COP 21 Paris: Blogger dieser Welt, vereinigt euch!

Die Energieblogger starten die wichtigste Bloggeraktion der Geschichte.

Die Klimakonferenz in Paris steht im Schatten schrecklicher Terroranschläge. Versammlungen und Protestmärsche sind verboten. Deshalb rufen die Energieblogger alle Medien und vor allem andere Blogger dazu auf, die Proteste gegen einen wirkungslosen Minimalkonsens ins Netz zu verlagern. Trotz oder gerade wegen solcher Anschläge muss der Klimawandel gestoppt werden.

Wir brauchen mehr als einen Minimalkonsens, um künftige Ursachen für Konflikte, Flucht, Naturkatastrophen und Wirtschaftskrisen abzuwehren. Deswegen müssen die besten Stimmen für ein wirkungsvolles Abkommen von der Straße in das Web und in weitere Medien verlagert werden.

Wir fordern ein wirksames Abkommen ein und wollen aufklären, damit PR-Täuschungen von wirksamen Ergebnissen unterschieden werden können. Deswegen unser Aufruf an alle Blogger: Die Welt braucht euch!

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Liebe Blogger, Aktivisten, Bürger und Journalisten – wir Energieblogger wollen, dass die Klimakonferenz nicht im Schatten der Terroranschläge untergeht und die Lobbyisten so ein leichtes Spiel haben, nötige Maßnahmen zu verhindern. Die Welt muss von der Klimakonferenz sprechen, nicht von den Anschlägen. Auch die entsandten Diplomaten brauchen Rückendeckung aus der Bevölkerung.

Macht mit bei der COP 21 Blogchallenge! Wir suchen die besten Artikel zur Klimakonferenz. Diese können bereits geschrieben sein oder auch erst geschrieben werden. Nicht nur Klimamedien sollen berichten, sondern alle Blogs! Es soll ein Bewusstsein dafür entstehen, warum die Konferenz uns alle angeht. Wir möchten vor allem branchenfremde Blogger und Bloggerinnen dazu aufrufen, nach Paris zu schauen und sich folgende Fragen zu stellen:

• Worüber wird in Paris eigentlich verhandelt?
• Welche Ergebnis-Optionen gibt es?
• Was wäre ein „gutes“ Ergebnis, was ein schlechtes?
• Anhand welcher Kriterien können die Ergebnisse der Konferenz bewertet werden?

Wir Blogger werden selbst Artikel schreiben, aber auch viele andere Artikel an die Hand geben, mit denen jeder die Ergebnisse bewerten kann. Wir werden gute, bestehende Kampagnen kuratieren, verstärken und verbreiten. Bitte helft, das deutlich weiter zu verbreiten!

Was jeder tun kann:

1. Beste Quellen auf Facebook empfehlen

Poste die besten Quellen zu Paris auf facebook.com/energieblogger. Like, was empfehlenswert ist. Daraus wählen wir die besten Inhalte aus und pushen sie mit der geballten Kraft unserer sozialen Medien. Bitte tut das Gleiche! Nur zusammen können wir die notwendigen Informationen bekannt machen.

2. Mitmachen bei der Blogchallenge

Nimm dir eins der oben genannten Themen vor. Du bist Blogger, du weißt, wie du Informationen findest. Bilde dir selbst eine Meinung für die Beantwortung der Fragen. Schreibe den Artikel und poste ebenfalls auf der Facebookseite deinen Artikel mit den Hashtags #COP21Paris #Blogchallenge.

3. Als Journalist mitberichten

Bitte berichten Sie von unserer Aktion, damit unsere Anstrengung im Web im großen Konzert und auf der großen Weltbühne wahrgenommen werden! Wir haben nur eine Erde.

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion verfasst, sondern ist in Kooperation mit dem Zusammenschluss der Energieblogger in der Rubrik Neues vom Kooperationspartner erschienen.

Sensation: Allianz steigt aus Kohle aus

 

Klemens Kindermann kommentiert im Deutschlandfunk den sensationellen Ausstieg der Allianz aus der Kohle

Kein Vertrauen mehr in die Kohle

Eine Versicherung versucht immer, zukünftige Entwicklungen und mögliche Risiken zu erkennen. Wenn der Allianz-Konzern nun seinen Ausstieg aus Kohle-Investments ankündige, dann sei das ein Richtungswechsel mit weltweiter Signalwirkung, kommentiert Klemens Kindermann im DLF. Die Botschaft sei: Klimaschädliche Investments rechnen sich nicht mehr.

unvorstellbare 1 750 Milliarden Euro Investitionsgelder werden verwaltet

Diese Ankündigung der Allianz ist wichtiger als viele politische Erklärungen zur Pariser Klimakonferenz nächste Woche: Der weltgrößte Versicherer steigt aus der Kohle aus. Das ist ein Richtungswechsel, dessen Bedeutung überhaupt nicht hoch genug anzusetzen ist. Denn es geht nicht nur um die rund vier Milliarden Euro, die aus dem Investment in Kohlebergwerke und –kraftwerke abgezogen werden. Es geht um ein Signal: Einer der wichtigsten Geldgeber der Welt hat das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Kohle verloren. Das wird Schule machen. Denn was die Allianz tut, wird auf den internationalen Kapitalmärkten mit Argusaugen verfolgt: Immerhin verwalten die zur Allianz gehörende US-Fondsgesellschaft Pimco und Allianz Global Investors die unvorstellbare Summe von 1 750 Milliarden Euro. Wohin die Allianz marschiert, marschieren auch andere.

