jugendliche freitags nicht in die Schule, sondern auf die Straße und fordern mehr Klimaschutz – so auch heute in Berlin und anderen deutschen Städten. Formiert sich da eine neue Bewegung? Und warum sorgt die Aktionsform “Klimastreik” für Aufsehen?

Vorneweg fährt in Mainz das UrStromMobil: e-CarSharing in Bürgerhand

Sie wollen es am heutigen Freitag wieder tun: Etliche Schülerinnen und Schüler werden um 12 Uhr mittags nicht die Schulbank drücken, sondern vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mehr Klimaschutz fordern und dann demonstrierend zum Bundeskanzleramt ziehen. #FridayForFuture lautet das Motto, und den Kern ihrer Aktion bringen sie in wenigen Worten auf den Punkt: “Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?”

Es ist nicht der erste Schülerprotesttag gegen die Klimaerhitzung, vor einer Woche sollen es rund 25.000 junge Menschen gewesen sein, die landesweit die Schulen bestreikten. In Niedersachsen und Bremen zählte die Polizei 3.500 Streikende, auch in Freiburg waren es nach Polizeiangaben 3.500. Würzburg, Augsburg, Hamburg meldeten je 1.000 Protestierende, in München zogen 750 Schüler zum Geschwister-Scholl-Platz, in Berlin 500 vor das Reichstagsgebäude, in Jena 130 zum Holzmarkt. Mehr als 50 deutsche Städte meldeten Schülerstreiks.

Diesmal haben die Protestler Busse nach Berlin gechartert, aus Köln zum Beispiel, aus Offenbach, dem Saarland, aus Marburg. “Wir kommunizieren über eine Art Schneeballsystem, meist über WhatsApp”, erklärt die Geographiestudentin Luisa Neubauer, 22, die die heutige Demonstration vor dem Bundeswirtschaftsministerium angemeldet hat. Drinnen wird währenddessen die Kommission zum Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung tagen. “Wir erinnern die Mitglieder an ihre Verantwortung für unser aller Zukunft”, sagt Tariel Leiss, 18, von der Freiburger Waldorfschule St. Georgen. Oder um es mit einem Demo-Slogan auszudrücken: “Wir streiken, bis ihr handelt!”

Die Klimastreiks starteten mit der 15-jährigen Schwedin Greta Thunberg

Weniger Asphalt mehr Wald

Begonnen haben die Klimastreiks vor knapp einem halben Jahr, am 20. August 2018. Es war der erste Schultag des neuen Schuljahres in Schweden, und Greta Thunberg, 15, ging nicht zur Schule. Sie malte auf ein Schild “Skolstrejk för klimatet” und stellte sich vor den schwedischen Reichstag: “Schulstreik für das Klima”. Dort blieb sie bis zum 9. September, dem Tag der schwedischen Parlamentswahlen.

Es war der heißeste Sommer, den Schweden seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen erlebte. Greta blieb nicht lang allein. Aber weil Schule ja doch irgendwie wichtig ist, ging Thunberg nach den Wahlen wieder zur Schule – verabredete sich mit den anderen Klimademonstranten für die kommenden Freitage. “Fridays for Future” war geboren.

Der Schwedische Protest sprach sich – unter anderem – per Instagram, Twitter und Co. schnell herum: Im November traten in Australien Schülerinnen und Schüler in den Ausstand. Matt Canavan, Australiens Minister für Ressourcen, riet den Jugendlichen, lieber in die Schule zu gehen als herauszufinden, wie man von der Sozialhilfe leben kann: “Man lernt nichts vom Demonstrieren!” Er erntete einen Shitstorm. Am folgenden Freitag streikten doppelt so viele Schüler. Weltweit breitete sich die Aktionsform aus – nach Irland, Uganda, die Schweiz, Ende November Dezember dann auch nach Deutschland. Und als Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel in Katowice zu den Delegierten sprach, berichteten Medien rund um den Globus. “Euch gehen die Entschuldigungen aus, und uns die Zeit.”