Die Abkehr von der Kohle wird weitreichende und sehr unmittelbare Folgen für die Energieunternehmen haben, die ohnehin schon mit der Erosion ihres Geschäftsmodells durch die Energiewende kämpfen. Soeben hat der Chef des Stromriesen RWE, Peter Terium, erklärt, er brauche Geld. Aber zur Zeit kriege er das nicht. Nach dieser Ankündigung der Allianz wird er es erst recht nicht bekommen. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Investoren um den stark vom Braunkohle-Geschäft abhängigen Konzern nun gerade einen Bogen machen. Das könnte RWE in wirklich ernste Schwierigkeiten bringen – mit weitreichenden Folgen für Regionen und Arbeitsplätze.

Noch bedeutsamer ist der Schritt der Allianz aber, weil er eine globale Bedeutung entfalten wird. Als international agierender Konzern wird die Allianz die Haltung vieler Kapitalgeber rund um die Erde prägen. Wenn der Konzern meint, klimaschädliche Investments rechneten sich in Zukunft nicht mehr, dann werden weltweit Geldgeber für die Kohleproduktion ihr Engagement überdenken. Ohne Kredite aber ist die Kohleförderung und -verstromung weder in China noch in Indien oder Australien mittel- und langfristig möglich. Dass gerade ein Versicherer diese Wende vollzieht, dessen Geschäft es ist, zukünftige Entwicklungen vorwegzunehmen und vorzurechnen, ist dabei von besonderer Bedeutung. Der Kohleausstieg der Allianz ist das bislang wichtigste Ergebnis der Klimakonferenz in Paris, noch bevor sie begonnen hat.

Die Welt brennt, aber die Versprechen der Staaten für Paris sind nicht einmal gut genug für das 2-Grad Ziel

Dies erklärte Christiana Figueres, die Exekutivsekretärin der UN Rahmenkonferenz zum Klimawandel im Oktober. „Die Intended Nationally Determined Contributions“ (die beabsichtigten national festgelegten Beiträge) können den vorhergesagten Temperaturanstieg auf rund 2,7 Grad bis zum Jahre 2100 begrenzen, aber auf keinen Fall ausreichend.“ http://www.smh.com.au/environment/un-climate-conference/paris-2015-carbon-promises-lock-in-27-degrees-of-warming-un-says-20151030-gkmuw5.html

Auf diese Äußerung stieß mich wieder einmal der Umwelt-Journalist für die gemeinnützige, nutzerfinanzierte Nachrichtenquelle Truthout, Dahr Jamail. Jedes Jahr fasst er die neuesten, wissenschaftlich belegten Fakten zum Klimawandel zum Jahresende hin prägnant zusammen. Dieses Jahr kann man sein Résumée finden unter

http://www.truth-out.org/news/item/33756-cop21-too-little-too-late-temperature-co2-thresholds-breached-as-climate-disruption-intensifies

Als erstes zitiert er mehrere Quellen, die darauf hinweisen, dass die bisher schon in die Atmosphäre verbrachte CO2-Menge mindestens die von Frau Figueres zitierten 2,7 Grad Erwärmung verursachen wird, dass aber, wie James Hansen andere Wissenschaftler warnen, schon eine Erwärmung von einem Grad Celsius unaufhaltsame Feedback-Schleifen in Gang setzen könnten (siehe: http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0081648 )

und dass dem Meterologischen Amt Großbritanniens zufolge in diesem Jahr dieses eine Grad Celsius globalen Temperaturanstiegs bereits überschritten wurde (siehe: UK Metereological Office: temp. rise more than 1°C).

Danach, und zwar unter dem Titel

The faux goal of 2 degrees Celsius continues to be discussed. Meanwhile, the planet burns.

weist Dahr Jamail auf die Folgen dieser globalen Erwärmung um ein Grad hin: Der Planet brennt.

Im übertragenen Sinn zeigen Hurricanes nie dagewesener Stärke (Hurricane Patricia in Mexiko) und noch nie aufgetretener Örtlichkeit (zwei Hurricanes in weniger als einer Woche in Jemen) die Wirkung dieses Brennens.

Chapalla Rainfall
Satellite-estimated rainfall totals from Tropical Cyclone Chapala.
 In den Ozeanen führt die Erwärmung zum rapiden Artensterben auf Korallenriffen, im offenen Meer und in der Arktis und Antarktis, und überall, von Papua Neu Guinea bis Alaska, von  Äthiopien bis Subsahara Afrika bedrohen Dürren oder Ernterückgänge als Folge des Klimawandels die Ernährung von Millionen von Menschen (50 Millionen allein in Afrika nach UN-Schätzungen).

 

Aber die Erde brennt auch ganz wörtlich. 2015 brachte die schlimmste Waldbrandsaison in USamerikanischer Geschichte, und in Indonesien gab es bis Mitte Oktober mehr als 100.000 einzelne Feuer, die bis dahin einen Schaden von über 30 Milliarden Dollar anrichteten und offiziell als die schlimmste Feuersbrunst der indonesischen Geschichte gilt.  Die folgende Weltkarte zeigt, wie sehr von die menschengemachte Klimaerschütterung Feuer auf der südlichen Halbkugel nährt.

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aktuelle Weltfeuerkarte, siehe: www.fire.uni-freiburg.de/current/globalfire.htm

Für uns Menschen beginnt in manchen Teilen der Erde die Luft schon zu brennen. In Ländern der Golfregion wie Quatar, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wird die Hitze und Feuchtigkeit bald nicht mehr zu ertragen sein. future temp in southwest Asia projected to exceed threshold for human adaptibility (die zukünftige Temperatur in Südwestasien wird voraussichtlich die Schwelle menschlicher Anpassungsfähigkeit überschreiten)

Golfregion
Die Hitze könnte in einem Jahrzehnt fast das ganze Jahr über die jetzt schon öfter erreichten, unerträglichen 45 °C und mehr erreichen.

Aber auch da, wo es immer kalt war und immer noch relativ kalt ist, brennt die Welt lichterloh. In Kanada, dem Norden der Vereinigten Staaten, in Eurasien gehen die Wälder, die ein Drittel des Weltwaldbestandes ausmachen, überraschend stark zurück. Man hat dies zuerst am zunehmenden Wegsterben des Elches festgestellt und nimmt mittlerweile an, dass sein gesamtes Ökosystem, der nördliche Wald, tiefen Veränderungen unterworfen ist, da die Durchschnittstemperatur gerade in den Polregionen und im Norden doppelt so stark zugenommen hat, wie im Rest der Welt. dramatischer Rückgang der nördlichen Wälder der Welt

Damit einher gehen die längst bekannten, aber selbst vom UN Klimarat immer noch nicht ausreichend berücksichtigten Feedback-Gefahren der Methanemissionen als Folge des Tauens der Permafrost-Regionen. Methan-Emmissionen-Gefahr

Und schließlich verweist Dahr Jamail darauf, dass und wie die Welt durch Wasser brennt, durch die vom El Nino ausgelösten sintflutartigen Regenfälle in Südkalifornien, Mexiko, Jemen zum aktuellsten Beispiel, aber auch und langfristig mit noch dramatischeren Folgen durch das Ansteigen der Meere aufgrund des beschleunigten Schmelzens der Eiskappen Grönlands und der Antarktis. Siehe:  Das schmelzende Antarktiseis könnte zu einem Meeresanstieg von 3 Metern führen und Der schnelle Rückzug des Zachariae Isström im Nordosten Grönlands

 

 

760 Millionen Menschen bedroht

ein sehr guter Beitrag aus Solarify

Meeresspiegelanstieg systematisch projiziert – Karten und beeindruckende Fotomontagen

Wenn wir so weitermachen wir bisher, ist neuen Untersuchungen zufolge mit einer Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur um vier Grad zu rechnen. Dann werden Eiskappen und Gletscher noch schneller abschmelzen und die Meeresspiegel noch schneller ansteigen als befürchtet. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen ist nach einer Studie der US-Forschungsorganisation Climate Central  gefährdet – weltweit 470 bis 760 Millionen Menschen in Küstenregionen.

Bei einem Temperaturanstieg von nur 2 Grad wären immer noch 130 Millionen Menschen vom höheren Meeresspiegel betroffen. “Dies sind die Ausgangspunkte für die globalen Klimaverhandlungen im Dezember in Paris”, schreibt Climate Central. Die Analyse beschreibt die Auswirkungen der unterschiedlichen Erwärmungs-Szenarien für die Küsten aller Länder und aller Megastädte auf dem Planeten. Ein global durchsuchbares Mapping Choices Tool ordnet sie.

Einige der wichtigsten Erkenntnisse:

  • China, weltweit führend im CO2-Ausstoß, führt auch beim Küstenrisiko, mit 145 Millionen Menschen, die an Land letztlich durch steigende Meeresspiegel bedroht sind, wenn die Emissionen nicht reduziert werden.
  • China würde am meisten von einer Begrenzung auf 2° gewinnen, was die Gesamtzahl auf 64 Millionen verringern würde.
  • In zwölf weiteren Nationen leben jeweils mehr als 10 Millionen Menschen in Gefahr, angeführt von Indien, Bangladesch, Vietnam, Indonesien und Japan.
  • Die USA sind die am stärksten bedrohte Nation außerhalb Asiens, mit rund 25 Millionen Menschen auf entsprechendem Land.
  • Die Top-10 globalen Megacities mit bedrohten Populationen sind Shanghai, Hongkong, Kalkutta, Mumbai, Dhaka, Jakarta und Hanoi.

Climate Central hat eine überarbeitete Version seiner Surging Seas Risiko-Zonen-Karte eingeführt und hat die Karte aus der reinen US-Perspektive auf eine globale Abdeckung ausgedehnt (oben: Beispiel Hamburg) mit dem Ziel, ein leistungsfähiges neues Web-Tool zum globalen Verständnis und zur Kommunikation des Meeresspiegelanstiegs und der Überflutung von Küsten unter verschiedenen Szenarien von Kohlendioxydemissionen zur Verfügung zu stellen, zur besseren Information für die Küstenplanung und die weltweiten Resilienz-Anstrengungen.

Die Funktionen der New Risk Zone-Karte haben zum Inhalt:

  • die Fähigkeit zur Erkundung des Überflutungsrisikos bis zu 30 Meter (100 Fuß) Höhe über die Küstenlinien der Welt
  • Projektionen des lokalen Meeresspiegelanstiegs an mehr als 1.000 Küstenpegel auf sechs Kontinenten auf der Karte anzeigen
  • Hochwasserrisikoprojektionen an ausgewählten Küstenpegel innerhalb der Vereinigten Staaten eingeschlossen
  • Kundenspezifische Karten-Downloads via Kamera-Symbol in oberen rechten Eck des Bildschirms

Die Karte ist einbettbar und gezielt nach Stadt, Bundesland, Postleitzahl und anderen Ortsnamen durchsuchbar. Kartenbereiche unterhalb der ausgewählten Wasserstände werden als blau eingefärbte Satellitenbilder dargestellt, welche die Anfälligkeit für Überschwemmungen durch langfristigen Anstieg des Meeresspiegels, Sturmfluten und Gezeiten oder dauerhaftem Versinken durch Meeresspiegelanstieg zeigen. Kartenteile über dem ausgewählten Wasserstand werden in der Karte in weißen und blassen Grautönen dargestellt.