“In Deutschland ist der Klimastreik vor allem ein Protest gegen die Kohle”

Inzwischen hat die Liste der Regionalgruppen auf der deutschen Kampagnenwebsite mehr als hundert Einträge. Wächst da eine neue Bewegung heran? “An sich ist das Format des Bildungsstreiks nicht neu”, sagt Jana Bosse vom Arbeitskreis Umwelt und Protest des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin. Die Forscherin erinnert etwa an das Jahr 2009, als im Juni und November Schüler und Studenten zu Hunderttausenden auf die Straße gingen und Reformen am Bildungssystem forderten. Größeres Aufsehen erregten auch Schülerstreiks gegen den Irakkrieg 2003.

Wie es in Deutschland mit dem Klimastreik weitergeht, hängt nach Bosses Einschätzung stark vom Ergebnis der Kohlekommission ab: “Gelingt es ihr, einen die Gesellschaft befriedenden Kompromiss zu finden, verliert der Protest vermutlich an Kraft.” Weltweit kann sie sich durch die internationale Vernetzung einiges an Dynamik vorstellen – aber, so Bosse, “in Deutschland ist der Klimaprotest der Schüler in erster Linie ein Protest gegen die Kohle.”

Ihren Kollegen Dieter Rucht wundert es nicht, dass der Schülerstreik größeres Aufsehen erregt als andere Klima-Kampagnen – der Schlüssel sei das Alter der Protestierenden. “Ich glaube, wenn Greta Thunberg 30 Jahre alt wäre, wäre sie unbekannt”, sagte er der Süddeutschen Zeitung. “Ein sehr junger Mensch, dem man die Politikfähigkeit noch abspricht, äußert sich politisch, das findet Anklang.” Andere Jugendliche klinkten sich ein, aber bald auch Medien und Öffentlichkeit.

Der Streik verletzt die Schulpflicht – und sorgt auch deshalb für Aufsehen

Eine Rolle dürfte auch spielen, dass Schulstreiken eine Regelverletzung darstellt – Demonstrationen am Nachmittag oder an Wochenende würden sicherlich weniger interessieren. Freitags um zwölf vor dem Wirtschaftsministerium zu stehen ist ein Verstoß gegen die Schulpflicht, bereits der Aufruf zum unentschuldigten Fernbleiben vom Unterricht gilt als Ordnungswidrigkeit. Der Jugendverband des Umweltverbandes BUND empfiehlt daher: “Bitte lasst Euch zur Teilnahme an der Demonstration vom Unterricht befreien.”

Aber das ist nicht so einfach. “Grundsätzlich kann eine kurzfristige Beurlaubung auf der Grundlage der Verwaltungsvorschriften-Schulbetrieb aus wichtigem persönlichem Grund auch anlässlich einer Demonstration in Betracht kommen”, erläutert ein Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums etwas gestelzt. “Andererseits darf das ebenfalls hohe Gut der Teilnahmepflicht am Unterricht nicht zur Disposition demonstrationsfreudiger Schüler gestellt werden.”

Auf die Schülerinnen und Schüler, die sich heute mittag vor dem Wirtschaftsministerium versammeln, könnte daher eine Strafarbeit zukommen oder ein Verweis. “Wer den Unterricht schwänzt oder unentschuldigt fernbleibt, verstößt gegen die Schulpflicht. Punkt”, fasst Thomas Sattelberger, der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, die Rechtslage zusammen. Aber eine gewisse Sympathie für die klimastreikenden Schüler kann auch er nicht verhehlen. “Ich habe übrigens früher selbst am Gymnasium in Stuttgart für Demos die Schule geschwänzt und musste dafür nachsitzen”, erinnert sich Sattelberger. “Das schärft auch die Urteilsfähigkeit, wenn es um das Abwägen eigenen Handelns und der Konsequenzen geht. Es hat mir, wie es so schön heißt, nicht geschadet.”