Kartenbeispiel New York mit verschiedenen Einfärbungen für das 4°- und das 2°-Szenario – © choices.climatecentral.org Kartenbeispiel New York mit verschiedenen Einfärbungen für das 4°- und das 2°-Szenario – © choices.climatecentral.org

 

==> weiterlesen bei Solarify

 

Quellen:

 

 

Historische Symbole

Politischer Wandel wird durch historische Symbole gefördert. Siehe Willy Brandt, Kniefall 1970 in Wahrschau.  Ost / West Annäherung.  Historische Symbole für den Klimaschutz?Wahrschau_Tag3

Attac Deutschland zu Diskussion um Aktionen beim Weltklimagipfel:

Attac Deutschland schließt sich der Kritik von Attac Frankreich an den massiven Einschränkungen der Versammlungsfreiheit in Paris an und fordert, Proteste und Demonstrationen zu den UN-Klimaverhandlungen (COP21) Ende des Monats zu ermöglichen.

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Der Klimamarsch in Berlin findet am 29.11.2015 statt. Los geht es um 12 Uhr am Hauptbahnhof (Washingtonplatz), anschließend ziehen die Teilnehmer zum Brandenburger Tor, wo eine Abschlusskundgebung mit Rednern und Musik stattfindet. (Grafik: globalclimatemarch.de)

„Wir teilen die Sorge um die Sicherheit aller Beteiligten. Gleichzeitig kann nicht akzeptiert werden, dass grundlegende demokratische Rechte so massiv eingeschränkt werden“, sagte Dorothee Häußermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Der Klimagipfel darf nicht ohne die Beteiligung von sozialen Bewegungen und der Zivilgesellschaft stattfinden. Ihre legitimen Kundgebungen zu verbieten, ist eine falsche Reaktion auf die Anschläge. Damit werden genau jene demokratischen Rechte preisgegeben, die wir verteidigen müssen.“

Nach den Terroranschlägen in Paris hat die französische Regierung einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt, in Folge dessen alle öffentlichen Kundgebungen verboten werden können. Davon sind die geplanten Proteste zu den UN-Klimaverhandlungen betroffen wie die Demonstrationen am 29. November und 12. Dezember.

Der Alternativgipfel „People’s Climate Summit“ am 5. und 6. Dezember sowie das Vernetzungsforum „Climate Action Zone“ vom 7. bis 11. Dezember werden in legalem Rahmen und unter Mitwirkung von Attac-Aktiven aus verschiedenen Ländern stattfinden. Auch darüber hinaus sucht die Coalition Climat 21, die organisationsübergreifende Vorbereitungsgruppe der Gipfelproteste, nach Wegen, dem Protest in Paris einen der Situation angemessen Ausdruck zu verleihen. Auch in anderen europäischen Städten, bei Tagebauen und Kohlekraftwerken werden Menschen parallel zur UN-Klimakonferenz mit dezentralen Aktionen gegen Umweltzerstörung und für Klimagerechtigkeit demonstrieren – mit mehr als 2000 angemeldeten Aktionen weltweit.

Dorothee Häußermann: „Unsere Antwort auf die Verbrechen darf nicht Angst sein. Wir müssen entschlossener denn je für Gerechtigkeit und Solidarität einstehen und entschlossener denn je gegen Ausbeutung, Krieg und Klimachaos kämpfen.“

 

Klimaprotest-Verbot in Paris

Kommentar von Klimaretter.Info  Benjamin von Brackel

Die Großdemonstration während der UN-Klimakonferenzen gehört inzwischen genauso mit zum Inventar wie die Verhandlungsrunden selbst. Die Organisatoren versuchen jedes Mal, die vorherige noch zu toppen. Denn je mehr Menschen kommen, umso wirkungsvoller können die Aktivisten die Verhandler daran erinnern, worum es wirklich geht: Nicht um Hinterzimmerpolitik und die Durchsetzung der jeweiligen Landesinteressen, sondern um die Rettung der Welt – zumindest der Welt, wie wir sie kennen.klimaretter_top

In diesem Jahr war eine Demonstration in Paris geplant, die selbst den bislang größten Klimaprotest – vergangenes Jahr in New York mit 310.000 Teilnehmern – in den Schatten stellen sollte. Weltweit hatten sich immer mehr Aktivisten zusammengeschlossen. Die Euphorie war groß. Am Mittwochabend kam das Aus. Die Pariser Polizei teilte mit: Der Klimamarsch ist abgesagt.

Für all die Aktivisten ist es ein herber Rückschlag. Nach den Anschlägen von Paris hatte vor allem Trauer und Angst geherrscht. Die Klimabewegung war regelrecht gelähmt. „Der Schock innerhalb der Koalition ist groß“, sagt Julian Gretsch, Greenpeace-Koordinator für die Mobilisierung für den Klimagipfel. „Wir müssen uns gut überlegen, welche Formen der Mobilisierung Sinn ergeben und welche nicht.“klimaretter_logo_top

Auch die Aktivisten in Deutschland mussten erst einmal durchatmen. „Es ist kein gutes Gefühl“, sagt René Engel von der Kampagnenorganisation Avaaz. Nach dem jüngsten Treffen sprachen sich die Aktivisten dafür aus, trotz der Anschläge die Klimademonstration in Berlin am 29. November abzuhalten. Sie soll um 12 Uhr am Hauptbahnhof starten. „Die Polizei hat bestätigt, dass die Demonstration stattfinden kann“, sagte Engel. „Sie sieht keine Probleme für die Sicherheit.“

„Den öffentlichen Raum nicht preisgeben“

Nach Tagen der Trauer hatten die französischen Klimaaktivisten sich dafür entschieden, mit ihrer Präsenz auf der Straße ein Zeichen zu setzen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Tagelang stritten sie mit den Pariser Behörden und Außenminister Laurent Fabius und kämpften für den Klimamarsch am 29. November, wo sie die größte Klimademo aller Zeiten auf die Beine stellen wollten. Dann die Absage.