Quelle: klimafakten.de

Rede des Schülers Maurice Conrad am Mainzer Schillerplatz:

Es gibt Alternativen


Ausschnitt aus Leben mit der Energiewende TV “DIE FOLGEN DER RESSOURCEN-AUSBEUTUNG”. Franz Alt interviewt Clemens Ronnefeldt.

Clemens Ronnefeldt war nicht nur einer der Motoren der Hunsrücker Friedensbewegung, sondern auch Mitgründer von Höhenwind.

Wie berichten ARD Tagesthemen, ZDF Heute und CNN News über den Weltklimarat IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Limit? Ein interessanter Vergleich.

Das 1,5-Grad-Ziel kann noch eingehalten werden, zeigt der lange erwartete Sonderbericht des Weltklimarats IPCC. Voraussetzung sind jedoch beispiellose Veränderungen in allen wichtigen Sektoren der Weltwirtschaft – darunter ein kompletter Kohleausstieg.
Vor drei Jahren hat sich die Menschheit ein großes Ziel gesetzt. Sie will die von ihr selbst verursachte Erderhitzung auf ein Maß zu begrenzen, das aller Voraussicht nach noch beherrschbar sein wird.

Wo dieses Limit liegen soll, ja liegen muss, damit ein katastrophaler Klimawandel – eine “Heißzeit” mit unabsehbaren Folgen – verhindert werden kann, ist im Pariser Klimaabkommen auch klar benannt. Die Erwärmung soll bei “deutlich unter zwei Grad” gestoppt werden, am besten aber bei 1,5 Grad.

Ob und wie das ambitioniertere 1,5-Grad-Ziel noch zu schaffen ist und welche Klimawandelfolgen sich die Menschheit damit gegenüber dem Zwei-Grad-Ziel ersparen würde, dazu hat der Weltklimarat IPCC im koreanischen Incheon seinen lange erwarteten Sonderbericht vorgelegt.

Das vollständige Interview von Energiewende TV:

Warum sind wir unfähig, über die existenziellen Folgen des Klimawandels zu sprechen?

Ein interessanter Beitrag in piqd von Ralph Diermann:
piqd.de/klimawandel/

Schon den großartigen, schockierenden, deprimierenden Langtext „Losing Earth“ von Nathaniel Rich aus dem New York Times Magazine gelesen? Alexander Krützfeldt hat ihn vor ein paar Tagen hier gepiqt; Tanja Krämer hat heute früh in diesem Kanal einen Riffreporter-Artikel empfohlen, der zusammenfasst, was Klimaschützer an diesem Text kritisieren – und warum die Kritik nicht ganz nachvollziehbar ist.

„Spiegel“-Autor Georg Diez nimmt „Losing Earth“ zum Anlass, eine so irritierende wie naheliegende Frage zu stellen: Warum sprechen wir so wenig vom Klimawandel? Darüber, dass eine Erderwärmung von drei Grad die Küstenstädte der Welt ausradieren wird? Eine Erwärmung von vier Grad weite Teile der Erde unbewohnbar werden lässt?

Wie kann es sein, dass der Untergang der Menschheit so wenig Interesse erweckt und die Titelseiten sich in dieser Woche, wie in den Wochen und Jahren zuvor, eher mit der Partymetropole Berlin oder dem Elend der Patchwork-Familie beschäftigen als mit der im Grunde einzigen und überwölbenden und schrecklichen Realität unserer Zerstörung des Planeten?

Diez führt drei Erklärungen an, ganz knapp zusammengefasst:

  • Die Komplexität des Themas überfordert uns dermaßen, dass wir nicht mal in der Lage sind, es zu benennen.
  • Der Neoliberalismus verhindert, Lösungen zu entwickeln.
  • Das Problem ist so existenziell, dass wir unfähig sind, es zu erfassen – denn uns fehlen Bilder, Visionen, Sprache und Geschichten dafür (dazu auch ein interessanter Text aus der SZ, €).