Fundamentales für die Klimabewegung verändert

Die Bewegungsforscherin Heike Walk glaubt, dass die Anschläge auch unabhängig dieser Entscheidung etwas Fundamentales für die Klimabewegung verändert haben. Wenn auch nicht inhaltlich, so doch emotional habe sich ein Ausdrucksmedium der Aktivisten gewandelt: „Der öffentliche Raum ist auf einmal uminterpretiert, umformuliert worden“, sagt die Vize-Geschäftsführerin des Forschungszentrums für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin. Die Bedrohung sei in dieser Direktheit bislang nicht im öffentlichen Bewusstsein vorhanden gewesen. „Bislang wollte man unbedingt den öffentlichen Raum erobern – jetzt ist er zur Angstzone geworden.“

Wie soll die Klimabewegung jetzt auf die Anschläge reagieren?

Forscherin Walk rät: Auf keinen Fall den öffentlichen Raum preisgeben. Das sei selbst nach den Terroranschlägen vom 11. September nicht geschehen. Die Organisatoren für die Proteste rund um den UN-Klimagipfel sahen das ebenso: „Unser Kampf für Klimagerechtigkeit wird nicht aufhören“, hieß es in einer Erklärung der Coalition Climat 21, des Zusammenschlusses der Klimagruppen. „Wir haben eine Pflicht, uns zu erheben und weiter für einen gerechten und lebenswerten Planeten zu kämpfen. Wir werden weiter mobilisieren, um eine Welt aufzubauen, die frei ist von Kriegen, Gräueltaten und den Verwüstungen durch die Klimakrise.“

Nun allerdings erst mal nicht in Paris. „Das ist ein Grund für großes Bedauern, aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren“, sagt Jean François Julliard, Chef von Greenpeace Frankreich. „Wir werden neue, fantasievolle Wege finden, damit unsere Stimmen im UN-Konferenzzentrum gehört werden und darüber hinaus. Wir stehen für eine Vision der Kooperation zwischen den Menschen, welche die Mörder auslöschen wollten. Sie werden damit keinen Erfolg haben.“

Das neue Augenmerk des Klimabündnisses

liegt nun auf den Klimamärschen in anderen Städten. Überall in der Welt sollen Tausende Menschen am 28. und 29. November auf die Straße gehen. Über 2.000 Aktionen sind geplant, darunter 50 große Protestmärsche. „Wir werden zusammenstehen gegen Gewalt und Hass mit Friedlichkeit und Entschlossenheit“, sagt der Frankreich-Kampagnenchef der Klimaorganisation 350.org Nicolas Haeringer. Die Organisationen des Klimamarsches in Paris rufen Aktivisten trotz des Verbots auf, für die letzten Verhandlungstage nach Paris zu kommen, um Druck auf die Verhandler auszuüben.

Ursprünglich waren neben der Großdemonstration zum Anfang des UN-Klimagipfels auch Protestaktionen am letzten Verhandlungswochenende in Paris geplant – und zwar unter dem Motto: „Das Volk hat das letzte Wort“. Für die Proteste in Paris gilt das nach den verheerenden Anschlägen nicht mehr. In diesen Zeiten hat die Polizei das letzte Wort.

Die Klimabewegung hatte sich gerade neu formiert

Für das Klimabündnis ist die Absage der Pariser Proteste bitter. Es war ihnen gelungen, unterschiedlichste Gruppen für Paris zu vereinen. Darunter klassische Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace, 350.org und das Climate Action Network, aber auch indigene und Graswurzel-Gruppen, Entwicklungs- und Hilfsorganisationen. „Darunter sind auch solche, die das Klima nicht immer als ihr Kernthema gesehen haben“, sagt Gretsch. Etwa Action 2015, ein weltweiter Zusammenschluss von mehr als 2.000 Gruppen und Organisationen. Erst dieses Jahr hat sich das Bündnis gegen Armut und Ungleichkeit auch 100 Prozent Erneuerbare als Ziel gesetzt.

2015-05-29_SilentClimateParadeMainz_3Im Jahr 2009, dem Jahr des gescheiterten Klimagipfels von Kopenhagen, hatte Bewegungsforscherin Walk noch einen Beitrag mit dem Titel „Wo bleibt die Klimabewegung?“ verfasst. Inzwischen haben sich Klimagruppen auf der ganzen Welt gegründet. Und zwar solche, die sich nicht der Umweltbewegung subsumieren lassen, sondern bewusst als Klimabewegung firmieren. In Deutschland etwa haben sich die Klimacamps in der Lausitz und im Rheinland formiert, die gegen die Kohleindustrie protestieren. „Wir haben jetzt eine Klimabewegung“, konstatiert Walk.

unterschiedlichste Taktiken

Mit dem Anwachsen der Bewegung steigen naturgemäß auch die Konflikte: Während Avaaz etwa eine Demonstration am Anfang des Klimagipfels präferiert hatte sowie eine positive Kommunikation der Verhandlungen, wollte Climate Justice eine Demonstration am Ende und eine möglichst kritische Begleitung. „In so einer breiten Koalition gibt es eben unterschiedlichste Taktiken“, sagt Gretsch. „Das ist ja eigentlich eine Stärke der Bewegung.“

Was die unterschiedlichen Gruppen vereint, ist das Ziel eines starken Paris-Abkommens und ein Bekenntnis zum Ende des fossilen Zeitalters. „Wir wollen vermeiden, dass wir in eine Art Kopenhagen-Szenario reinrennen und nach Paris einen Kater haben“, sagt Gretsch. „Die Klimabewegung muss das langfristige Ziel einer Energiewende hin zu 100 Prozent Erneuerbaren über 2015 hinaus verstärken und den Kampf gegen die fossilen Industrien aufrechterhalten.“

Lesetipp: „Wir brauchen einen Friedensgipfel“ – ein aktueller Beitrag aus der deutschen Klimabewegung in unserem Blogportal

 

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Kommentar der taz von Bernhard Pötter

Protestiert doppelt so laut

Aktivisten dürfen in Paris nicht gegen den Klimagipfel demonstrieren. Aber Lobbyisten agitieren weiter. Nun müssen Alternativen her.

Das Verbot der großen Demonstrationen auf dem Klimagipfel in Paris trifft die Umweltbewegung hart. Denn eine breite Koalition aus Ökos, Gewerkschaften, Kirchen, Eine-Welt-Gruppen und vielen anderen ist dringend notwendig, die vor den Toren der Verhandlungen friedlich Rabatz macht und echte Fortschritte beim Klimaschutz einfordert.

Dass daraus so nichts wird, ist nicht nur eine Enttäuschung für die Aktiven, sondern auch gefährlich: Der Gegendruck von außen und von unten gegen den bequemen kleinsten Nenner in der Klimapolitik wird nun kaum noch wahrnehmbar sein. Lobbyvertreter, die den Klimazug bremsen wollen, haben dagegen auf der offiziellen Konferenz weiterhin Zugang zu den Delegierten.

Die Absage ist zwar ein hartes Stück Realpolitik, aber dennoch richtig. Wer will in dieser Situation die Verantwortung für zehn- bis hunderttausende Demonstranten übernehmen? Was ist, wenn es zu einer Massenpanik kommt? Weil das traumatisierte Paris derzeit erst einmal Ruhe braucht, wäre eine laute, bunte Demo vielleicht auch das falsche Zeichen. Und wer mit der französischen Polizei in Zeiten des Ausnahmezustands Räuber und Gendarm spielen will, der wird wahrscheinlich sein blau-weiß-rotes Wunder erleben.

Die Umweltbewegung wird kreativ werden müssen: ihre Paris-Kampagne ins Internet verlegen, sich neue Aktionsformen überlegen, testen, wie man demonstriert, ohne zu demonstrieren.

Vor allem aber ist klar: Die großen Demonstrationen in den Heimatstädten der Klimasünder, in Peking, Washington, Berlin, Brasilia, Delhi und überall sind nicht verboten. Hier muss der Druck stärker werden, die Stimmen müssen den Regierenden in den Ohren dröhnen. Denn was in Paris unterschrieben wird, wird nicht in Paris entschieden, sondern in den Hauptstädten der Welt.

Also sollte gelten: Statt gemeinsam an der Seine macht jeder zu Hause das Seine – und dafür doppelt so laut.

der wichtigste Friedensgipfel, den es je gab

Am 30. November beginnt in Paris der Weltklimagipfel, nur zwei Wochen nach den verheerenden Terroranschlägen. Noch ist ungewiss, ob die geplante Großdemonstration vor Konferenzbeginn stattfinden kann.

Ich habe meine Bahnfahrkarten gekauft, das Hotel reserviert und werde die Reise Mainz / Paris antreten. Storniert wird nicht. Es ist mir wichtig zum Klimagipfel in Paris zu sein. Was wir dort alles machen werden, muss erneut gut überlegt, abgestimmt und geplant werden. Es geht um viel. Paris 2015 kann auch wichtigster Friedensgipfel werden, den es je gab.

greenpeace-magazin schreibt dazu:

„Der Klimagipfel ist auch ein Friedensgipfel“, schreiben die Aktivisten von 350.org in einer Botschaft an ihre Unterstdunkelheit_eützer, „vielleicht der wichtigste Friedensgipfel, den es je gab.“ Die Organisatoren des Global Climate March, der am 29. November den Druck auf die Weltgemeinschaft erhöhen soll, ringen wie in diesen Tagen viele andere um die passenden Worte: „Wir brauchen weltweite Solidarität nun mehr denn je, und genau das ist es, wofür diese Bewegung steht“, erklären sie. „Wir können uns kaum eine bessere Antwort auf Gewalt und Terror vorstellen als den Druck dieser Bewegung für Frieden und Hoffnung.“

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte gestern erklärt, dass die Klimakonferenz trotz der Terrorattacken vom Freitag stattfinden wird. Dagegen würden Demonstrationen, Konzerte und Feste, die im Umfeld geplant seien, aus Sicherheitsgründen ausfallen. Frankreich hat aufgrund der Terrorgefahr einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt.

2-format530Allerdings haben die französischen Behörden noch nicht entschieden, ob der geplante Global Climate March stattfinden darf oder nicht. Klimaschützer hoffen bisher, dass zur Großdemonstration vor dem Auftakt der Konferenz allein in Paris 200.000 Menschen kommen, um sich in Festival-Atmosphäre mit zahlreichen Aktionen für ein ehrgeiziges Klimaschutzabkommen stark zu machen.

dunkelheit_d„Derzeit wird in Frankreich noch darüber nachgedacht, ob man eine solche Großveranstaltung sicher durchführen kann“, erklärt Karsten Smid, Klima-Campaigner von Greenpeace Deutschland. Spontane, gewaltfreie Aktionen in Paris müssten immer an die jeweilige Situation angepasst werden. Dagegen seien Informations- und Diskussionsveranstaltungen, die von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen auf dem Konferenzgelände geplant sind, von den Einschränkungen nicht betroffen. „Alles, was in Gebäuden stattfindet, sollte weiterhin möglich sein“, so Smid. Man werde beachten, was die französischen Sicherheitsbehörden und Greenpeace-Kollegen sagen. Internationale Solidarität und gemeinsames Handeln stehe im Vordergrund.

cop21Der „Global Climate March“, zu dem ein breites Bündnis von Organisationen aufruft, ist dezentral ausgelegt. Am Wochenende vor Konferenzbeginn sind nicht nur in Paris, sondern in zahlreichen Städten auf allen fünf Kontinenten Demonstrationen und Aktionen geplant – auch in Berlin. „Das ist der richtige Ort, um Kanzlerin Merkel zu sagen, dass die Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden müssen“, sagt Karsten Smid. Der Protest werde zwar nun unter anderen Vorzeichen stehen und von anderen Debatten begleitet werden, er sei aber weiterhin richtig und notwendig.