Diez verknüpft seine Thesen mit einer Kritik am Journalismus, der es von wenigen Ausnahmen (der “Guardian”) abgesehen nicht geschafft habe, Formen zu finden, die die Bedrohung durch den Klimawandel wenigstens teilweise erklären. Und liefert dafür gleich eine Erklärung: die Scheu der Journalisten, zu Aktivisten zu werden.

Der Sommer der Extreme

aus der klimafakten.de-Redaktion

Feuer, Hitze, Dürre überall. In Griechenland sterben mehr als achtzig Menschen, die von der Flammenwalze eines Waldbrandes eingeschlossen wurden. In weiten Teilen Europas gefährdet monatelange Trockenheit die Ernten.

Wetterextreme wie diese werden infolge des Klimawandels häufiger – und wie sehr die Erdüberhitzung voranschreitet, zeigt auch eine Infografik des britischen Meteorologen Ed Hawkins, von der wir erstmals eine Version mit Daten für Deutschland veröffentlicht haben.
Und dann sind da die riesigen Waldbrände in Schweden. Mehr als alle anderen Hitzenachrichten dieses Sommers sind es die Bilder aus Schweden, die mir Angst machen. Vielleicht weil sie meine private Vorstellung von dem skandinavischen Land als eines sicheren, stabilen Rückzugsortes, als einer Art sicherer Hafen in einer Welt zunehmender Wetterextreme in Frage stellen. Angst: Nach Jahren der intensiven, beruflichen Auseinandersetzung mit dem Klimawandel springt mich dieses dunkle Gefühl in diesem Extremsommer geradezu hinterrücks an. Davon zu sprechen, fällt mir nicht leicht. Auch der Ausweg, die Angst wie gewohnt rational einzuhegen, will mir diesmal nicht recht gelingen. Allerdings:  Ungute Gefühle zu benennen und darüber ins Gespräch zu kommen, erscheint mir als ein erster Schritt der Auseinandersetzung.

Diese Auseinandersetzung wollen wir künftig auch bei klimafakten.de in einem neuen Format führen: So wollen wir Menschen, die auf die eine oder andere Art in der Klimakommunikation aktiv sind, künftig regelmäßig zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen – und auch zu ihren Gefühlen befragen. Den Anfang unserer neuen Rubrik „Sechs Fragen an …“ macht der ARD-Meteorologe Karsten Schwanke.
Dass das Gespräch eine geradezu therapeutische Funktion hat, weiß auch der Wiener Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Im Interview mit klimafakten.de-Autor Claus Reitan sagt er: Angesichts der drohenden Erdüberhitzung sollten Ärzte mit ihren Patienten über die Folgen des Klimawandels für die Gesundheit sprechen – und auch öffentlich, politisch Stellung beziehen. Nach der politischen Sommerpause wird also weiter über Klimapolitik zu sprechen sein.
Mit, trotz allem, guten Wünschen für den Sommer,

Carel Carlowitz Mohn
aus der klimafakten.de-Redaktion

ARD Brennpunkt Klimawandel Sven Plöger und Prof. Lesch

Im ARD Brennpunkt zur Sommerhitze 2018 erklärt Sven Plöger den Einfluss des Klimawandels.
Anschließend ein Schnappschuss aus einem Vortrag von Harald Lesch zu dem Thema.

Christoph Albuschkat, in der Mainzer Urstrom Genossenschaft engagiert: “Zur Veranschaulichung: Wir müssen runter von 11 auf 3 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr in Deutschland. Also etwa -75 %. Im Durchschnitt! Sehr schnell!”

Handlungsroutinen
Aufbau neuer Handlungsroutinen

Der volle Vortrag von Harald Lesch.