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Dem Terror nicht nachgeben

COP21 / Weltklimakonferenz: Verschiebung der Pariser Klimakonferenz „kommt nicht In Frage“

Eine Verschiebung der Pariser Klimakonferenz, die vom 30.November bis 11. Dezember stattfinden soll, „kommt nicht in Frage.“ zitiert die französische Tageszeitung LeFigaro eine diplomatische Quelle. Die Sicherheitsvorkehrungen und das Sicherheitsniveau würden aber verschärft. Zum Konferenzbeginn am 30. November werden 118 Staats- und Regierungschefs in Le Bourget bei Paris erwartet.
Die Organisatoren erwarten ausserdem 20.000 bis 40.000 Menschen, die anlässlich der Klimakonferenz nach Paris kommen. Auf der Konferenz soll eine weltweite Vereinbarung über die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen erreicht werden.

, I'll be there! Tomorrow at  we'll talk  &  from Paris. Tune in! 

Frankreich aus Anlass der bevorstehenden Weltklimakonferenz bereits vor einigen Tagen für die Dauer von einem Monat die Grenzkontrollen an den französischen Landesgrenzen wieder eingeführt. Die Möglichkeit, bei Vorlage bestimmter Gründe, befristete Grenzkontrollen einzuführen, steht den EU-Mitgliedsstaaten gemäß EU-Recht zu.cop_2_

Paris Talks Will Not Be Cancelled, Obama Will Attend

„Wir werden ein Krisentreffen mit einem Team am Samstagmorgen abhalten“, sagte der Generalsekretär der COP 21, Pierre-Henri Guignard gegenüber der Zeitun Le Monde. „Allerdings ist es die Regierung, die darüber zu entscheiden hat, was jetzt getan werden muss.“    www.klimaretter.info/

Die Chefin des UN-Klimasekretariats Christiana Figueres zeigte ihre Solidarität mit den Franzosen und schrieb nur: „In deep pain.“

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„Wir brauchen weniger Zerstörung der Regenwälder & mehr erneuerbare Energie“

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Signet des Weltklimagipfels Cop21

FAZ 14.11.2015, von Joachim Müller-Jung

Weklimagipfel in Paris Non, non, non, non, non!

Frankreichs Außenminister gibt denen recht, die aus dem Klimagipfel in zwei Wochen einen Weltfriedensgipfel machen wollen. Die ersten Absagen sind trotzdem schon angekündigt.

Non, non, non, non, non! Laurent Fabius, der französische Außenminister hat in „France Diplomatie“ heute nachmittag keinen Zweifel in einem in Wien geführten Interview gelassen: „Der Gipfel wird stattfinden. Das ist eine absolut notwendige Aktion.“ Zweifel daran lasse erst gar nicht aufkommen. Wenn es nach dem Willen der Twittergemeinde geht, wird aus dem Weltklimagipfel ein „Weltklima-Friedensgipfel“.  Vom 30. November an werden auf dem Messegelände im Norden der französischen Hauptstadt mehrere zehntausend Konferenzteilnehmer und Beobachter aus aller Welt erwartet. Schon seit Wochen ist Paris für die zwei Wochen des Klimagipfels praktisch ausgebucht.

Das Treffen von über 150 Staatschefs und Ministern gilt als eine der wichtigsten Umweltkonferenzen der vergangenen Jahre. Nach Jahren stockender und extrem schwieriger Verhandlungen über ein neues Klimabakommen, das 2020 in Kraft treten und dafür sorgen soll, dass die Erderwärmung auf zwei Grad eingedämmt wird, sind die Erwartungen für Paris so groß wie nie seit dem Erdgipfel von Rio in den neunziger Jahren.

Schon die Eröffnungsreden gelten als entscheidend für den Verlauf. Außenminister Laurent Fabius hat sich schon auf der Vorkonferenz in Paris vor wenigen Tagen, der „PreCop21“, diplomatisch weit hinaus gelegt. Ein rechtsverbindlicher Klimavertrag müsse als Ergebnis schon herausspringen, gab er dem amerikanischen Außenminister John Kerry zur Antwort, der sich angesichts der Obama’schen progressiven Klimapolitik in einem Interview überraschend zurückhaltend über das mögliche Verhandlungsergebnis von Paris äußerte.

Die Terrorattacken werden sich so oder so deutlich auf den Weltklimagipfel auswirken. Nicht nur der strengen Sicherheitsbestimmungen auf dem Kongressgelände und der Grenzkontrollen wegen. Beim Gastgeber besteht durchaus die Sorge, dass wichtige Staatschefs absagen werden. Irans Präsident Rohani war einer der ersten, der sein Kommen schon kurz nach den Attacken absagte. Fabius machte im Interview allerdings deutlich, dass man  bei dem bevorstehenden G20-Gipfel in der Türkei bei den Staatschefs insbesondere der Industriestaaten und Geberländer mit Nachdruck für eine Teilnahme werben werde.

Quelle: FAZ.net

 

 

 

Paris Solidarität

Fassungslos in der Nacht kopiere ich Botschaften, die mich über Twitter erreichen. Ich habe heute gelernt, Klimawandel findet auf vielen Ebenen statt und nicht immer ist der Prozess schleichend.

Dankbar für jeden, der in Sicherheit ist und jeden, der seine Sinne beisammen hält. Es wird sehr nötig sein in nächster Zeit.

Meine in lebende Tochter blieb verschont. Andere Mütter hatten weniger Glück.. Wie viele junge Leute waren wohl an diesem Konzert..Solidarität8

Wir sind 7 Milliarden Menschen, doch die Menschlichkeit fehlt. Warum muss es nur diese Grausamkeit geben?

Mein Herz weint, wenn ich sehe was gerade in meiner Heimat geschieht.

: Beten hilft nicht gegen Fundamentalismus, sondern nur engagiertes Handeln!

Das was in passiert ist, erleben die Menschen aus dem Nahen Osten jeden Tag. An das „Volk“: Denkt mal rational!

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In diesen Zeiten brauchen wir . Europäischer Zusammenhalt ist der einzig gangbare Weg.

Wir trauern um die Opfer von u stehen zusammen gg Rassismus,religiösen Faschismus u Staatsterrorismus.Die Zukunft liegt im Diesseits!Solidarität9

Da hängste zwei Tage und Nächte krank in den Seilen, machst Netz an und kriegst erst mal voll einen in die Fresse.

Diese Menschheit ist so scheisse.. egal ob ode sonst was.. sieist einfach scheisse & wir alle kriegen noch unsere Strafe dafür!

Ich habe Angst auf diesen Welt Kinder zu bringen.. Nur noch Angst! Weil ich es schon befürchte dass wir (Deutschland) bald dran sind

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1 of 15 Wounded people were evacuated from the Bataclan concert hall in Paris on Friday. Credit Yoan Valat/European Pressphoto Agency

Warum gibt es hier keinen „verabscheue-ich-Button“ für die ekelhaften rechten Tweets zu den aktuellen Geschehnissen in ?!

Ich will nicht, dass meine Kinder später etwas über den 3. Weltkrieg lernen müssen.

Mehr denn je müssen wir die Flüchtlinge verstehen. Was heute in geschah, passiert ständig in Syrien & Co! Davor sind sie geflohen

Manche Kommentare sind einfach nur respektlos. So unvernünftig und kalt kann man doch gar nicht sein Soli4

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte. Und diese Geschichte wird von grausamen Killern in Sekunden zerstört.

Trotzdem werdet Ihr uns niemals unsere Freiheit, unseren Mut und unsere Offenheit nehmen können. Trotzdem und gerade deshalb!

tief erschüttert, fassungslos, traurig, unglaublich schrecklich

Die Profiteure des furchtbaren Terroranschlags stehen schon bereit Angriff auf die offene liberale Gesellschaft.

Simone Peter hat ZDF heute retweetet

Keine Worte mehr. Nur noch tiefe Trauer.

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Und jetzt kommen wieder die braunen Socken aus den Löchern gekrochen. Mir tun jetzt schon die vielen friedlichen leid.

Jetzt muss ganz Europa zusammenstehen gegen Terroristen und Hetzer. Und besonnen bleiben. In Gedanken bei den Opfern und Familien..

Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit Menschlichkeit

Und in Callais brennt nun ein Flüchtlingsheim. Die, die am wenigstens dafür können sollen nun büßen. Das ist furchtbar.

Dieser Abend verändert Europa für immer. Und ich habe große Angst, dass es nicht zum Guten sein wird.

Alle Zeichen der Welt reichen nicht um zu beschrieben wie Schrecklich das ist was gerade abgeht.

Trauer, Wut und Hilflosigkeit. Das ist Krieg. Nichts anderes. An jedem Tag, an jedem Ort der Welt möglich.

An manchen Tagen muss man nicht erst einschlafen, um einen Alptraum zu erleben. Wobei an Schlaf gerade sowieso nicht zu denken ist.

So etwas kann Gott nie gewollt haben. Egal wie er auch heißt. Solidarität3

Wir sind tief erschüttert und trauern mit unseren Nachbarn.

Ich realisiere gerade mehr als jemals zuvor: Man ist nirgendwo sicher. Wer weiß, was morgen wo passiert? Solidarität5

Ist das alles schrecklich was in dieser Welt passiert und wie der Hass und die Gewalt immer mehr werden

KEINE Überzeugung auf dieser Welt – weder politisch, noch religiös, noch persönlich – kann das Töten von Menschen rechtfertigen. Soli2

Starre seit einer Stunde auf meinen Bildschirm, aktualisiere Twitter. Meine Gedanken sind überall und nirgends.

Ich finds gut, dass in ARD v „selbsternannten Islamischen Staat“ redet, um ihnen das eigene Narrativ a Sprecher f „Islam“ zu nehmen.

Terrorism will never defeat democracy. Frieden für .Solidarität6

Frankreichs Vorratsdatenspeicherung hat den Menschen in nicht geholfen.

Kein Gott in keiner Religion wird so eine Tat gutheißen oder belohnen. Im Leben nicht und auch nicht danach!

Unfassbare Bilder, schreckliche Taten, die uns sprachlos und traurig machen. Wir sind in Gedanken bei den Menschen in .

Jeder, der jetzt die Flüchtlingsdebatte in Verbindung mit bringt, entmündigt sich selbst und kotzt seine unendliche Dummheit raus!

MP zeigt sich tief bestürzt über die abscheulichen Anschläge in . Ich bin in Gedanken bei den Opfern u ihren Angehörigen.Solidarität7

Sowas passiert in anderen Ländern täglich. Muss man sich einfach nur mal vor Augen halten. Unfassbar. Traurig.

Ich muss dran denken ich sitze hier zu Hause und in diesem Moment kämpfen Menschen um ihr Leben ich bin echt zu tiefste erschüttert

Diese Welt geht unter…Das wir Menschen uns gegenseitig so was antun können…?! Unvorstellbar…

Gedanken die nicht schlafen lassen: Wie lange und gründlich es wohl geplant wurde. Und was alles in diesem Moment noch geplant wird.

(und noch nen halben)

Nur ein kurzer Zwischenruf:

Wir freuen uns mit Fossil Free Berlin über die Divestment-Empfehlung der Enquete-Kommission.

Liebe Entscheidungsträger: schaut Euch mal an, wie viel Applaus man für eine gute Entscheidung kriegen kann… und Blumen… und ein T-Shirt. Da sprich noch einer von Klimaterroristen.